Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2024/100: Landwirtschaftliches Verordnungspaket 2025 · 85 Seiten
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Verordnung über koordinierte Massnahmen zur Bekämpfung von Schadorganismen der Kulturpflanzen
Insektenschutznetzen. Häufig ist der Einsatz von Insektiziden erforderlich, um den Schutz der Kulturen zu gewährleisten.
Seit 2015 betreibt das CABI (Centre for Agriculture and Bioscience International) in Delémont eine Forschung, um zu bestimmen, ob es Lösungen für die biologischen Bekämpfung dieses Schädlings gibt. Im Rahmen der Forschungsarbeiten konnte in Japan, dem Ursprungsland des Schädlings, eine Schlupfwespenart Ganaspis kimorum identifiziert werden, die gezielt die Kirschessigfliege angreift.
Anhand von Versuchen, die in Zusammenarbeit mit dem Tessiner Pflanzenschutzdienst in naturnahen geschlossenen Systemen durchgeführt wurden, konnte die hohe Spezifität dieses Parasitoiden für Drosophila suzukii und somit das geringe Risiko, zu dem eine Verbreitung für einheimische Drosophila-Arten führen kann, bestätigt werden. Im Rahmen eines vom BAFU bewilligten Freisetzungsversuchs wurden Parasitoide im Tessin und im Jura freigelassen. Flächendeckende Freisetzungen dieses biologischen Bekämpfungsmittels wurden auch in Frankreich und Italien durchgeführt. Diese Art erfüllt somit die Voraussetzungen nach Artikel 6 dieser Verordnung.
Mit dieser Massnahme sollen die Populationen der Kirschessigfliege reduziert werden, um die Notwendigkeit, Insektizide zum Schutz der Kulturen einzusetzen, zu verringern.
Ziffer 2: Bananenschmierlaus (Pseudococcus comstocki)
Das Auftreten der aus Ostasien stammenden Bananenschmierlaus Pseudococcus comstocki (Kuwana) wurde 2004 in Italien in der Region von Venedig sowie 2005 in Südfrankreich gemeldet. Diese Schmierlaus wurde 2015 in der Schweiz in der Nähe von Riddes (Wallis) beobachtet und hat sich kontinuierlich im Wallis verbreitet. Im Herbst 2019 konnten im Rahmen von Kontrollen im Obstanbau neue mit der Bananenschmierlaus befallene Parzellen nachgewiesen werden, vor allem oberhalb von Saxon. Die Gemeinden, die aktuell von einem Befall betroffen sind, reichen von Martigny bis Siders. Die Bananenschmierlaus ist ein äusserst polyphages Insekt und richtet auf Parzellen, auf denen Birnen, Äpfel, Aprikosen und Pflaumen angebaut werden, die grössten Schäden an. 2021 hat der Kanton Wallis beschlossen, einen Umkreis festzulegen, in dem die Bekämpfung des Insekts obligatorisch ist, und obligatorische Behandlungen für Obstkulturen anzuordnen. Die Zulassungsstelle für Pflanzenschutzmittel hat ihrerseits seit 2019 Ausnahmebewilligungen für Insektizidbehandlungen zum Schutz der Kulturen vor diesem Schädling erteilt.
Zur biologischen Bekämpfung der Bananenschmierlaus können zwei Parasitoide eingesetzt werden: Acerophagus malinus und Allotropa burelli. Das Auftreten dieser beiden Arten wurde 2020 in Parzellen im Wallis beobachtet. Acerophagus malinus wurde in Obstanlagen Anfang Juli 2021 mit Bewilligung des BAFU ausgesetzt. Allotrapa burelli ist in Anhang 2 des EPPO-Standards PM6/3 betreffend biologische Bekämpfungsmittel, die in der EPPO-Region sicher verwendet werden, aufgeführt. Freilassungen erfolgten in Frankreich bereit ab 2016 im Rahmen der biologischen Bekämpfung der Bananenschmierlaus. Diese beiden Arten erfüllen die Voraussetzungen nach Artikel 6 dieser Verordnung.
Mit den Freilassungen wird bezweckt, den Schädling durch natürliche Gegenspieler unter die Schadschwelle zu bringen.
Ziffer 3: Edelkastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilus)
Die Edelkastaniengallwespe ist ein gefährlicher Schadorganismus. Die parasitische Wespe stammt aus China und befällt ausschliesslich Edelkastanien. Die Eiablage in den Knospen führt dazu, dass die befallenen Knospen Gallen bilden, die das Zweigwachstum und den Austrieb der Knospen unterbinden. Dies hat eine reduzierte Marronibildung und eine allgemeine Beeinträchtigung der Vitalität des Baums aufgrund der schütteren Krone zur Folge. Ein Baum kann einen Verlust von 60‒80 Prozent seines Produktionspotenzials erleiden.
Die winzige parasitische Wespe Torymus sinensis ist der natürliche Feind der Edelkastaniengallwespe. Die ersten Freilassungen, die in Japan in den 1970er-Jahren erfolgten, erwiesen sich als erfolgreich, vor allem da Torymus sinensis gezielt die Edelkastaniengallwespe als Wirt aufsucht. In