Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2018/89: Multimodale Mobilitätsdienstleistungen · 60 Seiten
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Randregionen / Randzeiten / Service Public
Pro Bahn erachtet die Vorlage als einen Ausbau des Service Publics, wobei auch Berggebiete besser erschlossen werden können, da je einfacher der Zugang zum öV ausgestaltet ist, desto höher auch die Auslastung der Verkehrsmittel sein wird, woraus eine Kostensenkung durch Mehreinnahmen resultiert. Der Kanton Bern sieht einen steigenden Druck auf den herkömmlichen öV-Vertrieb mit einer Kostenoptimierung zu Lasten von Randregionen und wenig technikaffinen Kundengruppen voraus.
Offen ist für den Kanton Bern und den Kanton Neuenburg, inwieweit multimodale Mobilitätsdienstleistungen in Randregionen und zu Randzeiten die Erschliessung verbessern werden und erachten auch Szenarien, wie den Rückgang der öV-Nachfrage und Kostensteigerungen für realistisch. Auch der Kanton Wallis geht davon aus, dass einerseits zum Nachteil der Kundinnen und Kunden und der Randregionen ein gewisser Druck auf die traditionellen Transportunternehmen im Fern- und Regionalverkehr für Kostenoptimierungen entstehen könnte, andererseits jedoch durch multimodale Angebote neues Potential und Alternativen zu den aktuellen Angeboten in den Randregionen, mit Verbesserungen zu Spitzen- und Randzeiten, resultieren könnten. Der VCS befürchtet eine Schwächung des Service Publics, da die Gefahr besteht, dass sich langfristig private Mobilitätsanbieter im Verkehrsmarkt durchsetzen werden und den öV-Unternehmen eine schwächere Rolle zukommt sowie sich eine Verwischung der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Verkehr abzeichnet. Postauto weist darauf hin, dass gerade in Randregionen, zu Randzeiten oder in Nischenmärkten (z.B. Kinder, mobilitätseingeschränkte Personen) für private Unternehmen keine betriebswirtschaftlichen Anreize bestehen, um neue multimodale Angebote zu erbringen, weshalb es hier zusätzliche Massnahmen braucht im Sinne einer Grundversorgung z.B. on Demand öV. Einige fordern Potential und Auswirkungen von multimodalen Angeboten in Randregionen und zu Randzeiten nochmals zu analysieren, da es in der Regel für private Anbieter nicht attraktiv ist (RhB, TVDK).
Umwelt
Für den VCS ist klar, dass Nachhaltigkeitsziele nur durch eine klare Führungsrolle der öffentlichen Hand erreicht werden können. Pro Bahn ist der Ansicht, dass in den multimodalen Mobilitätsangeboten keine emissionsstarken Diesel-/Benzin-/SUV- Sharing-Fahrzeuge angeboten werden sollen.
Kundinnen und Kunden
Die SP und Pro Bahn erachten allenfalls sinkende Ticketpreise zu Gunsten der Kundinnen und Kunden für vorteilhaft.
Daten
Für den Kanton Jura und PostAuto, RhB, TVDK und VöV hängt der Erfolg von multimodalen Angeboten mit der Datenqualität der Vermittler und den technischen Möglichkeiten beim Datenaustausch zusammen. Die Investitionen in diesem Bereich sind entscheidend für den Erfolg des Projekts.