Erläuternder Bericht - ChemRRV (Dünger)
Vernehmlassung 2025/123: Verordnungspaket Umwelt Herbst 2026 · 11 Seiten
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versauernden Einträge der letzten Jahrzehnte langanhaltende Auswirkungen auf die Wälder und die Waldböden haben.
Aus diesen Gründen sind weitere Massnahmen notwendig, um die bereits eingetretenen Auswirkungen wie die Nährstoffverluste zu kompensieren und Schäden zu reduzieren. Dazu eignen sich gewisse waldbauliche Massnahmen und die Kalkung von Waldböden. Die Kalkung von Waldböden kann stark versauerte und sanierungsbedürftige Böden verbessern. Im Ausland (z. B. Deutschland) liegen diesbezüglich breite und langjährige Erfahrungen vor13. Mehrere Studien berichten sowohl von negativen als auch von positiven Effekten der Kalkung auf die Biodiversität14. Insbesondere auf natürlicherweise bodensauren Standorten können Kalkungen die entsprechend spezialisierte Fauna und Flora beeinträchtigen.
Die Verwendung von Düngern ist bereits heute in der ChemRRV geregelt. Gemäss Anhang 2.6 Ziffer 3.3.1 Absatz 5 ChemRRV ist die Verwendung von zugelassenen Düngern im Wald sowie auf einem Streifen von drei Metern Breite entlang der Bestockung verboten. Nur ausnahmsweise und unter bestimmten Voraussetzungen kann die zuständige kantonale Behörde die Anwendung von zugelassenen Düngern im Wald und in einem Streifen von drei Metern Breite entlang der Waldbestockung ausserhalb von Grundwasserschutzzonen bewilligen, z. B. auf kleinen Flächen im Rahmen wissenschaftlicher Versuche.
Um die Sanierung von tiefgründig versauerten Waldböden durch Ausbringen von Kalk zu ermöglichen, wird in Absatz 2 ein weiterer Ausnahmetatbestand eingeführt, der die Verwendung von Kalkdüngern in Wäldern ermöglicht. Dieser Ausnahmetatbestand benötigt die Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde. Dabei ist folgendes zu beachten:
4.2.1 Tiefgründige Versauerung
Eine tiefgründige Versauerung ist charakterisiert durch einen pH-Wert (gemessen in reinem Wasser) unter 4.2 und eine Verarmung an Nährstoffen, d.h. die Basensättigung liegt in der Regel unter 20 Prozent im mineralischen Unterboden (B-Horizont). Die tiefgründige Versauerung muss für den entsprechenden Boden nachgewiesen werden. Dabei genügt zunächst die Messung des pH-Werts (in Wasser). Der pH-Wert sollte zunächst an einer möglichst repräsentativen Anzahl Orten innerhalb der zu behandelnden Waldfläche im mineralischen Unterboden gemessen werden. Liegt er unter einem Wert von 4.2, liegt eine tiefgründige Versauerung vor.
Liegt der pH-Wert im Grenzbereich zwischen 4.2 und 5, sollte die Basensättigung in der entsprechenden Bodenschicht an den vier Stellen gemessen werden. Liegt die Basensättigung unter einem Wert von 20 Prozent, liegt eine tiefgründige Versauerung
13 Puhlmann H., Hartmann P., Mahlau L., von Wilpert K., Huber A., Moos J.H., Jansone L., Drews L. 2021. Regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung in den Wäldern Baden-Württembergs. Berichte Freiburger Forstliche Forschung 104.
14 Reif A., Schulze E-D., Ewald J., Rothe, A. 2014. Waldkalkung – Bodenschutz contra Naturschutz? - Waldökologie, Landschaftsforschung und Naturschutz 14: 5–29.