Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2025/76: Bundesgesetz über Cannabisprodukte (Cannabisproduktegesetz, CanPG) – Umsetzung der parlamentarischen Initiative 20.473 · 188 Seiten

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erung durch die Lenkungsabgabe, der nicht gewinnorientierte Verkauf, das umfassende Werbeverbot sowie die neutralen Verpackungen. Aus den Zwischenergebnissen des Pilotversuches «Weed Care» in Basel-Stadt ist bekannt, dass weder die Konsumtage noch die Konsummengen zugenommen haben.210

Die RFA schätzt, dass es zu einer Zunahme der Anzahl Personen, die in den letzten 12 Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert haben, um 10 bis 20 Prozent kommt (bzw. einer Veränderung der 12-Monats-Prävalenz in der Bevölkerung von 7,6 Prozent211 auf 8,4 bis 9,1 Prozent). Es handelt sich dabei primär um Gelegenheitskonsumierende. Auf diese Gruppe entfallen 20 Prozent der konsumierten Gesamtmenge. Die Zunahme erklärt sich insbesondere durch einen Neugierde-Effekt und die Möglichkeit des legalen Bezugs.

Die Gruppe der (fast) täglich Konsumierenden umfasst zwar nur 60 000 Personen, sie verbrauchen jedoch ca. 60 Prozent der konsumierten Menge an Cannabis. Unter dem Strich dürfte durch die preislichen und nicht-preislichen Massnahmen der problematische Konsum mit der vorgesehenen Regelung abnehmen. Es ist zudem zu erwarten, dass das Gesetz sich auch auf die produktespezifische Nachfrage auswirken wird. Dies ist insbesondere auf den Effekt der Lenkungsabgabe zurückzuführen. Eine vom BAG in Auftrag gegebene Modellierungsstudie kommt zum Schluss, dass die Menge THC pro Kopf mit einer Lenkungsabgabe in einem etablierten Markt in 10 bis 15 Jahren gesenkt werden kann. Die Studie zeigt, dass bei Produkten zum Rauchen mit einem Rückgang von 14 bis 16 Prozent, bei Produkten zum Verdampfen von 12 bis 19 Prozent und bei Produkten zur oralen Einnahme von 5 bis 9 Prozent zu rechnen ist.212 Neben der Lenkungsabgabe gibt es weitere Einflüsse, die sich zum jetzigen Zeitpunkt nur sehr begrenzt abschätzen lassen. Dies betrifft unter anderem die Reaktion des illegalen Markts oder die Wirkung nicht-preislicher Massnahmen wie Beratung in den Verkaufsstellen.

Die Produktevielfalt fördert auch einen risikoärmeren Konsum. Erste Erfahrungen aus den Pilotversuchen deuten darauf hin, dass die grössere Vielfalt an schadensmindernden Produkten zwar den Gelegenheitskonsum fördern könnte (Neugierde-Effekt), eine grössere Produktevielfalt aber auch dazu beiträgt, dass vermehrt Produkte, die geringere Konsumrisiken aufweisen (z.B. Produkte zum Verdampfen statt Produkte zum Rauchen) und Produkte mit weniger THC-Gehalt konsumiert werden.213

6.4.2 Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit

Gemäss der RFA ist es sehr wahrscheinlich, dass im Zuge der im Vorentwurf vorgesehenen Regulierungen die negativen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit im Vergleich zum Status quo abnehmen. Die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit sind von den Reaktionen der Konsumierenden auf die verschiedenen Mass-

210 Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt (2025): Cannabisstudie «Weed Care»: Positive Bilanz nach zwei Jahren. Medienmitteilung vom 28.03.2025.

211 BFS (2024).

212 EBP Schweiz (2024).

213 Mavrot, C. et. al. (2024a).