Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

des Wirtgesteins und des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs hauptsächlich auf belastbare Bohrungs- und Aufschlussdaten abstützen. Es wird erwartet, dass die Nagra mit dem in Etappe 3 vorgesehenen erdwissenschaftlichen Untersuchungsprogramm (Tiefbohrungen und 3D-Seismik) den Wissensstand hinsichtlich der Mächtigkeiten, Tiefenlage und Qualität der Wirt- und Rahmengesteine weiter erhöhen wird.

3.5.11 Platzangebot

Für die grenznahen Landkreise und eine Einzelperson ist für die Wahl der Standorte in Etappe 3 entscheidend, ob in den Standortgebieten ein ausreichendes Platzangebot für das Tiefenlager zur Verfügung steht. Für den Nachweis davon seien die begrenzenden Elemente wie tektonische Störungen, Erosionsformen und eine Tiefenbeschränkung zu ermitteln. Der Kanton TG befürchtet, dass das Platzangebot im Standortgebiet ZNO aufgrund der genauen Lage der Erosionsbasis stark eingeschränkt werden könnte. Die Grünen AG bemerken, nur ZNO werde als tektonisch wenig beansprucht, nicht zergliedert und vollständig ruhig beurteilt.

Der Kanton SH sieht seine Forderung vom November 2010 nach einer vollumfänglichen Klärung sicherheitstechnischer Fragen nur teilweise erfüllt. Der mit der Bemessung des untertägigen Platzbedarfs einhergehenden Vernetzung von Lagerauslegung und Standortwahl sei in Etappe 2 zu wenig Bedeutung beigemessen worden. Die kommenden Generationen benötigten einen nicht zu knapp bemessenen Dimensionierungsspielraum für Bau, Betrieb, Verschluss und allenfalls Rückholung der Abfälle. Da die Verwendung einer einzigen, auf Raumeffizienz ausgerichteten Lagerauslegung aber den späteren Handlungsspielraum durch knappe Platzverhältnisse unnötig begrenzen könne, seien auch alternative Strategien und Lagerauslegungen bei der Standortwahl zu berücksichtigen. Dabei gehe es v. a. um die Vernetzung der Dimensionierung der Bauwerke (aufgrund von Wärmeabgabe, Gas- und Porenwasserdruck) mit der Bemessung des Platzbedarfs. Die offenen Fragen wie Lagerauslegung bezüglich Temperatur, Gas und Bautechnik, Kombi- vs. getrennte Lager oder Schacht vs. Rampe müssten bis zur provisorischen Standortwahl in Etappe 3 geklärt und ausführlich dokumentiert sein. Für die Standortauswahl in Etappe 3 formuliert er vier Grundsätze: (1) Keine Platzoptimierung, bevor die Temperaturziele für das HAA-Lager durch die Aufsicht bestätigt sind und bis der sicherheitstechnische Vergleich für die SMA-Kavernenquerschnitte abgeschlossen ist. (2) Platzoptimierung nur im Zusammenhang mit Vorteilen für die Sicherheit. (3) Platzreserven so bestimmen, dass die ausführenden Generationen genügend Spielraum bei der finalen Dimensionierung der Lagerfelder haben. (4) Platzreserven durch detaillierte sicherheitstechnische Vergleichsstudien bestimmen.

Die Landesregierung Vorarlberg und das BMNT weisen darauf hin, dass beim Platzbedarf und Platzangebot in den Standortgebieten JO und NL noch grosse Bandbreiten bestehen. Dieses Kriterium könne deshalb erst im Laufe von Etappe 3 bewertet werden. Für das Umweltinstitut München wird das verfügbare Platzangebot massgeblich von der horizontalen Ausdehnung störungsfreien Gesteins abhängen. Darüber werde jedoch bestenfalls am Ende der Etappe 3 ausreichendes Wissen verfügbar sein.

Zwei Einzelpersonen sind der Meinung, die Nagra belege ihre Schlussfolgerung, dass das Platzangebot bei NL nicht ausreiche, nur ungenügend. Weiter kritisieren sie das von der Nagra verwendete Modell mit puzzleartig zwischen Störungszonen angeordneten Lagerkammern. So könne die Nagra einen Standort auch bei Auftreten von wasserführenden Störungszonen im Lagerperimeter «gesundrechnen».

B90/Grüne Waldshut fordert, die Grösse der Anlagen eindeutiger abzuschätzen. Die CVP ZH verlangt eine vertiefte Überprüfung der Flächenreserven im Wirtsgestein. Eine Einzelperson kritisiert, dass zurzeit noch unklar sei, wie gross das Lager überhaupt werde. Zwei Einzelpersonen fordern hierzu, das gTL dürfe nicht grösser gebaut werden, als für die Abfälle der bestehenden KKW nötig. Mehrere Einzelpersonen äussern die generelle Besorgnis, der Opalinuston biete zu wenig Raum für die grossen