Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

dungen zum Schienen- und Strassennetz ergänzt werden. Die Detailkarten bei SR seien so anzupassen, dass auch die Gemeinde Jestetten berücksichtigt werde und es müsse erwähnt werden, dass sich der Lagerperimeter südöstlich mit einem BLN Schutzgebiet überschneide.

Transporte und Erschliessung

Vom Kanton AG, zahlreichen Gemeinden und Organisationen259 und mehreren Einzelpersonen wird gefordert, dass alle Aspekte zu den Transporten und Transportwegen von radioaktiven Abfällen geklärt sowie Risiken und Sicherheitsmassnahmen aufgezeigt und erläutert werden. Die Forderung wird mehrfach im Zusammenhang mit der möglichen Platzierung der BEVA ausserhalb des Standortgebiets genannt. Eine Einzelperson wünscht, dass die Anliegen der Region bezüglich der Transportwege berücksichtigt werden, mehrere Einzelpersonen verlangen, dass keine Transporte durch Wohngebiete erfolgen. Aus Sicht des RWU sollten Transportwege kurz gehalten werden. Die SBB beantragen, dass in Etappe 3 die Trassenverfügbarkeit sowie die Auswirkungen auf den Fahrplan und den Regelbetrieb geprüft werden. Sie regen zudem an, Szenarien bezüglich externer Störungen des Bahntransports auf den potenziellen Transportrouten zu analysieren.

Für das Standortgebiet JO verlangt Böttstein, dass erstens ein grossflächiges Verkehrskonzept unter Einbezug des Kantons AG erarbeitet wird und dass zweitens die Erschliessung der OFA via PSI erfolgt und der Baustellenverkehr nicht durch die Ortsdurchfahrt Böttstein abgewickelt wird. Drei Einzelpersonen sehen bei JO den kurzen Zugang vom Zwilag zur OFA als Vorteil. Koblenz hält die in der SÖW enthaltene Aussage, dass die Unterschiede bei der Umweltbelastung durch Transporte zwischen den Standorten vergleichsweise gering seien, für unhaltbar. Sie erwartet nämlich bei allfälligen Lagerstandorten in NL oder ZNO Transporte über Koblenz und die Rheintalachse. Sie betont deshalb die Frage der Sicherheit von Transportachsen und den Koordinationsbedarf für Etappe 3 zur verkehrstechnischen Erschliessung und verweist zusätzlich auf den Sachplan Verkehr.

Die FDP AG sieht beim OFA-Standort NL-2 den Eisenbahnanschluss als Vorteil gegenüber NL-6.

Beim Standortgebiet ZNO verlangen die Gemeinden Feuerthalen und Henggart sowie der RWU, dass keine Transporte von radioaktiven Abfällen durch den Hauptbahnhof Winterthur und weiter auf der Strecke Winterthur–Schaffhausen geführt werden. Es seien neue oder alternative Routen zu planen. Die Gemeinde Trüllikon lehnt beim allfälligen Abtransport von Aushubmaterial jegliche LKW-Fahrten über ihr Gemeindegebiet ab, weil die Schulwege der Kinder nicht für zusätzlichen Verkehr ausgelegt seien. Die FDP Winterthur lehnt Strassentransporte von der Zwilag zum Tiefenlager ab. Die OFA in ZNO solle deshalb durch eine Eisenbahnlinie erschlossen werden.

Der Kanton LU lehnt das Standortgebiet WLB auch deshalb ab, weil lange Transporte durch dicht besiedeltes Gebiet notwendig wären.

Konflikte der OFA-Standortareale mit der kantonalen Richtplanung

JO: Der Kanton AG hält fest, dass entgegen der Aussage im Objektblatt JO sehr wohl ausgeprägte Konflikte zur kantonalen Richtplanung vorlägen. Der Standort PSI als Teil eines nationalen Innovationsparks (Park Innovaare) und eines Entwicklungsschwerpunkts (ESP) von kantonaler Bedeutung («Vorzugsgebiet Spitzentechnologie») weise eine ausgeprägte Spezialisierung und Vernetzung auf und sei bezüglich Forschung und Entwicklung von übergeordneter Bedeutung. Der Kanton setze seine Priorität am Standort Villigen nach wie vor auf diesen Aspekt. Er weist darauf hin, dass jegliche Beeinträchtigung

259 Adlikon, Andelfingen, Benken ZH, Dachsen, Feuerthalen, Flaach, Flurlingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelfingen, Laufen-Uhwiesen, Marthalen, Ossingen, Thalheim an der Thur, Unterstammheim, Waltalingen; SP Schweiz, SP SH, Grüne ZH, Grüne Winterthur, ÖDP Waldshut; GPV ZH, GPVA, KKG, KLAR! Schweiz, Kernfrauen, sgv, swissnuclear.