Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2021/117: Änderung der Eigenmittelverordnung (Basel III) · 106 Seiten
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Erläuternder Bericht zur Änderung der Eigenmittelverordnung – Nationale Umsetzung der abgeschlossenen Basel-III-Reformen
neutrale Umsetzung der Reform angestrebt. Die Resultate einer von März bis Mai 2021 durchgeführten quantitativen Wirkungsstudie (Quantitative Impact Study, QIS) zeigten auf, dass dieses Ziel erreicht wird.
1.3 Rechtsvergleich
Für den Rechtsvergleich wurden die Regulierungsentwürfe zur Umsetzung von Basel III final in Australien12, der EU13, Hongkong14, Kanada15 und Singapur16 berücksichtigt. In Australien, Hongkong, Kanada und Singapur ist eine grundsätzliche Inkraftsetzung der angepassten Regulierung auf 1. Januar 2023, in der EU hingegen auf 1. Januar 2025 vorgesehen.
2 Kreditrisiken
2.1 Beantragte Neuregelung
Bei der Finalisierung des Basler Mindeststandards zur Eigenmittelunterlegung von Kreditrisiken verfolgte der BCBS17 das Ziel, die Vergleichbarkeit zwischen Banken innerhalb von und zwischen den Jurisdiktionen zu erhöhen und den Standardansatz für Kreditrisiken als passende Alternative und Ergänzung zum auf internen Ratings basierenden Ansatz (Internal Ratings-based Approach, IRB) weiterzuentwickeln. Dabei musste ein Mittelweg zwischen Einfachheit und Risikosensitivität gefunden werden. Ausgewählte Punkte der beantragten Neuregelung in der E-ERV werden im Folgenden kurz umrissen.
Sorgfaltsprüfung
Als Erkenntnis aus der Finanzkrise 2007–2009 soll der neue Art. 63a bezwecken, dass die Banken externe Ratings von Ratingagenturen nicht mechanisch anwenden. Dieses Prinzip gilt künftig allgemein, aber speziell bei Forderungen gegenüber Banken und Unternehmen und bei gedeckten Schuldverschreibungen. Wird ein externes Rating verwendet, so hat die Bank daher künftig im Rahmen einer Sorgfaltsprüfung zu beurteilen, ob das angewandte Risikogewicht tatsächlich angemessen ist. Im gleichen Kontext sollen auch die Anforderungen erhöht werden, unter denen Ratingagenturen durch die FINMA anerkannt werden können.
Anpassungen bei bestehenden Positionsklassen
Zur Erhöhung der Risikosensitivität, aber auch zur Behebung bestehender Mängel des Standardansatzes für Kreditrisiken werden bei bestehenden Positionsklassen diverse Anpassungen vorgesehen: Instrumente mit Beteiligungscharakter (Art. 4 und 63 sowie Anhang 4 Ziff. 1.3–1.5), ausgefallene Positionen (Art. 63 und Anhang 3 Ziff. 5), Banken (Art. 68, 68a und 69 sowie Anhang 2 Ziff. 4), Unternehmen (Art. 70 und Anhang 2 Ziff. 6), Retailpositionen (Art. 71 und Anhang 3 Ziff. 1), direkt und indirekt grundpfandgesicherte Positionen (Art. 72–72g und
12 Australien (2021): Prudential Practical Guide, Draft APG 110 Capital Adequacy, Draft APG 112 Standardised Approach to Credit Risk, Draft APG 113 Internal Ratings-based Approach to Credit Risk, Draft APG 115 Standardised Measurement Approach to Operational Risk, Australian Prudential Regulation Authority (APRA), November 2021.
13 EU (2021): Proposal for a Regulation of the European Parliament and of the Council amending Regulation (EU) No 575/2013 as regards requirements for credit risk, credit value adjustment, operational risk, market risk and the output floor; European Commission, 27. Oktober 2021.
14 Hongkong (2020): Implementation of the Basel III Final Reform Package, Consultation paper CP 20.02, Hong Kong Monetary Authority (HKMA), November 2020.
15 Kanada (2021): Draft Guideline, Capital Adequacy requirements (CAR), Leverage Requirements (LR), Office of the Superintendent of Financial Institutions Canada (OSFI), März 2021.
16 Singapur (2021): Draft Standards for Credit Risk Capital and Output Floor Requirements for Singapore-incorporated Banks, Consultation Paper P003-2021, Monetary Authority of Singapore (MAS), März 2021.
17 Revisions to the Standardised Approach for credit risk, abrufbar unter: https://www.bis.org > Committees and associations > Basel Committee on Banking Supervision > Publications > Revisions to the Standardised Approach for credit risk.