Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2019/14: Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele (JSFVG) · 70 Seiten

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Die regelmässige Nutzung (täglich oder mehrmals pro Woche) des Fernsehers durch Jugendliche liegt in der Schweiz bei 69 %. Rund 29 % der Jugendlichen konsumieren mindestens alle zwei Wochen eine DVD und 52 % gehen mindestens einmal pro Monat ins Kino.

Rund 70 % der Schweizer Jugendlichen geben an, dass sie zumindest ab und zu Videospiele spielen, wobei hierbei der deutlichste Geschlechterunterschied feststellbar ist: 91 % der Jungen spielen Videospiele, während der Anteil bei den Mädchen nur 48 % beträgt. Nach den drei Lieblingsspielen befragt, haben die Jugendlichen am häufigsten First and third Person Shooter Games18 wie Fortnite oder Call of Duty (30 %) angegeben, gefolgt von Sport-Spielen (14 %) wie FIFA oder NHL und Open-World Games19 wie Minecraft (13 %).

In der JAMESfokus-Studie 201720 wurden vom Forschungsteam die Alterseinstufungen der von den Jugendlichen genannten Lieblings-Filme und Lieblings-Games ermittelt und dem Alter der befragten Jugendlichen gegenübergestellt. Es hat sich gezeigt, dass sich die

Jugendlichen bei den Lieblings-Filmen am ehesten an die Altersfreigabe halten (68 %),

während es bei den Lieblings-Games nur 34 % der Jugendlichen sind.

Die MIKE-Studie 201721 hat das Mediennutzungsverhalten von 6- bis 13-jährigen Kindern in der Schweiz untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Fernsehen neben Musikhören und Bücherlesen deren häufigste ausgeübte mediale Tätigkeit ist. Nur 3 % der Primarschulkinder in der Schweiz schauen nie fern. Das Handy ist ihr Lieblingsmedium. 79 % der Kinder nutzen mindestens ab und zu ein Handy, 48 % haben ein eigenes. Das Handy wird vor allem für Games, Musik, das Anschauen von Online-Videos und das Senden/Empfangen von Nachrichten genutzt. Ein eigenes Tablet besitzen 34 % der Kinder. 76 % der Kinder nutzen mindestens ab und zu ein Tablet und 86 % mindestens ab und zu das Internet. Die liebste

Freizeitbeschäftigung mit Medien ist das Gamen. 66 % der Kinder spielen mindestens einmal pro Woche ein Videospiel. 34 % der Kinder fast täglich, nur 10 % spielen nie. Jungen spielen signifikant häufiger Videospiele als Mädchen.

Bezüglich des Einstiegsalters der Internetnutzung lassen sich folgende Entwicklungen identifizieren: Europaweit sinkt das Einstiegsalter beständig. Laut Deutschen Studien22 nutzt bereits jede bzw. jeder vierte Siebenjährige das Internet zumindest mehrmals pro Woche. Die Internetnutzung bei Kleinkindern steigt von 2 % (Einjährige), über 9 % (Zweijährige), 11 % (Dreijährige), 16 % (Vierjährige) bis auf ein knappes Viertel (24 %) bei den Fünfjährigen.

Zudem haben bereits 11 % der Einjährigen, 26 % der Zweijährigen, 31 % der Dreijährigen und 37 % der Vierjährigen Erfahrung mit Apps. Deutsche Kinder sehen durchschnittlich 43

Minuten pro Tag fern (2-3 Jahre: 34 Min., 4-5 Jahre: 52 Min.)

Die allgemeinen Trends der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen lassen sich wie folgt zusammenfassen:23 Das Eintrittsalter für die Nutzung verschiedener elektronischer

18 Laut Wikipedia sind First-Person-Shooter (FPS) «eine Kategorie der Computerspiele, bei welcher der Spieler aus der Egoperspektive in einer frei begehbaren, dreidimensionalen Spielwelt agiert und mit Schusswaffen andere Spieler oder computergesteuerte Gegner bekämpft» (http://de.wikipedia.org/wiki/Ego-Shooter; Stand 19.02.2019).

19 Laut Wikipedia sind Open-World-Spiele «eine Art von Computerspielen, bei denen der Spieler überdurchschnittlich viele Freiheiten und Möglichkeiten besitzt, das Spiel zu spielen. Die Besonderheit bei Open-World-Spielen ist die von Spielbeginn an ungehinderte Bewegungsfreiheit. Somit entscheidet der Spieler selbst, was er wann und wie in der Spielwelt erkunden möchte» (https://de.wikipedia.org/wiki/Open- World-Spiel; Stand: 19.02.2019).

20 Willemse / Genner / Waller / Suter / Süss (2017): JAMESfokus. Filme - Games - YouTuber. Zürich: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW.

21 Genner / Suter / Waller / Schoch / Willemse / Süss (2017): MIKE. Medien / Interaktion / Kinder / Eltern. Ergebnisbericht zur MIKE-Studie 2017. Zürich: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW.

22 Erhebung «Kinder am Tablet - Beobachtungen zur Medienaneignung zwei‐ bis sechsjähriger Kinder» des Deutschen Jugendinstituts (DJI) 2016; Befragung des DJI von Müttern und Vätern mit 1- bis 15-jährigen Kindern 2015; Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: miniKIM 2014.

23 Vgl. Dreyer / Hasebrink / Lampert / Schröder (2013): Entwicklungs- und Nutzungstrends im Bereich digitaler Medien und damit verbundene Herausforderungen für den Jugendmedienschutz. Bern: BSV. S. 25; Waller / Willemse / Genner / Suter / Süss (2016): JAMES. Jugend / Aktivitäten / Medien – Erhebung Schweiz. Zürich: ZHAW.