Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2019/39: Pa.Iv. 19.401 «Für eine Stärkung der Pflege - für mehr Patientensicherheit und mehr Pflegequalität» · 101 Seiten
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der Welt der Arztpraxen und der ambulanten Pflege vertraut gemacht würden. mfe erachtet es als wichtig, den Gegenvorschlag zu überarbeiten und darin Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsumfelds aufzunehmen. Gemäss mfe müssen die von den Pflegefachpersonen erbrachten Leistungen unbedingt angemessen abgegolten werden. Der indirekte Gegenvorschlag sieht keine Massnahme im Bereich der Abgeltung vor. mfe unterstützt deshalb die entsprechenden Forderungen des Pflegepersonals.
pharmaSuisse unterstützt generell die Anerkennung eines eigenständigen Leistungsbereichs für jeden Beruf der medizinischen Grundversorgung, da die gleiche Augenhöhe als Bedingung für eine wirksame, mitverantwortliche Interprofessionalität gelte. Das KVG solle weder Monopole noch eine Hierarchie der Berufe festlegen, sondern im Endeffekt die maximale Qualität zu den tiefst möglichen Kosten verlangen. Die vorliegende Gesetzesanpassung sei nicht mit Mehrkosten verbunden, weil in jedem Fall eine Bedarfsabklärung vorliegen müsse. Neu sei, dass gewisse Pflegeleistungen der OKP in Rechnung gestellt werden, ohne dass dafür eine ärztliche Anordnung ausgestellt werden müsse. In der Praxis würden schon heute viele Leistungen erbracht werden, bevor die ärztliche Anordnung vorliege. Die heutige gesetzliche Regelung sei widersinnig, erhöhe die Bürokratie und damit die Kosten und solle endlich gesetzgeberisch korrigiert werden.
physioswiss unterstützt die Hauptforderungen der Pflegeinitiative, bedauert aber zugleich, dass die rechtliche Anerkennung der Kompetenzen der Pflegefachpersonen in den Sozialversicherungen und die damit einhergehende angemessene Abgeltung von Pflegeleistungen nicht gebührend berücksichtigt wurden. Es wird gewünscht, dass alle in der Grundversorgung engagierten Gesundheitsberufe gesetzgeberisch an die Hand genommen werden, damit sowohl die Effizienz wie auch die Förderung von Interprofessionalität gesteigert werden könne.
Gemäss der Plattform IP umfasst der indirekte Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative nicht genügend Aspekte, mit denen sich wirklich eine Verbesserung der derzeitigen und künftigen Situation anstreben lässt. Die Plattform IP begrüsst die Anerkennung der Kompetenzen der Pflegefachpersonen und somit die Aufwertung dieses Berufs. Sie fordert die betreffenden Akteure auf, die Kompetenzen und Rollen aller Beteiligten klar festzulegen. Ausserdem müssten die Koordinationsleistungen unbedingt angemessen abgegolten werden.
Ausbildung: Damit die Gesundheitsfachpersonen fähig seien, berufsübergreifend zusammenzuarbeiten, müsse die Interprofessionalität bei allen Berufen mit direktem Patientenkontakt Bestandteil der Aus- und Weiterbildung sein. Es seien noch grosse Anstrengungen notwendig, damit dies zur Norm werde. Die Ausbildungen der Gesundheitsfachpersonen seien gegenwärtig komplex und diese vielschichtige Landschaft behindere die interprofessionelle Bildung der künftigen Pflegenden und Behandelnden. Aus Sicht der Plattform IP könnte eine Angleichung dieser verschiedenen Bildungsgänge die Interprofessionnalität fördern. Die Plattform IP verlangt die Einführung neuer, von den Arbeitgebern unabhängiger Finanzierungsmodelle, um die ambulante Pflege aufzuwerten.
Gestaltung der Tarife für die interprofessionelle Zusammenarbeit: Die Plattform IP möchte eine wichtige offene Frage ansprechen, für die eine angemessene Lösung gefunden werden muss: die Gestaltung der Tarife für die interprofessionelle Arbeit. Das derzeitige Finanzierungssystem, das weitgehend für die einzelnen Berufe festgelegt sei, behindere die interprofessionelle Zusammenarbeit und sehe keine Möglichkeit zur Abgeltung vor. Daher ruft die Plattform IP dazu auf, eingehende Überlegungen anzustellen, damit in naher Zukunft neue Finanzierungsmodelle eingeführt werden können.
Gemäss dem SBK VD zeigt das Beispiel des Kantons Waadt, der vor mehreren Jahren Massnahmen zur Erhöhung der Zahl der Studierenden in der Pflege getroffen hat, dass es mit entschlossenem und energischem staatlichen Handeln möglich ist, in der Schweiz genügend Pflegefachpersonal auszubilden. Die Initiative geht somit von realistischen Forderungen aus, die den Verhältnissen in unserem Land entsprechen. Sie ist auch deshalb notwendig, weil selbst in einem Kanton wie Waadt, der Massnahmen getroffen hat, um den Mangel an Pflegepersonal zu verringern und akzeptable Arbeitsbedingungen zu bewahren, zu viele Personen