Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/24: Änderung der Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung · 58 Seiten

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und die Groupe mutuel unterstützen die Festlegung von Mindestsitzungsdauern, weisen aber auf die Gefahr hin, dass höher tarifierte Leistungen verrechnet werden könnten.

Organisationen des Gesundheitswesens – Patientinnen und Patienten / Benutzerinnen und Benutzer

Die IG Seltene Krankheiten ist der Meinung, dass die Fixierung einer Mindestsitzungsdauer die Behandlungsqualität für Personen mit seltenen Krankheiten mindert. Patientinnen und Patienten, die auf eine tägliche, aber dafür kurze (unter 10-minütige) Physiotherapie angewiesen sind, würden so gezwungen, eine längere Behandlung als nötig in Anspruch zu nehmen.

Leistungserbringer

Gemäss dem SVFP und physioswiss stellt die Einführung einer Mindestsitzungsdauer einen unzulässigen Eingriff in die Tätigkeit der Physiotherapeutinnen und -therapeuten dar. Laut Poledna ist der Eingriff unverhältnismässig. Für den SVFP und physioswiss, die das Rechtsgutachten Poledna zitieren, hat die Einführung der Mindestsitzungsdauer von 30 Minuten pro Therapiesitzung keine Grundlage im Tarifmodell und führt die systematische Ausrichtung des Tarifmodells ad absurdum. Die Pauschalisierung der physiotherapeutischen Leistungen basiere auf der Grundannahme, dass gewisse Leistungen weniger lange als 30 Minuten dauern, andere wiederum länger. Daraus resultiere die Durchschnittsdauer von 32,4 Minuten einer Physiotherapiesitzung, welche die Grundlage der Pauschalbewertung der Leistungen mit 48 Taxpunkten bilde. Wenn man nun in Zukunft alle Leistungen nicht mehr vergüte, welche die Mindestsitzungsdauer nicht erreichen, sei die pauschale Bewertung nicht mehr korrekt. Das Tarifmodell und die darauf basierende Tarifstruktur würden ihre Richtigkeit verlieren. Schliesslich führe die Mindestsitzungsdauer auch dazu, dass unter 30-minütige Leistungen nicht mehr vergütet würden. Dadurch könne von einer angemessenen Leistungsvergütung keine Rede mehr sein.

PP fordert die Streichung dieser Einleitenden Bemerkung.

Alpha Q-Zirkel, USZ (Physio), VDCPT und VDCPT-OS lehnen die Einführung von Sitzungsdauern ab, welche die Tarifstruktur stark beeinträchtige. Diese Organisationen erachten diese Massnahme als unakzeptabel. Sie habe einzig das Ziel, Einsparungen zu realisieren und erlaube es nicht, das Ziel einer Verbesserung der Transparenz und der Qualität zu erreichen. Die Dauern für physiotherapeutische Behandlungen variieren je nach Beurteilung und Behandlung eines Gesundheitsproblems und können nicht normativ vordefiniert werden. Eine solche Anordnung führe nicht nur zu mehr Streitigkeiten zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern, sondern bedeute auch einen extremen Eingriff in die Therapiefreiheit. Die vorgesehenen 5 Minuten für die Vorbereitung für die Vorbereitung und die Dossierführung seien nicht ausreichend um die Leistungen der Physiotherapeutinnen und -therapeuten abzubilden.

Sehr viele Leistungserbringer fordern die Streichung der Mindestsitzungsdauern und wehren sich dagegen, dass Sitzungen, die kürzer sind als die festgelegte Sitzungsdauer, nicht mehr verrechnet werden dürfen. Theramisu beispielsweise ist der Auffassung, dass es Kinderphysiotherapeutinnen und -therapeuten möglich sein soll, die Sitzungsdauer auf Vertrauensbasis frei festzulegen.

Privatpersonen, Sonstige

Aus Sicht der HES-SO VS werden Physiotherapeutinnen und -therapeuten dafür ausgebildet, den für eine Behandlung nötigen Zeitaufwand einzuschätzen. Die Festlegung von Mindestsitzungsdauern könne dazu führen, dass die Physiotherapeutinnen und -therapeuten unnötige und kontraproduktive Handlungen durchführen, um die restliche Zeit auszufüllen, damit sie die Sitzung verrechnen können. Die HES-SO VS fordert, den Parameter Zeit in der Position 7301 zu streichen, Positionen mit einer kürzeren Zeitdauer als 30 Minuten wie bei anderen Gesundheitsberufen zu schaffen (10, 15, 20, 25 Minuten mit 5 Minuten Zuschlag etc.) oder die Einleitende Bemerkung 5 zu streichen.