Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2017/24: Änderung der Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung · 58 Seiten
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resp. die fehlende Abrechnungsmöglichkeit für die Blutentnahme durch nichtärztliches Personal von Seiten der Ärzteschaft stets bemängelt wurde. Die neue Interpretation stimme besser mit der Praxisrealität überein.
Leistungserbringer – Spitäler
PKS schätzt, dass die Regeländerung ergebnisneutral ausfallen wird. Es stellt sich deshalb die Frage, ob eine Änderung nicht unterbleiben sollte, da nur Umstellungsaufwand entsteht. Stossend ist, dass mit diesem Eingriff das Volumen der Analysenliste, welche in der Verantwortung des EDI ist, zulasten des Volumens TARMED, welcher in der Verantwortung der Tarifpartner ist bzw. war, verschoben wird.
4.3.11 Massnahme 11 – Tarifposition «00.0610 Instruktion von Selbstmessungen,
Selbstbehandlungen durch den Facharzt, pro 5 Min.» umtarifieren und Interpre-
tation präzisieren
Politische Parteien und Kommissionen
Die glp begrüsst diese Massnahme.
Organisationen des Gesundheitswesens – Versicherer
Die Versicherer begrüssen die Umtarifierung der Tarifposition sowie auch die Präzisierung in der Interpretation (curafutura, MTK, santésuisse). Durch die Umtarifierung werde die Sachgerechtigkeit verbessert, da die für eine effiziente Leistungserbringung notwendige – hier einfachere – Infrastruktur eintarifiert werde (curafutura). Mit der Präzisierung der medizinischen Interpretation werde klargestellt, welche ärztlichen Tätigkeiten über diese Leistungsposition abgerechnet werden dürfen (curafutura, MTK). curafutura spricht sich dafür aus, dass die Limitation «3 Mal pro Sitzung» durch «3 Mal pro Tag» ersetzt wird.
Leistungserbringer – Ärztegesellschaften (kantonal, regional oder gesamtschweizeri-
sche Ärztevereinigungen)
Die Mehrheit der sich äussernden Ärztegesellschaften kritisiert diese Massnahme. Nach Ansicht der BMKG lasse die Massnahme heikle, mit körpereigenen Ausdünstungen verbundene Instruktionen wie beispielsweise der Abszessincisionen ausser Acht.
Die fmCh Tarifunion ist der Auffassung, dass mit dieser Umtarifierung die Wirtschaftlichkeit höher gewichtet werde als die Zweckmässigkeit. Die fmCh Tarifunion lehnt die Massnahme daher ab.
Die SGC bemängeln die nach ihrer Ansicht übermässige Limitation auf 3 Mal/Sitzung. Besonders Allgemeinchirurgen und Traumatologen bräuchten oft mehr Zeit für die Aufklärung der Patienten. Die Massnahme sei ein ungerechtfertigtes Manöver, die Anzahl der Taxpunkte zu senken.
Argomed und swiss orthopaedics dagegen begrüssen die Umtarifierung und die Präzisierung. swiss orthopaedics plädiert zudem für die Berücksichtigung der von den Ärzten öfters vorgenommenen Instruktionen für Übungen im Sinne eines Heimprogramms, womit die Inanspruchnahme von physiotherapeutischen Behandlungen vermieden werden könne. Instruktionen solcher Heimprogramme müssten in der entsprechenden Interpretation der Tarifposition berücksichtigt werden.
Leistungserbringer – Spitäler
PKS lehnt diese Massnahme ab und betont, wie wichtig die Instruktion für den Therapieerfolg ist. PKS weist auch auf die vulnerablen Gruppen hin – ältere, fremdsprachige oder kognitiv eingeschränkte Personen oder Kleinkinder und ihre Eltern –, die länger brauchen, bis sie die Erklärungen und Instruktionen verstehen.