Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

in Etappe 2 geprüft und verglichen (NAB16-41; NAB 16-42) und damit die Angaben im NTB 14-01 präzisiert.149. Das ENSI hat in seinem Gutachten ENSI 33/540150 die Aussagen der Nagra zur Lagerkonzeption geprüft und kommt zum Schluss, dass die Ausführungen der Nagra nachvollziehbar und mehrheitlich plausibel sind.

Im Referenzkonzept für das HAA-Lager der Nagra für Etappe 2 wird kompaktierter Bentonit als Verfüllmaterial vorgeschlagen. Als zusätzliche Variante kann gemäss Nagra für ausgewählte Bedingungen auch ein zementbasiertes Verfüllmaterial in Betracht gezogen werden, insbesondere dann, wenn die Bedingungen keinen genügend guten Einbau von kompaktiertem Bentonit zulassen würden. In seiner Stellungnahme zum Entsorgungsprogramm und zum Forschungsplan empfiehlt das ENSI gegenüber der Nagra, bei der weiteren Entwicklung der Lagerkonzepte und Lagerprojekte Varianten des Verfüllmaterials der HAA-Lagerstollen vertieft zu untersuchen.151

Die Aspekte der bautechnischen Machbarkeit und des Lagerkonzepts sowie deren Einfluss auf die Langzeitsicherheit wurden von der Nagra mit den Unterlagen zur Nachforderung zur bautechnischen Machbarkeit des ENSI präzisiert und ausführlich dokumentiert. Das ENSI kam dazu zum Schluss, dass diese geologischen Informationen ausreichend für die Zwecke einer provisorischen Sicherheitsanalyse sind und dass die Nagra diese Informationen in ihrem Vorschlag zur Auswahl von Standortgebieten für die Etappe 3 berücksichtigt hat. Das Lagerkonzept wurde aus Sicht des ENSI in Etappe 2 stufengerecht weiterentwickelt. Bezüglich Forderungen nach bautechnischen Referenzprojekten in Etappe 3 siehe auch Kapitel 3.5.5.

Stellungnahmen bezüglich lagerbedingter Einflüsse werden in Kapitel 3.5.13 gewürdigt.

3.5.3 Lagertyp

Das Umweltinstitut München merkt an, dass die Frage des Lagertyps, also ob ein Kombilager oder zwei getrennte Lager gebaut werden sollen, zurzeit noch ungeklärt sei. Zahlreiche Gemeinden, Organisationen152 und Einzelpersonen halten fest, Sicherheitsaspekte seien integral zu betrachten. Dies erfordere

u. a. auch einen Risikovergleich zwischen Kombi- und Einzellager. Die Nagra habe in Etappe 3 den Nachweis zu erbringen, dass ein Kombilager sicherheitstechnisch gleichwertig sei wie zwei getrennte Lager. Der entsprechende Bericht sei von den Fachstellen ENSI, KNS und AG SiKa zu prüfen und die RK sowie die betroffenen Kantone und Gemeinden sollen die Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten. Erst nach Erbringung dieses sicherheitstechnischen Nachweises solle die Nagra zu einer provisorischen Standortwahl schreiten dürfen. Die grundsätzliche Forderung eines Risikovergleichs beider Lagertypen wird auch vom Kanton TI sowie einer Vielzahl weiterer Stellungnehmender unterstützt (mehrere Organisationen153 und zahlreiche Einzelpersonen).

B90/Grüne Waldshut befürchtet, dass die Idee eines Kombilagers aus politischen und planungsrechtlichen Gründen favorisiert wird. Gemäss der FDP AG, KKG und swissnuclear dürfe die Entscheidung für

149 «ENSI-Nachforderung zum Indikator "Tiefenlage im Hinblick auf bautechnische Machbarkeit" in SGT Etappe 2» NAB16-

41 und NAB 16-42; «Sicherheitstechnischer Bericht zu SGT Etappe 2; Sicherheitstechnischer Vergleich und Vorschlag der in Etappe 3 weiter zu untersuchenden geologischen Standortgebieten» NTB 14-01.

150 «Sicherheitstechnisches Gutachten des ENSI zum Vorschlag der in Etappe 3 weiter zu untersuchenden geologischen Standortgebiete» ENSI 33/540.

151 «Stellungnahme zum Entsorgungsprogramm 2016 der Entsorgungspflichtigen» ENSI 33/592 und «Empfehlungen und Hinweise aus der Beurteilung des Entsorgungsprogramms und des RD&D-Plans 2016» ENSI 33/593.

152 Benken ZH, Beringen, Dachsen, Diessenhofen, Dörflingen, Feuerthalen, Gailingen am Hochrhein, Hallau, Henggart, Neuhausen am Rheinfall, Neunkirch, Rheinau, Rüdlingen, Schlatt TG, Stadt Schaffhausen, Thalheim an der Thur, Thayngen, Truttikon; FDP Neuhausen, GLP SH, Grüne SH, Grüne Weinland, SP Neuhausen; KPgT, SSV, VPOD SH.

153 B90/Grüne Waldshut, Grüne ZH, SP SH, SP Beringen, SP Stein am Rhein, SPD Singen; Hochrhein Aktiv, Kernfrauen, KKG, KLAR! Schweiz, SES, SGV, swissnuclear, Umweltinstitut München, WWF Schweiz.