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Vernehmlassung 2021/35: Erwachsenenschutzrecht – Änderung des ZGB · 43 Seiten

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Ergebnisbericht Vernehmlassung: Änderung des Zivilgesetzbuches (Erwachsenenschutz)

Teilnehmende (4 Kantone151 und 1 Organisation152) beantragen daher die Streichung von «amtliche Funktion» oder «berufliche Tätigkeit» aus der Definition. Nur eine Organisation153 begrüsst ausdrücklich den Einbezug von Personen wegen ihrer beruflichen Tätigkeit, nament- lich von Personen, die in der Sozialarbeit tätig sind. Aus Sicht der anderen Teilnehmenden handelt es sich dabei in der Regel um Beziehungen, die von ihrer Natur her formal und hie- rarchisch oder von fachlicher Abhängigkeit geprägt sind, sodass sie sich nicht als Anknüp- fungspunkt für die Qualifikation als nahestehende Person eignen würden154: Das Kriterium der «engen Vertrautheit» setze Gegenseitigkeit und ein Verhältnis auf Augenhöhe voraus.155 Die vorgeschlagene Ausweitung würde zudem zu einer Rollenkonfusion führen, beispielweise für Ärztinnen und Ärzte, die in gewissen Kantonen auch zur Anordnung der fürsorgerischen Unterbringung befugt sind (Art. 429 ZGB).156

Verschiedene Teilnehmende (2 Kantone157,1 Organisation158 und 2 Privatpersonen159) stehen der Legaldefinition kritisch gegenüber. Eine spezifische Definition für das Kindes- und Er- wachsenenschutzrecht sei nicht sinnvoll,160 da diese in den anderen Rechtsbereichen nicht zur Anwendung kommen würde.161 Die vorgeschlagene Definition sei zudem weit und unprä- zis gefasst,162 sodass die Qualifizierung einer nahestehenden Person unnötig die Ressourcen der KESB beanspruchen würde.163 Kritisiert wird auch, dass der Haltung der betroffenen Per- son keine Bedeutung beigemessen werde.164 Da Artikel 446a Absatz 2 VE-ZGB neu die Ver- fahrensbeteiligten festlege, sei die Legaldefinition in Artikel 389a VE-ZGB überflüssig165 bzw. sollte, wenn überhaupt, in das Verfahrensrecht verschoben werden.166

Absatz 2: 2 Kantone167 und 23 Organisationen168 befürworten die gesetzliche Vermutung ge- mäss Artikel 389a Absatz 2 VE-ZGB. Sie entspreche insbesondere der Realität von Men- schen mit einer geistigen Behinderung, die oftmals von Eltern und Geschwistern tatkräftig un- terstützt werden.169 Zu begrüssen sei ausserdem der Einbezug von Grosseltern wie auch

151 AR (S. 3), GE (S. 2), GL (S. 2), NW (S. 5).

152 Pro Mente Sana FR (S. 1).

153 HES-SO (S.5).

154 AR (S. 3).

155 AR (S. 3), NW (S. 5).

156 AR (S. 3).

157 NW (S. 4f.), VD (S. 2).

158 UNINE (S. 4f).

159 Maranta/Rosch (S. 7f.).

160 Maranta/Rosch (S. 7f.).

161 UNINE (S. 4f).

162 VD (S. 2).

163 NW (S. 4f.).

164 Maranta/Rosch (S. 7f.).

165 UNINE (S. 4f).

166 Maranta/Rosch (S. 7f.).

167 FR (S. 3), LU (S. 2).

168 HES-SO (S. 5), 21xInsieme (S. 2), Pro Senectute (S. 4).

169 21xInsieme (S. 2).