Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2025/76: Bundesgesetz über Cannabisprodukte (Cannabisproduktegesetz, CanPG) – Umsetzung der parlamentarischen Initiative 20.473 · 188 Seiten
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Cannabis aus den Pilotversuchen, welche auch über ein elektronisches Nachverfolgungssystem überwacht werden, in den illegalen Markt gelangt wären.219 Studien haben gezeigt, dass die Legalisierung von Cannabis zu nicht medizinischen Zwecken nur minimale Auswirkungen auf die Anzahl von Schwerverbrechen in Colorado und im Bundesstaat Washington hatte220 und zu einem Rückgang der cannabisbezogenen Kriminalität unter Erwachsenen in Kanada221 geführt hat. Die Verkaufsstellenbegrenzung durch die Kantone sollte es zudem erlauben, auf allfällige Überangebote oder lokalen Cannabistourismus zu reagieren.
Auf die Verkehrssicherheit dürfte sich der Vorentwurf nicht wesentlich auswirken. Durch die leichte Zunahme des Cannabiskonsums (vgl. Ziff. 6.4.1) ist es grundsätzlich denkbar, dass eine geringfügig erhöhte Anzahl Personen unter Cannabiseinfluss ein Fahrzeug lenkt und allenfalls mehr Unfälle verursachen. Andererseits dürften die vorgesehenen Sensibilisierungsmassnahmen betreffend Gefahren von THC im Strassenverkehr sich positiv auf die Verkehrssicherheit auswirken. Die RFA schätzt, dass sowohl eine Zunahme wie auch eine Abnahme denkbar ist.
6.5 Auswirkungen auf die Umwelt
Der Anbau von Cannabis und die Herstellung von Cannabisprodukten zu nicht medizinischen Zwecken sind mit Energie- und Wasserverbrauch, Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung, sowie mit Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln verbunden.222 Da allerdings die geschätzte Anzahl von Betrieben, die sich mittel- bis langfristig etablieren können, klein ist (zwischen 20 und 50), werden nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt erwartet.
Der Anbau von Cannabis zu nicht medizinischen Zwecken unterscheidet sich grundsätzlich nicht vom Anbau der Hanfpflanze zu medizinischen Zwecken. Die Hanfpflanze ist vielseitig nutzbar. Etabliert ist weltweit der landwirtschaftliche Anbau von Öl- und Faserhanf in dichten Feldbeständen, vergleichbar mit Raps oder Sonnenblumen. Blütenhanf erfordert andere Anbauformen, die auf die einzelne Pflanze ausgerichtet sind, vergleichbar mit Hopfen oder Gemüsepflanzen. In der Schweiz werden keine Anforderungen an die Sorte oder an das Saatgut gestellt. Das ermöglicht eine Nutzung von Blütenhanf in der Landwirtschaft. Aus Gründen der Qualität dürfte der Anbau von Cannabisblüten insbesondere im Indoor-Bereich erfolgen und der Anbau von Haschisch und Extrakten auf dem freien Feld. Der Indoor-Anbau von Cannabis ist zwar energieintensiv, umweltrelevante Auswirkungen werden aber aufgrund des geringen Umfangs des Cannabisanbaus insgesamt nicht erwartet. Eine Auswirkung
219 Vgl. Mavrot, C. et. al. (2024a).
220 Lu, R. / Willits, D. / Stohr, M. K. / Makin, D. / Snyder, J. / Lovrich, N. / ... / Hemmens, C. (2021): The Cannabis Effect on Crime: Time-Series Analysis of Crime in Colorado and Washington State, Justice Quarterly, 38(4): 565-595.
221 Callaghan, R. C. / Sanches, M. / Hathaway, A. / Asbridge, M. / Kish, S. J. (2023): Canada's cannabis legalization and adult crime patterns 2015–2021: A time series study, Addictive behaviors, 146.
222 Zheng, Z. / Fiddes, K. / Yang, L. (2021): A narrative review on environmental impacts of cannabis cultivation. Journal of Cannabis Research, 3, 1-10.