Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

cherheitstechnische Fragen zum Bau und Betrieb eines geologischen Tiefenlagers offen: u. a. zum Einlagerungskonzept (mit Verweis auf Schweden), zu Grundwasser, Thermalquellen, Erdbebenrisiken oder Störfällen. Mögliche hydrogeologische und anlagetechnische Risiken seien bisher ungenügend ermittelt worden. Eine Einzelperson mahnt zu einer integralen Sicherheitsbetrachtung inklusive der OFA und NZA.

Für eine Einzelperson werden grundlegende Bedingungen bei den ausgewählten Standorten nicht erfüllt: Mindesttiefe, unbewohntes Gebiet, Distanz zu Gewässern, Ausschluss von Erdbeben, etc.

Die ÖDP Waldshut erachtet angesichts der noch existierenden Ungewissheiten bei geologischen Tiefenlagern eine oberflächennahe Lagerung in bereits bestehenden, ausgedienten Stollen für sinnvoller.

Auch im Bereich der Betriebssicherheit und Sicherung werden zahlreiche Befürchtungen und Bedenken geäussert, oft verbunden mit der Forderung nach Aufklärung und Information, wie diese Gefahren und Risiken abgewendet und vermieden werden können: Mehrfach genannt werden Terroranschläge, Sabotage und Einwirkungen von aussen, Störfälle, Unfälle, Brände, Explosionen, Probleme bei Transporten oder beim Umladen der Abfälle, Gefährdung des Grundwassers, Erdbeben, Unwetter, Überflutung, Emissionen für die umliegenden Siedlungen, politische Veränderungen, Flugzeugabstürze oder gar Meteoriteneinschläge (Gemeinde Steckborn, AWBR, Stadtwerke Konstanz, SVGW, Umweltinstitut München und zahlreiche Einzelpersonen). Aus Sicht einer Einzelperson sollte die Verpackungslage der OFA keinesfalls überirdisch gebaut werden. Die Interessengruppe Pro Ehrendingen und der Verein LoTi heben die Frage der Fluchtwege bei Unfällen (Feuer, Explosion) hervor, die erst im Rahmen einer Gesamtkonzeption des Tiefenlagers angegangen werden könne, welche heute nicht vorliege.

Im geologischen Standortgebiet JO werden von mehreren Organisationen145 sowie von zahlreichen Einzelpersonen der Wasserreichtum, die Nähe zu (Grund-)Wasserläufen und die geologischen Risiken (Tektonik, Störungszonen, Erosion, auf Bausubstanz aggressiv wirkende Bergwässer) als problematisch angesehen. Auch die geologischen Verhältnisse beim Standortgebiet NL betrachten zwei Einzelpersonen skeptisch, unter anderem weil die Nagra die vorgesehene Tiefenlage als ungünstig bewertete. Zudem wird kritisiert, die OFA läge in der Einflugschneise und im Warteraum des Flughafens Zürich. Für den Standort der OFA NL-2 befürchtet eine Einzelperson, dass der steile, aus Kies bestehende Hang zum Rhein durch lokale Sprengungen im Untergrund ins Rutschen kommen könnte. Die JUSO SH ist mit der sicherheitstechnischen Beurteilung zum Standortgebiet ZNO aufgrund fehlender Daten nicht einverstanden und verweist auf die Stellungnahme des AdK zu Etappe 2 (Ungewissheiten zu Seismik, Felsmechanik und Erosion). Eine Einzelperson sieht bei ZNO die Begrenzung durch tektonisch beanspruchte Bereiche im Norden des Standortgebiets als eindeutigen sicherheitstechnischen Nachteil und bemängelt fehlende Verweise auf die Rheinnähe. Die JUSO SH weist die grundsätzliche Aussage zurück, das Standortgebiet SR sei sicherheitstechnisch geeignet. Eine Einzelperson vermisst beim Standortgebiet WLB die Erwähnung der starken Tektonik. Eine Einzelperson spricht sich gegen die Zurückstellung des Standortgebiets WLB aus, weil der Standort durch das Gebirge gut geschützt sei.

Die Stellungnahme des AdK enthält weitere Empfehlungen zur Sicherheit, welche sich auf geologische Kenntnisse beziehen: So sollten etwa für den Opalinuston und den gesamten einschlusswirksamen Gebirgsbereich die mineralogischen, physikalischen, chemischen hydrogeologischen und geomechanischen Eigenschaften mit der jeweiligen lateralen und vertikalen Variation in den Standortgebieten erfasst werden. Ebenso sollte ein Augenmerk auf die Neotektonik bezüglich der Reaktivierung von Störungen oder lokaler differenzieller Bewegungen gelegt werden. Dazu sei eine Kartierung der Störungsmuster und -dichte sowie der tektonischen Schwäche- und Strukturzonen nötig.

145 B90/Grüne Waldshut, SP AG, SP Bezirk Baden, SP Bezirk Brugg; IG BoB, KAIB.