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Vernehmlassung 2021/103: Szenariorahmen 2030/2040 für die Stromnetzplanung · 33 Seiten
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Aktenzeichen: BFE-471.3-20/10
[3]. Die «Prosumer» stehen im Zentrum und nehmen aktiv am Energiemarkt teil und der Stromverbrauch in der EU steigt von 3086 TWh im 2015 auf 3422 TWh im 2030 und auf 4029 TWh im 2040 [3]. Durch die vermehrt dezentrale Erzeugung in Europa kann davon ausgegangen werden, dass die weiträumigen Lastflüsse im europäischen Übertragungsnetz geringer sein werden als bei den anderen Szenarien. Genaueres hierzu werden die dem Szenariorahmen nachfolgenden Markt- und Netzsimulationen der Swissgrid zeigen. Das Szenario «ZERO Basis» der EP2050+ mit einem raschen Ausbau der Photovoltaik passt gut zu einer Entwicklung in Europa gemäss dem Szenario «Distributed Energy». Beide Szenarien weisen eine hohe Dekarbonisierung und Dezentralisierung der Stromerzeugung auf.
3.2 Szenario 2: «Divergenz»
Das Szenario «Divergenz» basiert auf dem Szenario «ZERO-Variante A» der EP2050+ mit einer weitest gehenden Elektrifizierung des Energiesystems, kombiniert mit der Strategievariante «aktuelle Rahmenbedingungen», in welcher sich der Ausbau von erneuerbarer Stromproduktion verzögert. Die Divergenz zwischen Stromverbrauch und Erzeugung nimmt zu und führt in der Tendenz zu hohen Anforderungen an die Stromnetze.
Die Elektrifizierung des Verkehrs und der Gebäude wird stärker vorangetrieben als in Szenario 1. Die vermehrte Elektrifizierung erhöht die Stromnachfrage. Dementsprechend resultiert eine Zunahme des Nettostromverbrauchs (2030: ca. 61 TWh und 2040: ca. 69 TWh). Der Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion richtet sich nach den aktuellen Rahmenbedingungen (Strategievariante «aktuelle Rahmenbedingungen» der EP2050+), d.h. die Entwicklung der Stromproduktion geht von den heute in Kraft gesetzten Instrumenten der Energie- und Klimapolitik sowie den heutigen Marktbedingungen und sonstigen Rahmenbedingungen im Strommarkt aus (Stand 01. Januar 2019). In der Folge ist der Ausbau der inländischen Stromproduktion sowie der Ausbau der Photovoltaik wesentlich tiefer als im Szenario 1 (2030: ca. 7,6 GW und 2040: ca. 10,1 GW). Mit diesen Annahmen zu Verbrauch und Erzeugung wird mehr Import von Strom erforderlich sein. Genaueres hierzu werden die dem Szenariorahmen nachfolgenden Markt- und Netzsimulationen der Swissgrid zeigen.
Bezüglich der Entwicklung in der EU wird im Szenario 2 auf das Szenario «Global Ambition» des TYNDP2020 der ENTSO referenziert. «Global Ambition» ist ein Top-Down-Szenario, welches mit dem 1.5 °C-Ziel durch vermehrte zentrale Erzeugungsanlagen kompatibel ist, die durch den Skaleneffekt günstiger werden. Dies sind zum Beispiel Offshore-Windkraft-Anlagen im Norden und grosse Photovoltaik-Anlagen im Süden von Europa, wobei die Photovoltaik im Jahr 2030 10 % und im Jahr 2040 13 % und die Windkraft 32 % bzw. 45 % im Produktionsmix ausmacht [3]. Dies führt insgesamt zu erhöhten Transitmengen zwischen den europäischen Ländern und der Stromverbrauch in der EU steigt im Jahr 2030 auf 3213 TWh und im Jahr 2040 auf 3426 TWh [3]. Eine Entwicklung gemäss «ZERO-Variante A» der EP2050+ mit einer hohen inländischen Stromnachfrage in Kombination mit einem geringeren Ausbau der Stromproduktion in der Schweiz ist im Zusammenspiel mit dem europäischen Szenario «Global Ambition», welches zu erhöhten Transitmengen innerhalb Europas führt und aus Sicht der Netze der Netzebenen 1 und 3 als auslegungsrelevant zu betrachten ist (hohe Anforderungen).
3.3 Szenario 3: «Sektorkopplung»
Beim Szenario «Sektorkopplung» wird das Szenario «ZERO-Variante B» und Strategievariante «ausgeglichene Jahresbilanz bis 2050» der EP2050+ angenommen. Zur Energieversorgung tragen Biogas und synthetische Gase sowie Wasserstoff in erhöhtem Masse bei und bilden somit einen anderen Pfad zur Klimaneutralität der Schweiz bis 2050 ab.
Viele Entwicklungen sind identisch mit dem Szenario 1, aber mit einer schwächeren Elektrifizierung des Energiesystems. Der Nettostromverbrauch steigt nur moderat auf ca. 59 TWh im 2030 und ca. 62 TWh im 2040. Ein Zubau von Gasturbinen unter Einsatz von Wasserstoff mit ca. 2’500 MW bis 2040 in «ZERO-Variante B» sorgt für mehr gesicherte Leistung in der Schweiz. Die Anlagen leisten gemäss den EP2050+ jedoch einen vergleichsweise geringen Beitrag zur Energieerzeugung. Der höhere Einsatz von strombasierten Gasen in der «ZERO-Variante B» sorgt für höhere Energieimporte im Vergleich zur Basisvariante, da kostengünstige Potenziale zur Herstellung strombasierter Energieträger im Inland beschränkt sind.
14/33 BFE-D-433E3401/362