Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/70: Änderung des Stromversorgungsgesetzes (volle Strommarktöffnung, Speicherreserve und Modernisierung der Netzregulierung) · 99 Seiten
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ralen Stromerzeugungseinheiten wie Wind-, Solar- und Biogasanlagen), Quartierspeicher usw. Neue Geschäftsmodelle können auch dazu beitragen, dass sich die vorhandenen Last- und Verbrauchseinheiten effizienter abstimmen.
Eine wichtige Voraussetzung bei der Integration von Flexibilitäten sind funktionierende Anreizinstrumente. Deshalb ist ein zusätzlicher Indikator unter der Sunshine-Regulierung zu schaffen, der die Anstrengungen der Netzbetreiber beim Einsatz von wirtschaftlichen Smart-Grid-Massnahmen verdeutlicht. Das netzseitige Kostensenkungspotenzial aus der besseren Nutzung von Flexibilitäten wird bezüglich des Einspeisemanagements auf ca. 800 Millionen Franken (über zwanzig Jahre gerechnet) abzüglich Umsetzungskosten geschätzt64. Nicht darin enthalten sind die Kosten des Einspeisemanagements, also insbesondere die Kosten für Ersatzbeschaffungen und etwaige Entschädigungszahlungen der abgeregelten Energiemengen. Hinzu kommen die marktseitigen Potenziale durch neue Geschäftsmodelle.
Messwesen
Längerfristige dynamische Wirkungen können sich auch durch die gesetzlichen Wahlrechte im Messwesen ergeben. Aktuelle Defizite durch erheblich überhöhte Tarife für die Lastgangmessung und Qualitätsdefizite bestehen vor allem bei Endverbrauchern, die über mehrere Verbrauchsstätten verfügen (Grossverteiler usw.), sowie bei grösseren Eigenverbrauchern. Durch hohe Messkosten wird zudem der Ausbau von dezentraler Energieerzeugung gebremst. Erhöhte Messkosten können eine Marktzutrittsschranke sein und die Teilnahme am freien Strommarkt hemmen. Das Recht auf eine freie Wahl des Anbieters schafft vor allem Anreize dafür, dass die bestehenden Anbieter im Bereich der Netzbetreiber, aber auch neue Dienstleister, die Messung zu attraktiven Preisen und zu verbesserter Qualität anbieten.
Sowohl die Entwicklung der Flexibilitäten als auch die gesetzlichen Wahlrechte im Messwesen führen somit zu wirtschaftlichen Vorteilen. Durch die verbesserte Flexibilitätsnutzung können die Inhaber von Flexibilitäten zusätzliche Einkünfte erzielen bzw. müssen geringere Netznutzunsgentgelte zahlen und der Netzausbau kann langfristig effizienter erfolgen, was generelle Rückwirkungen auf die Netznutzungsentgelte für alle Endverbraucher hat. Die Wahlfreiheiten im Messwesen werden zu relevanten Kostensenkungen bei den betreffenden Messkunden führen.
3.3.2 Auswirkungen auf die Beschäftigung und Verteilungseffekte
Aus heutiger Sicht sind aus den Massnahmen keine grösseren Auswirkungen auf die Anzahl der Beschäftigten in der Strombranche zu erwarten. Etwaige strukturelle Anpassungen sollten durch eine vermehrte Arbeitsnachfrage aufgrund neuer Produkte und Dienstleistungen kompensiert werden. Eine alternative Strukturkonservierung wäre längerfristig mit volkswirtschaftlichen Risiken behaftet.
64 Infras (2017), Regulierungsfolgenabschätzung zur Revision Stromversorgungsgesetz (StromVG).