Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten
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Sachplan geologische Tiefenlager
Gefahr für die technisch sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle. Verschieben ins Ausland oder aufschieben für die nächste Generation seien keine Optionen. Die Verfahrensleitung müsse all dies beachten und eingrenzen. Auch die BDP Schweiz, das Forum VERA AG/SO und die usic befürchten eine «Verpolitisierung» der Entscheide – etwa durch Einflussnahme aus dem Ausland und entsprechende Kompromisse (Forum VERA AG/SO) oder mit Verweis auf die Konsultativabstimmung im Kanton JU (usic), sowie durch Debatten über Sicherheitsthemen in den RK (BDP Schweiz). Die FDP Bezirk Dielsdorf warnt vor politisch motivierten Forderungen nach weiteren Untersuchungen. Die SVP warnt allgemein vor dem Eingehen auf Partikularinteressen: Die Schweiz müsse ihre Souveränität wahren und sich bzgl. Verfahren oder Resultaten (Zurückstellungen) nicht abbringen lassen. Eine Einzelperson warnt vor der Einführung eines kantonalen oder regionalen Vetorechts, denn ein solches würde sich nicht mit dem Sicherheitsprimat vereinen lassen. Die notwendigen wissenschaftlichen Untersuchungen dürften auch in Etappe 3 nicht verhindert werden.
Ergebnisoffenheit im Verfahren, «Plan B»
Zahlreiche Gemeinden, Organisationen58 und Einzelpersonen betonen, ein sicheres Verfahren müsse ergebnisoffen geführt werden. Neue Erkenntnisse müssten in die Ergebnisfindung einbezogen und Korrekturmassnahmen ergriffen werden (JUSO SH). Das Sachplanverfahren wird von zahlreichen Organisationen59 und Einzelpersonen als nicht ergebnisoffen erachtet: Gemäss B90/Grüne Waldshut erwecke das Verfahren den Eindruck, dass zielgerichtet auf den Standort ZNO hingearbeitet werde. Laut den Grünen Schweiz sei schon die Reduktion auf drei Standorte nicht überzeugend und deute auf die Nicht-Offenheit des Prozesses hin. Kriterien wie Finanzierbarkeit und Umsetzung seien bei dieser Entscheidung zu hoch gewichtet worden. Es sei auch denkbar, dass keiner der drei vorgeschlagenen Standorte den hohen Sicherheitsanforderungen genüge. Dies müsse Teil eines wissenschaftlich korrekten und ergebnisoffenen Verfahrens sein (zahlreiche Organisationen60, zwei Einzelpersonen). Mehrfach wird die Frage bzw. die Forderung nach einem «Plan B» aufgeworfen, sollte sich keiner der Standorte für ein gTL eignen (mehrere Organisationen61, zahlreiche Einzelpersonen). Eine Einzelperson bezieht sich auf den Fall ungenügender Lösungsvorschläge oder nicht ausreichend geeigneter Gebiete in der Schweiz. Eine Einzelperson hält das vom Betrieb eines gTL ausgehende Gesundheitsrisiko für nicht vernachlässigbar. Daher sei der Grundsatz, die Abfälle per Gesetz in der Schweiz oder in Mitteleuropa zu behandeln und zu lagern, nicht als alternativlos hinzunehmen. Grüne Schweiz und zwei Einzelpersonen werfen die Frage auf, ob für ausgewählte SMA mit kürzeren Abklingzeiten ein Standort mit kürzerer Lagerdauer ausreichen würde.
Würdigung
Transparenz und Verständlichkeit der Kommunikation sind Grundsätze des Sachplanverfahrens. Sie sind Bedingungen, damit Standorte für gTL in einem fairen, nachvollziehbaren und partizipativen Verfahren evaluiert und bezeichnet werden. Dabei soll insbesondere auch erreicht werden, dass die Öffentlichkeit über die Ziele, Grundsätze und Vorgehensweise des Bundes im Bereich der nuklearen Entsorgung informiert ist.
58 Benken ZH, Beringen, Buchberg, Dachsen, Diessenhofen, Dörflingen, Feuerthalen, Hallau, Henggart, Neuhausen am Rheinfall, Neunkirch, Rheinau, Rüdlingen, Schlatt TG, Stadt Schaffhausen, Thalheim an der Thur, Thayngen, Truttikon; FDP Neuhausen, GLP SH, Grüne SH, Grüne ZH, Grüne Weinland, JUSO SH, SP Schweiz, SP SH, SP Beringen, SP Neuhausen, SP Stein am Rhein, SPD Singen, SVP Benken, SVP Bezirk Andelfingen, SVP Buch am Irchel, SVP Dachsen, SVP Henggart, SVP Marthalen, SVP Stammertal, SVP Trüllikon; Kernfrauen, KLAR! Schweiz, KPgT, SSV, VPOD SH.
59 B90/Grüne Waldshut, Grüne SH, Grüne Weinland, SP AG, SP Bezirk Baden, SP Bezirk Brugg; IG ARI, IG BoB, KAIB, LoTi.
60 Grüne Schweiz, Grüne Glattfelden-Rafzerfeld, SP Schweiz; LoTi, Pro Ehrendingen, SES, WWF Schweiz.
61 B90/Grüne Singen, SP Schweiz; Ecologie libérale, KLAR! (D), LoTi, Pro Ehrendingen, Umweltinstitut München.