Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2021/35: Erwachsenenschutzrecht – Änderung des ZGB · 43 Seiten
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Ergebnisbericht Vernehmlassung: Änderung des Zivilgesetzbuches (Erwachsenenschutz)
Die vorgeschlagene Erweiterung der gesetzlichen Vertretungsrechte im medizinischen Be- reich (Art. 378 Abs. 1 Ziff. 3 und 8 VE-ZGB) wird von 4 Kantonen102, 1 Partei103, 8 Organisati- onen104 und 2 Privatpersonen105 ausdrücklich befürwortet.
4.2.2 Präzisierung des Umfangs des gesetzlichen Vertretungsrechts (Art. 374 Abs. 2 und 3 VE-ZGB)
10 Kantone106, 1 Partei107, 7 Organisationen108 und 2 Privatpersonen109 begrüssen den Ver- zicht auf die Abgrenzung zwischen ordentlicher und ausserordentlicher Verwaltung in Artikel 374 Absatz 2 Ziffer 2 VE-ZGB, zum Teil weil es sich dabei um unscharfe Begriffe handle110, zum Teil weil damit eine Konkretisierung111 bzw. eine Erweiterung des Vertretungsberei- ches112 erfolge. Vereinzelt wird dieselbe Klärung in Bezug auf vorsorgebeauftragte Personen gewünscht.113 Auch im Rahmen der zustimmungsbedürftigen Rechtsgeschäfte von Bei- standspersonen könnte eventuell auf diese Abgrenzung verzichtet werden.114 Dadurch wür- den insbesondere die Finanzinstitute von der Obliegenheit befreit, nachzuprüfen, wie eine be- stimmte Rechtshandlung im Gesamtkontext eines Einkommens oder Vermögens zu
gewichten ist, was nicht oder nur mit übermässigem Aufwand möglich sei.115 Damit bestehe aber auch das Risiko, dass weitreichende Handlungen nicht mehr verhindert werden könnten: So wäre beispielsweise ein Barbezug von CHF 100 und von CHF 1’000'000 neu identisch zu beurteilen.116
Die Streichung von «nötigenfalls» in Artikel 374 Absatz 2 Ziffer 3 VE-ZGB wird begrüsst,
wenn überhaupt kommentiert.117
Der Umfang der zustimmungsbedürftigen Rechtsgeschäfte nach Artikel 374 Absatz 2 Ziffer 2 i.V.m. Absatz 3 VE-ZGB gab hingegen Anlass zu vielen Bemerkungen in verschiedenen Richtungen:
− 2 Kantone118 und 1 Organisation119 lehnen die vorgeschlagene Ausdehnung des Umfangs des gesetzlichen Vertretungsrechts ab;
102 OW, SZ (S. 1), UR (S. 4), VS (S. 1).
103 Grüne (S. 1).
104 ARTISET (6f.), FMH (S. 1), HES-SO (S. 4), KOKES (S. 3), Pro Mente Sana DE (S. 7), Pro Senectute (S. 4), SAMW (S. 4), UNIGE (S. 5).
105 Maranta/Rosch (S. 7).
106 AG (S. 1), AR (S. 2), BS (S. 2), FR (S. 1), OW, SH (S. 1), SO (S. 1), SZ (S. 1), UR (S. 3), VS (S. 1).
107 SVP (S. 2).
108 ARTISET (S.5), KOKES (S. 2), KSG (S. 2), Pro Senectute (S. 3), Raiffeisen (S. 1), SBVg (S. 2f.), UNINE (S. 3).
109 Maranta/Rosch (S. 6).
110 AR (S. 2), UR (S. 3).
111 AG (S. 1).
112 BS (S. 2), SVP (S. 2).
113 KSG (S. 2).
114 Maranta/Rosch (S. 7).
115 Raiffeisen (S. 2).
116 SBVg (S. 3).
117 BS (S. 2), KOKES (S. 2), Pro Senectute (S. 3).
118 AR (S. 2), UR (S. 4).
119 HES-SO (S. 3f.).