Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2017/92: Beiträge des Bundes an die Olympischen und Paralympischen Winterspiele «Sion 2026» · 51 Seiten
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300 000 Zuschauende die Wettkämpfe mitverfolgt. Etwa 8000 Freiwillige haben mitgeholfen, die Paralympischen Winterspiele durchzuführen. Das mediale Interesse an den Paralympics steigt: Sie wurden 2014 in über 55 Ländern im Fernsehen übertragen. An den Paralympics in Pyeongchang 2018 werden rund 670 Athletinnen und Athleten aus 50 Nationen teilnehmen. Zurzeit ist davon auszugehen, dass die Paralympics 2026 in vergleichbaren Dimensionen stattfinden.
2.1.2 Beurteilung des Kandidaturdossiers
Gemäss der Agenda 2020 des IOC lassen die neuen Vorgaben des IOC konzeptionellen Spielraum für erfolgreiche Kandidaturen von mittleren und kleineren Austragungsorten zu.
Das IOC evaluiert eine Kandidatur im Rahmen eines zweistufigen Vorgehens (vgl. Ziff. 2.1.3). Die Winterspiele sollen auf die Entwicklungsstrategie einer Austragungsregion ausgerichtet und möglichst auf bestehenden Anlagen durchgeführt werden. Bisherige Anforderungen wie beispielsweise die Kapazität eines Sportstadions spielen eine deutlich geringere Rolle. Die Kandidaturen für Winterspiele werden künftig in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit dem IOC entwickelt.
Bei dieser Ausgangslage kann die Schweiz mit einer auf schweizerische Verhältnisse und Gegebenheiten ausgerichteten Kandidatur durchaus erfolgreich sein.
2.1.3 Zeitliche Meilensteine der Kandidatur
Damit die Schweiz mit „Sion 2026“ am Auswahlverfahren für die Durchführung der Winterspiele 2026 teilnehmen kann, sind verschiedene Termine des Bewerbungsprozesses des IOC einzuhalten. Auf der Basis der Agenda 2020 wurde das Verfahren gestrafft und damit für die Bewerber vereinfacht. Im September 2017 hat das IOC die Rahmenbedingungen des Kandidaturprozesses für die Winterspiele 2026 publiziert (IOC Candidature Process. Olympic Winter Games 2026. Lausanne, September 2017). Das IOC unterteilt den olympischen Kandidaturprozess neu in zwei Phasen.
Phase 1, die sogenannte Dialogphase, hat im Oktober 2017 begonnen und dauert bis Oktober 2018. In dieser Phase muss die Kandidatur beim IOC durch Swiss Olympic und die Host City Sion offiziell angemeldet werden. Anmeldetermin ist der 31. März 2018. Die verschiedenen Kandidaturprojekte werden durch das IOC begleitet und betreut. Die entsprechenden Kosten werden vom IOC selbst getragen. Im Rahmen dieser Phase müssen dem IOC insbesondere eine Vision für den Anlass, ein Konzept für dessen Ablauf sowie ein Strategieplan unterbreitet werden. Es sind in dieser Phase weder Garantien abzugeben noch finden bereits Präsentationen des Projekts vor IOC-Gremien statt. Bis spätestens Juli 2018 wird der Host-City-Vertrag durch das IOC öffentlich publiziert. Dieser enthält auch den Mindestbeitrag des IOC an die Durchführung der Spiele. Die effektiven Beiträge sind abhängig von den Einnahmen aus dem vom IOC verantworteten TOP-Sponsoren-Programm. Die Phase 1 endet mit dem Entscheid des IOC im Oktober 2018, welche Bewerbungen für die Kandidaturphase eingeladen werden.
Phase 2 (Kandidaturphase) dauert von Oktober 2018 bis September 2019. Bis spätestens am 11. Januar 2019 ist das Kandidaturdossier zusammen mit den erforderlichen Garantien beim IOC zu deponieren. Das IOC beurteilt das Umsetzungskonzept und überprüft, ob die Austragungsorte über die notwendigen finanziellen Ressourcen für die Durchführung des Anlasses verfügen sowie die rechtlichen Grundlagen zum Schutz der Rechte des IOC implementiert