Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/6: Vorlage zum Zahlungsrahmen Nationalstrassen 2020-2023 für den Betrieb und den Unterhalt sowie den Ausbau im Sinne von Anpassungen und zu den grösseren Vorhaben im Nationalstrassennetz sowie zum Ausbauschritt 2019 für die Nationalstrassen mit dem dazugehörenden Verpflichtungskredit · 101 Seiten
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Fazit
Die Erhebung von 2016 zeigt, dass der Ist-Zustand des Nationalstrassennetzes praktisch dem angestrebten Zielzustand entspricht, sowohl was die Zustandsverteilung als auch was den Durchschnittswert von 1,8 (Zielwert von 1,76) betrifft. Dies ist ein gutes Resultat und zeigt, dass die Unterhaltsstrategie des ASTRA grundsätzlich sachgerecht und angemessen ist.
Eine Einschränkung dieser positiven Beurteilung ergibt sich jedoch bei einer dynamischen Betrachtung: Gegenüber 2008 ist in allen Fachbereichen, für die Vergleichszahlen vorliegen, eine leichte Zustandsverschlechterung feststellbar. Dies bedeutet, dass in den letzten Jahren der getätigte Unterhalt nicht ausreichte, um den Substanzerhalt vollumfänglich sicherzustellen. Es wurde von der Substanz des bestehenden Nationalstrassennetzes gezehrt, was langfristig weder nachhaltig noch wirtschaftlich ist. Diese Entwicklung ist zu stoppen und die für den Unterhalt nötigen finanziellen Mittel müssen prioritär zur Verfügung gestellt werden. Der NAF gewährleistet kurz- und mittelfristig die zusätzlich benötigten finanziellen Mittel.
Gleichzeitig strebt der Bund auch beim Unterhalt die Realisierung von Effizienzgewinnen an. Das ASTRA hat Massnahmen ergriffen, mit denen die vorgegebenen Sparvorgaben berücksichtigt werden können (siehe auch Kapitel 2.1.4.5).
1.6 Zukünftige Engpässe auf dem Nationalstrassennetz
1.6.1 Einleitung
Die Festlegung der Engpässe auf dem Nationalstrassennetz basiert auf dem Prognosezustand 2040 des Nationalen Personenverkehrsmodells, das auf den Verkehrsperspektiven 2040 des ARE16 beruht.
1.6.2 Engpässe 2040
Tägliche Staus und stockender Verkehr während zwei bis vier Stunden auf 125 Kilometern
Im Jahr 2040 werden ohne Gegenmassnahmen rund 385 Kilometer des Nationalstrassennetzes regelmässig überlastet sein. Rund 125 Kilometer entfallen auf die Problemstufe I17, rund 100 Kilometer auf die Problemstufe II18 und rund 160 Kilometer auf die gravierendste Problemstufe III19.
16 ARE, 2016, Perspektiven des Schweizerischen Personen- und Güterverkehrs bis 2040, Technischer Bericht, Bern.
17 Auf einem Abschnitt der Problemstufe I übersteigt die Verkehrsbelastung die verfügbare Kapazität um bis zu 10 %. Auf den betroffenen Strecken kommt es bereits bei kleinsten Störungen zu Stockungen im Verkehrsfluss und zu Stau. Der betroffene Abschnitt ist im Durchschnitt während ein bis sieben Stunden pro Woche überlastet.
18 Auf Abschnitten der Problemstufe II beträgt die Überlastung 10 bis 20 %. Auf diesen stark überlasteten Abschnitten treten stockender Verkehr und Staus bereits täglich während ein bis zwei Stunden auf.
19 Nationalstrassen der Problemstufe III sind um mindestens 20 % überlastet. Auf den betroffenen Abschnitten kommt es täglich während zwei bis vier Stunden zu Staus und stockendem Verkehr.