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Vernehmlassung 2019/42: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2021-2024 (Kulturbotschaft) · 72 Seiten

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periode – gemeinsam mit interessierten Städten, Kantonen sowie kulturellen Interessenvertretungen – vertiefte statistische Angaben zu erheben und Massnahmen zu prüfen und zu entwickeln.

Erforderliche Zusatzmittel:

Für die Erstellung von Studien und für die Entwicklung von Empfehlungen hinsichtlich der Chancengleichheit von Frauen und Männern im Kulturbereich sind Zusatzmittel in Höhe von insgesamt 300 000 Franken vorgesehen, 75 000 Franken durchschnittlich pro Jahr.

Stärkung der Kohäsion im Inland

Vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Unterschiede, die sich auf die Produktion und Nutzung von Kultur auswirken, ist es von grosser Bedeutung, den Austausch zwischen den verschiedenen sprachlichen und kulturellen Gruppen zu intensivieren und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Zur Stärkung der Kohäsion im Inland sieht Pro Helvetia folgende zusätzlichen Massnahmen vor:

– Kunstvermittlung: Die Förderung der Kunstvermittlung wird inhaltlich neu ausgerichtet. Zusammen mit Partnerinstitutionen (Hochschulen, Kulturinstitutionen, Verbände usw.) sollen mit modellhaften Projekten die kritische Reflexion über künstlerische Produktionen gestärkt und dabei insbesondere die Bedeutung neuer Medien (digitales Schreiben und Publizieren) berücksichtigt werden. Die erweiterte Förderung der Kunstvermittlung wird durch eine Anpassung der Kriterien zur bisherigen Kunstvermittlung finanziert.

– Kulturaustausch / Verbreitung von künstlerischen Werken: Die bisherigen Massnahmen zur Förderung des kulturellen Austausches aus der Kulturbotschaft 2016–2020 sollen weitgehend fortgesetzt werden. Um den Austausch zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen, kulturellen oder demographischen Gruppen künftig auch vermehrt innerhalb einer Sprachregion fördern zu können, wird der Bund darüber hinaus prüfen, ob gemeinsam mit interessierten Städten und Kantonen spartenspezifische interregionale Netzwerke initiiert werden können, die zur verbesserten Verbreitung von künstlerischen Werken insbesondere aus den Bereichen Musik, Tanz und Theater beitragen.

Kulturaustausch international (Verbreitung und Promotion, Stärkung der internationalen Präsenz)

Schweizer Kulturschaffende sind aufgrund des kleinen Binnenmarktes auf internationale Präsenz angewiesen. Diese ist wesentlich für eine erfolgreiche künstlerische Laufbahn, sichert die Finanzierung und eine bessere Verwertung der Werke. Da der internationale Markt nicht leicht zugänglich, finanziell angespannt und hart umkämpft ist, ist eine Intensivierung der entsprechenden Förderung und Promotion erforderlich, weshalb Pro Helvetia in den letzten Jahren neue spezifische Exportinstrumente aufzubauen begonnen hat. Die im Vergleich zum Ausland sehr hohen Lebens- und Produktionskosten in der Schweiz führen zu einem beträchtlichen Wettbewerbsnachteil für das Schweizer Kunstschaffen. Pro Helvetia setzt sich deshalb künftig zum Ziel, die finanzielle Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Kulturschaffenden durch höhere Beiträge an deren Auslandprojekte zu stärken, die institutionellen Partnerschaften mit den Nachbarländern zu intensivieren und die Promotionsmassnahmen den neuen Herausforderungen entsprechend weiterzuentwickeln.

Neben der Fortführung und Optimierung der bestehenden Instrumente wird Pro Helvetia zur Stärkung der Schweizer Kultur im Ausland folgende zusätzlichen Massnahmen ergreifen:

– Ausbau und Erweiterung der Massnahmen hinsichtlich Marktzugang und Wettbewerbsfähigkeit: Eine Herausforderung für die Schweizer Gruppen sind die hohen Produktions- und Lebenskosten in der Schweiz, die Gastspiele im Ausland sehr kostspielig machen, weshalb viele Schweizer Produktionen auf dem internationalen Markt trotz vorhandener Qualität kaum oder nur teilweise konkurrenzfähig sind. Um diesem Problem zu begegnen, hat der Bund in der aktuellen Finanzierungsperiode mit der Unterstützung der Diffusionsarbeit in die Professionalisierung und bessere strategische Planung der freien Gruppen investiert. Die Massnahme zeigt Erfolg, ist aber auf Tourneen in Europa und Tanz- und Theaterprojekte beschränkt. Ausserhalb Europas besteht die Problematik weiterhin. Nachteilig auf die internationale Verbreitung des Schweizer Musikschaffens wirken sich die oftmals prekäre Gagensituation im Ausland beziehungsweise die im Vergleich hohen Lebenskosten in der Schweiz aus. Die seit 2016 eingeführten Massnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die sehr positive Wirkung zeigen, sollen inhaltlich auf den Bereich Musik und geografisch auf Regionen ausserhalb Europas ausgeweitet werden. Zudem wird Pro Helvetia die Präsenz und Sichtbarkeit von Schweizer Werken und Kunstschaffenden an zentralen internationalen Plattformen ausbauen und die für europäische Metropolen entwickelten Promotionsmodelle auf andere Zielregionen ausweiten. Durch eine Beteiligung an den zusätzlich anfallenden Kosten für die Diffusionsarbeit sollen internationale Tourneen für Schweizer Musikschaffende finanziell attraktiver werden.

Erforderliche Zusatzmittel:

Für diese Massnahmen sind Zusatzmittel von insgesamt 1,2 Millionen Franken vorgesehen, durchschnittlich 300 000 Franken pro Jahr.

– Unterstützung von Promotions- und Kooperationsprojekte: Ein nachhaltiger internationaler Kulturaustausch im Sinne der globalen Auswertung des Kulturschaffens erfordert laufend neue Formen der Produktion und Kooperation, welche derzeit in den Förderaktivitäten von Pro Helvetia noch zu wenig Beachtung finden. Dies gilt sowohl für Projekte aus den Aussenstellenländern (Folgeprojekte von Residenzen und Gastspielen/Tourneen) in der Schweiz als auch für Projekte, welche ausserhalb der Aussenstellenländer entstehen. Deshalb sollen künftig internationale Kooperationsprojekte mit Schweizer und internationalen Kunstschaffenden insbesondere in Europa gefördert werden. Zur verstärkten Verbreitung der Werke von Schweizer Kunstschaffenden im Ausland sollen zudem ausserhalb von grossen europäischen Metropolen, in Regionen mit besonders grosser kultureller Dynamik, neue Promotionsmodelle eingeführt werden. Diese sollen den vielversprechenden Kunstschaffenden neue Engagements bzw. Kooperationen ermöglichen.

Flexibilisierung der Residenzangebote: Recherche- und Ateliersaufenthalte ermöglichen Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden den Aufbau individueller Netzwerke sowie neue Produktions- und Vermittlungserfahrungen. Die Verbindungsbüros von Pro Helvetia bieten in den entsprechenden Ländern Recherche- und Ateliersaufenthalte an. Aufgrund der weltweiten kulturellen Entwicklungen besteht das Bedürfnis der Kulturschaffenden nach einem geografischen Ausbau und einer Flexibilisierung der Residenzangebote. Ergänzend zu den bestehenden Residenzangeboten sollen diese künftig gezielt geografisch erweitert und den Bedürfnissen der Kulturschaffenden angepasst werden. Einerseits sollen hierzu die Residenzangebote der Aussenstellen flexibilisiert werden, andrerseits soll die Möglichkeit von selbstorganisierten Reise- und Recherchestipendien geschaffen werden.

Erforderliche Zusatzmittel:

Für diese Massnahmen sind Zusatzmittel von insgesamt 0,9 Millionen Franken vorgesehen, durchschnittlich 225 000 Franken pro Jahr.