Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2019/19: Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport · 46 Seiten

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1.1.2 Mit Innovationen im Güterverkehr das Wachstum abfangen

Aufgrund des anhaltenden Wachstums und der begrenzten Kapazitäten der Infrastruktur werden im Güterverkehrsmarkt immer neue Wege gesucht, um Waren effektiv und effizient zu transportieren.

Mit dem totalrevidierten Gütertransportgesetz vom 25. September 20154 (GüTG) wurde eine nachhaltige Entwicklung des Schienengüterverkehrs in der Schweiz angestrebt. Die verschiedenen auf Grundlage des GüTG umgesetzten oder umzusetzenden Massnahmen sollen zu massgeblichen Effizienzsteigerungen und damit attraktiven Angeboten im Schienengüterverkehr führen.

Die Unternehmen im Güterverkehrsmarkt sind gefordert, sich den Herausforderungen der nationalen und internationalen Entwicklungen des Marktes und seines Umfelds zu stellen. Technische Neuerungen, die zu Effizienzverbesserungen führen, können bereits mit bestehenden technischen Lösungen umgesetzt werden. Folgende Neuerungen stehen aus Sicht der Branchenverbände und des Bundesamts für Verkehr (BAV) im Vordergrund und werden durch Investitionsbeiträge für technische Neuerungen im Schienengüterverkehr vom Bund unterstützt:5

 Einsatz automatischer Kupplung: Manuelle Kuppelarbeiten im Rangierbahnhof, auf dem Anschlussgleis und im Formationsbahnhof entfallen.

 Einsatz automatischer Bremsprobe und automatische Übermittlung von betriebsrelevanten Zugdaten: Die physische Abgangskontrolle wird vereinfacht.

 (Teil-)Automatisierung der Nahzustellung («letzte Meile»): Die Bedienung von Anschlussgleisen erfolgt durch den Einsatz teilautonomer Rangierlokomotiven.

Zudem sollen die organisatorischen und unternehmerischen Voraussetzungen verbessert werden, um die mit den technischen Neuerungen verbundenen Herausforderungen besser bewältigen zu können. Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

 Integration der Logistikkette: Technische Neuerungen setzen bei den verschiedenen Stufen der Logistikkette an und fordern von verschiedenen Akteuren Investitionen und Anpassungen an die neuen Produktionsabläufe. Die Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren und Stufen der Wertschöpfungskette muss optimiert werden.

 Investitionsfähigkeit: Die Implementierung technischer Neuerungen setzt die Bereitschaft für Investitionen voraus. Es ist eine verlässliche Koordination der Branchenakteure erforderlich, die die Ausrichtung an den Trends und den damit verbundenen Herausforderungen möglichst sicherstellt.

Daneben werden im schweizerischen Güterverkehr weitere Innovationen getestet, von Drohnen über horizontale Umschlagsysteme und das Aneinanderkoppeln von

4 SR 742.41

5 Gemeinsame Absichtserklärung des Cargo Forum Schweiz CFS, mit seinen Mitgliedsverbänden, des Verbands öffentlicher Verkehr VöV und des Bundesamts für Verkehr. Abrufbar unter www.bav.admin.ch > Themen A – Z > Schienengüterverkehr > Technische Neuerungen im Schienengüterverkehr