Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2021/35: Erwachsenenschutzrecht – Änderung des ZGB · 43 Seiten

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Ergebnisbericht Vernehmlassung: Änderung des Zivilgesetzbuches (Erwachsenenschutz)

im konkreten Fall für den Patienten bzw. die Patientin hilfreich ist oder – wegen des damit verbundenen Vertrauensverlusts – gerade kontraindiziert ist.

Schliesslich sei es nicht nachvollziehbar, weshalb gerade das Geheimnis der Anwältinnen und Anwälte wichtiger sein sollte als dasjenige von Gesundheitsfachpersonen.411 Vereinzelt wird vorgeschlagen, den Vorbehalt des Berufsgeheimnisses in Absatz 2 auf Verfahrensbei- ständinnen und Verfahrensbestände, welche nicht Anwalt sind,412 und auf ehemalige Verfah- rensbeiständinnen und Verfahrensbestände auszudehnen.413

Absatz 3 (Aufhebung des Vorbehalts vom Mitwirkungspflicht für bestimmten Perso- nenkategorien): 3 Kantone414 und 3 Organisationen415 begrüssen die Aufhebung von Absatz

3. Andere Organisationen416 möchten hingegen Absatz 3 in der heutigen Form belassen. Die Wahrung der absoluten Vertraulichkeit ohne Melde-/Mitwirkungspflicht in irgendeiner Form sei insbesondere eine unverzichtbare Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten im Bereich der seelsorglichen Beratung und Betreuung.417

4.7 Präzisierung der Regelungen betreffend Mitteilung und Auskunft über Erwachsenenschutzmassnahmen

4.7.1 Mitteilungspflicht an die Wohnsitzgemeinde (Art. 449c Abs. 1 Ziff. 2 Bst. a VE-

ZGB)

4 Kantone418 und 4 Organisationen419 begrüssen die vorgeschlagene Anpassung der am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Bestimmung und damit die Beschränkung der Mitteilungs- pflicht auf Beistandschaften, welche die Handlungsfähigkeit entziehen oder einschränken, weil dies die Mandatsführung unterstützen und erleichtern würde.

6 Kantone420, 2 Organisationen421 und 2 Privatpersonen422 lehnen hingegen jegliche Mittei- lungspflicht bezüglich Schutzmassnahmen oder eine Einschränkung der Handlungsfähigkeit an die Wohnsitzgemeinde ab:

− Nur die KESB (und nicht die Wohnsitzgemeinde) sei für die Erteilung von Auskünften zu

Schutzmassnahmen und Handlungsfähigkeit an Dritte zuständig.423 Insbesondere sei die Wohnsitzgemeinde nicht legitimiert, «Handlungsfähigkeitszeugnisse» auszustellen.424

411 FMH (S. 3), SAMW (S. 3).

412 Maranta/Rosch (S. 11).

413 BS (S. 6), AvenirSocial (S. 7), KOKES (S. 8).

414 BS (S. 6), OW, SZ (S.1).

415 ARTISET (S. 11), AvenirSocial (S. 7), KOKES (S. 8).

416 AS (S. 1f.), EKS (S. 6).

417 AS (S. 1f.), EKS (S. 4f.).

418 BS (S. 6), LU (S. 4), UR (S. 7), ZH (S. 10).

419 ARTISET (S. 11), Pro Senectute (S. 6), SSV (S. 2), UNIGE (S. 8).

420 AI (S. 2), AR (S. 5), BL (S. 3), GL (S. 3), OW, SZ (S. 1).

421 AvenirSocial (S. 8), KOKES (S. 8).

422 Maranta/Rosch (S. 12).

423 AI (S. 2).

424 AR (S. 5).