Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

des Opalinustons durch Gesteinsdekompaktion. Den dazu verwendeten Erosionsszenarien seien gewisse Unsicherheiten inhärent und sie verlangten nach einer vorsichtigen Einschätzung der Prozesse: Unsicherheiten der Prognose in die Zukunft (bis eine Million Jahre) aufgrund der Beobachtung der Vergangenheit von ca. zwei Millionen Jahren; Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung des Klimas oder neotektonischer Bewegungen sowie der unscharfen Tiefenbestimmung des Wirtgesteins. In Erosionsszenarien für HAA werde im (unwahrscheinlichen) Fall eines glazialen Einschnittes die Oberkante des Wirtgesteins freigelegt oder in andern pessimistischen Fällen nahezu erreicht. Die AG SiKa/KES habe daher eigene denkbare Szenarien mit erhöhten Erosionsraten betrachtet. Dabei schrumpfe das Platzangebot im sogenannten «Basisfall neu» auf 38 % und im «pessimistischen Fall neu» gar auf praktisch null.188 Auch die weiteren Szenarien wiesen für den Standort JO insbesondere wegen der Gesteinsdekompaktion bezüglich Langzeitsicherheit nur sehr kleine oder gar keine Sicherheitsreserven auf. Eine sinnvolle Platzierung eines HAA-Lagers sei so nicht möglich. Der Kanton AG fordert deshalb in Anlehnung an die Empfehlungen des AdK die Klärung bzgl. der Bestimmung der standortgebundenen lokalen Erosionsbasis; der genaueren Bestimmung der Tiefenlage des Wirtsgesteins; der Datierung der massgebenden Terrassensysteme sowie der Auslotung von Möglichkeiten einer Tieferlegung der Lager in JO. Im Wissen um die verbleibenden Unsicherheiten sei eine genügende Sicherheitsreserve in Form von Restüberdeckung einzuplanen.

Für die Grünen AG ist das Standortgebiet JO aufgrund geologischer Untersuchungen für beide Lagertypen ungeeignet. Insbesondere sei eine glaziale Erosion künftiger Eiszeiten absehbar und das Gebiet liege in einer geologisch unruhigen Zone. NWA Schweiz und NWA AG weisen für die Region um den Bözberg auf die belegten, tiefen glazialen Erosionsrinnen (Umiken-Riniken-Rüfenach, Remigen) und der diesbezüglichen Gefahr einer frühzeitigen Freilegung des Lagers hin. Eine Einzelperson drückt ihr Unverständnis für den Vorschlag der Zurückstellung des Standortgebietes NL durch die Nagra angesichts dieser Problematik und der gegenüber JO grösseren Tiefenlage des Wirtgesteins in NL aus. Eine Einzelperson verweist auf die Feststellung der Kantone, die Region sei langfristig erosionsgefährdet.

Nördlich Lägern

Eine Einzelperson zweifelt – speziell für das Standortgebiet NL – an der Seriosität der Untersuchungen bzw. Betrachtungen zu den Erosionsvorgängen infolge von Klimaänderungen und Wetterextremen, sowie auch zu den tektonischen Bewegungen im Zeitraum von bis zu einer Million Jahre. Die Wissenschaft sei zu dieser Beurteilung gar nicht in der Lage.

Zürich Nordost

Mehrere Gemeinden und Organisationen189 und eine Einzelperson begrüssen die Empfehlungen der KNS zur Reduktion der Ungewissheiten bezüglich künftiger Erosionsentwicklungen explizit etwa im Zusammenhang dem Oberrheingraben und einer möglichen Hebung des Südschwarzwaldes. Diesbezüglich erachten der Kanton TG und die Gemeinde Diessenhofen die in den Berichten der Nagra NTB 14- 01 und NTB 14-02-III dargelegten Szenarien als zu optimistisch. Marthalen vermisst eine Präzisierung der Szenarien. Konkret melden die Kantone TG und SH sowie die Gemeinde Diessenhofen Vorbehalte

188 Eine entsprechende Abbildung liegt der Stellungnahme des Kantons AG bei (Abbildung 2).

189 Marthalen, Neuhausen am Rheinfall, Rüdlingen, Thalheim an der Thur, Thayngen; FDP Neuhausen, GLP SH, SP Neuhausen; KPgT, SSV, VPOD SH.