Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2019/39: Pa.Iv. 19.401 «Für eine Stärkung der Pflege - für mehr Patientensicherheit und mehr Pflegequalität» · 101 Seiten
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fest, dass einzelne Bestimmungen des aktuellen Vorentwurfs zu weit gingen und zwingend überarbeitet bzw. schlanker ausgestaltet werden müssten.
2.2.8 Übrige Organisationen
AGS, EFS, GELIKO, KLS, PHS, SPO begrüssen, dass der Handlungsbedarf für die Sicherung der pflegerischen Versorgung endlich unbestritten sei und die Thematik mit grosser Ernsthaftigkeit angegangen werde. Die Stellungnehmenden verweisen auf die Stellungnahme der SBK und sind wie dieser besorgt, weil der vorliegende Gegenvorschlag nur zwei der vom SBK genannten Punkte anpacken wolle. Vorgaben zu einer sicheren und bedarfsgerechten Personalausstattung und besserer Arbeitsplatzbedingungen erachtet AGS als unerlässlich. Werde die Abgeltung bestimmter Pflegeleistungen durch die OKP zukünftig keine ärztliche Anordnung mehr voraussetzen, so würden dadurch die Kompetenzen der Pflegefachpersonen nicht erweitert. Es sei nicht Teil des KVG, Kompetenzen zu regeln oder zuzuordnen. Dies sei derzeit eine Aufgabe der Kantone und bilde in absehbarer Zeit Gegenstand des Gesundheitsberufegesetzes (GesBG). Mit einer Neuregelung sei auch sicherzustellen, dass der stossende Status der Pflege als Hilfsberuf endlich abgeschafft werde.
Gemäss Desmedt hängt die Attraktivität eines Berufs von der Bildungsstufe, der Entlöhnung und vom Status ab. Als beste Strategie gegen den Mangel an Pflegefachpersonal hat sich die Einführung der FH erwiesen. Wird das Arbeitsumfeld verbessert und für den Einstieg in den Beruf ein Bachelorabschluss verlangt, wird sich der Bedarf verringern (die Hochrechnungen im Bericht beruhen auf dem bestehenden HF-FH-Modell und berücksichtigen den derzeitigen Wandel in der Arbeitswelt nicht). Die Forschung bestätigt, dass in Einrichtungen, in denen die Kompetenzen der FH-Stufe entsprechen, bei den Pflegefachpersonen ein geringeres Risiko besteht, dass sie an einem arbeitsbedingten Burnout erkranken – was eine Gefahr für die Patientensicherheit und ein Problem für die Personalbindung darstellt – oder dass sie mit ihrer Arbeit unzufrieden sind, was zu kostspieligen Personalwechseln und zum Mangel an Pflegefachpersonal beitragen kann.
Die EKF stellt fest, dass die Volksinitiative ein Thema aufgreife, welches die Kommission seit ihrer Entstehung vor über vierzig Jahren umtreibe, nämlich die geschlechtsmässig äusserst ungleiche Verteilung der Care Arbeit − ein Umstand, der erkläre, weshalb diese Arbeit, trotz ihrer existentiellen Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft, nach wie vor zu einem grossen Teil entweder unbezahlt oder aber unterbezahlt geleistet werde. Die EKF begrüsst hier nachdrücklich die Stossrichtung der Initiative des SBK und unterstützt dessen eigene Vernehmlassungsstellungnahme.
OdASanté begrüsst die Bestrebungen, die Ausbildungen im Bereich der Pflege zu stärken und damit den steigenden Bedarf an Pflegefachleuten Rechnung zu tragen. Die Ausweitung und Verankerung von eigenverantwortlichen Handlungsbereichen der Pflegefachleute, sowie die Förderung von interprofessioneller und effizienter Arbeitsorganisation führt aus der Sicht OdASanté zur Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe und entlaste gleichzeitig die Kosten im Gesundheitswesen. Beiträge an die Studierenden, speziell aber nicht ausschliesslich an die Quereinsteiger ist für OdASanté eine wichtige Massnahme, um die Ausbildungszahlen dem Bedarf entsprechend zu erhöhen. OdASanté unterstützt daher die parlamentarische Initiative und lehnt die Nichteintretensanträge der Minderheit klar ab.
Der SGB setzt sich für die Gleichstellung von Menschen mit einer Hörbehinderung ein. Insbesondere kämpft er für die Gleichstellung im Gesundheitswesen. Aktuell sei das Pflegepersonal für die Kommunikation mit gehörlosen Patienten nicht sensibilisiert. Sensibilisierung- und Gebärdensprachkurse müssten Teil des Ausbildungsangebots werden. Insbesondere müssten im Rahmen der Ausbildung Kurse über das Kommunikationsverhalten mit Menschen mit Hörbehinderung sowie Schulungen, die das Bewusstsein für die Würde, die Autonomie und die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen schärfen, angeboten werden.