Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2017/92: Beiträge des Bundes an die Olympischen und Paralympischen Winterspiele «Sion 2026» · 51 Seiten
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Olympischen Charta entsprechen über weite Strecken den Grundprinzipien schweizerischer Staatlichkeit, nämlich: direkte Demokratie, Föderalismus und Konkordanz nach innen sowie Neutralität und Humanität nach aussen.
1.3.3 Agenda 2020
Das IOC unternimmt bereits seit einiger Zeit grosse Anstrengungen zur Stärkung der Integrität des Sports. Im Bereich der Korruptionsbekämpfung gehen wesentliche Impulse von Seiten des IOC aus, das hierzu eng mit Gremien der UNO, des Europarates und der OECD zusammenarbeitet. Mit der Verabschiedung der „Agenda 2020“ des IOC im Dezember 2014 wurden Änderungen in der Olympischen Charta vorgenommen, um diesen Aspekten noch stärkere Beachtung zu schenken. So wird u.a. die Governance des IOC gestärkt, indem anerkannte Prinzipien guter Unternehmensführung Eingang in die Ethik-Charta des IOC gefunden haben. Im gleichen Zusammenhang wurde auch das Bewerbungsverfahren für die Durchführung von Olympischen Spielen und den Paralympics zeitgemässer ausgestaltet.
Im Hinblick auf eine Kandidatur für die Winterspiele 2026 sind in erster Linie folgende Änderungen von Interesse:
Das Bewerbungsverfahren orientiert sich vermehrt an den Bedürfnissen der Bewerber und soll damit wesentlich günstiger werden. Möglich wird der Einbezug von entfernteren Durchführungsorten für einzelne Wettbewerbe, in Ausnahmefällen sogar ausserhalb des Durchführungslandes. Möglichst alle Wettkämpfe sollen auf bestehenden Anlagen durchgeführt werden und die Unterbringung der Teilnehmenden kann dezentral erfolgen. Zudem werden die Verträge mit der Bewerberstadt im Sinne von mehr Transparenz künftig veröffentlicht. Das IOC arbeitet neu von Beginn an mit den an einer Kandidatur interessierten Städten und Organisationen zusammen, um gemeinsam möglichst auf deren Möglichkeiten und Bedürfnisse zugeschnittene und kosteneffiziente Spiele zu entwickeln.
1.3.4 Die olympische Bewegung in der Schweiz
Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt. Als einziger Schweizer unter den 241 teilnehmenden Athleten befand sich der Turner Louis Zutter aus Neuenburg, der privat nach Athen reiste und als erster Schweizer eine Goldmedaille gewann. Die erste offizielle Schweizer Delegation nahm erst 1920 in Antwerpen an den Spielen teil. Ab 1924 war das «Schweizerische Olympische Comité» (SOC) für die Selektionen zuständig, im Auftrag des Schweizerischen Landesverbands für Leibesübungen (SLL).
Das SOC und der zum Schweizerischen Landesverband für Sport (SLS) umbenannte SLL fusionierten 1998 zu Swiss Olympic. In der Doppelfunktion als Nationales Olympisches Komitee der Schweiz und als Dachverband des Schweizer Sports schafft Swiss Olympic einerseits bestmögliche Voraussetzungen für sportliche Erfolge auf internationaler Ebene und vertritt andererseits die Interessen des privatrechtlich organisierten Sports. Darüber hinaus verbreitet und verankert Swiss Olympic die olympischen Werte Höchstleistung, Freundschaft und Respekt in der Gesellschaft und setzt sich für einen gesunden, respektvollen und fairen Sport ein. 76 nationale Sportverbände mit 19 500 Vereinen und rund zwei Millionen Sporttreibenden sind dem Dachverband angeschlossen.