Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2018/6: Vorlage zum Zahlungsrahmen Nationalstrassen 2020-2023 für den Betrieb und den Unterhalt sowie den Ausbau im Sinne von Anpassungen und zu den grösseren Vorhaben im Nationalstrassennetz sowie zum Ausbauschritt 2019 für die Nationalstrassen mit dem dazugehörenden Verpflichtungskredit · 101 Seiten

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Die Mobilität auf der Strasse wächst auch in Zukunft. Gemäss den Verkehrsperspektiven des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE)9 wird die Verkehrsleistung auf der Strasse bis 2040 im motorisierten Individualverkehr (MIV) um 18 % und im Güterverkehr um 33 % ansteigen (jeweils gegenüber der Verkehrsleistung 2010).

Die Nationalstrassen als Rückgrat des Verkehrssystems

Im Jahr 2015 wurden auf den Nationalstrassen 41,6 % der Fahrleistung des gesamten Strassenverkehrs abgewickelt.10 Noch bedeutender sind die Nationalstrassen mit einem Anteil von 69,1 % für den Güterverkehr. Diese Werte sind um ein Vielfaches höher als der Anteil der Nationalstrassen von rund 2,5 % an der Länge des gesamten Strassennetzes.

Auch bei der Entwicklung der Fahrleistung zeigt sich die zentrale Bedeutung der Nationalstrassen: Während die Fahrleistung auf dem gesamten Strassennetz seit 1990 um 29 % angestiegen ist, hat sie sich auf den Nationalstrassen im selben Zeitraum mit plus 119 % mehr als verdoppelt.

Das hohe Verkehrsaufkommen führt zu vermehrter Überlastung auf dem Nationalstrassennetz

Die zentrale Bedeutung der Nationalstrassen widerspiegelt sich auch im Verkehrsaufkommen. Die Auswertung der automatischen Verkehrszählung 2016 zeigt, dass verschiedene Nationalstrassenabschnitte täglich von mehr als 100 000 Fahrzeugen befahren werden.11 Die am stärksten belasteten Nationalstrassen waren die A1 zwischen Genf und Lausanne sowie zwischen Bern und Winterthur und die A2 im Raum Basel (die detaillierten Ergebnisse der Verkehrserhebungen können dem Anhang 2 entnommen werden).

Nebst der Belastung ist auch die Auslastung der Nationalstrassen sehr hoch. Dies zeigt sich am ungebrochen steigenden Trend der Staustunden. 2016 wurden insgesamt 24 066 Staustunden erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum um 5 % entspricht. Der grösste Teil davon entfällt auf Verkehrsüberlastungen (88 %). Bei den baustellenbedingten Staustunden setzte sich der rückläufige Trend fort. Diese verringerten sich dank der Strategie zum Nationalstrassenunterhalt (UPlaNS)12 auf 356 Stunden (–31 %), resp. auf einen Anteil von rund 1,5 %13. Demgegenüber stiegen die unfallbedingten Staustunden erstmals wieder an und zwar auf 2 420 Stunden (+7 %).

9 ARE, Verkehrsperspektiven 2040, Entwicklung des Personen- und Güterverkehrs in der Schweiz.

10 ASTRA, Verkehrsentwicklung und Verfügbarkeit der Nationalstrassen, Jahresbericht 2016.

11 ASTRA, Verkehrsentwicklung und Verfügbarkeit der Nationalstrassen, Jahresbericht 2016.

12 vgl. Ausführungen Anhang 3

13 In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass im Bereich von Baustellen oft kaum verlässlich festgestellt werden kann, ob die Staus auf die Baustelle oder das generell hohe Verkehrsaufkommen zurückzuführen sind.