Erläuternde Berichte

Vernehmlassung 2025/88: Landwirtschaftliches Verordnungspaket 2026 · 77 Seiten

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Verordnung …

Score auf1. Es geht darum, alternative Lösungen zum Einsatz von Spinosad zu finden und dadurch zu verhindern, dass Schädlinge gegen dieses Produkt resistent werden. Dieser Wirkstoff ist für Nützlinge zwar etwas weniger gefährlich2, birgt aber Risiken für das Grundwasser und die Bienen. Insgesamt ziehen die Vorschläge betreffend Insektiziden keine erheblichen zusätzlichen Risiken für die einzelnen Umweltbereiche nach sich. Sie führen auch nicht dazu, dass grössere Wirkstoffmengen eingesetzt werden, da am Schadschwellenprinzip festgehalten wird. Die vorgeschlagenen Änderungen haben keine entscheidenden Auswirkungen für die Erreichung der Zielvereinbarungen zum Absenkpfad Pflanzenschutzmittel.

Bei Behandlungen mit Drohnen im Rebbau sind die Anwendungsbedingungen und die Sicherheitsabstände zu den Schutzobjekten einzuhalten. Die Änderung bezieht sich ausschliesslich auf die Reduktion der Abdrift im ÖLN. Die Abdrift stellt nur ein geringes Risiko für die Umwelt dar, da Rebparzellen meist an andere grenzen und die Behandlung mit Drohnen üblicherweise für mehrere Parzellen zusammen stattfindet.

Der reduzierte Gewässerabstand für die Anwendung von Fungiziden (4 statt 6 m) im Rebbau trägt dazu bei, die Ausbreitung von Pilzkrankheiten innerhalb der Parzelle zu reduzieren. Der zwingende Einsatz driftreduzierender Massnahmen bei der Applikation minimiert gleichzeitig die Risiken für die Gewässer. Weiter ermöglicht diese Anpassung einen minimalen Pflanzenschutz auf pilzwiderstandsfähigen Sorten (PIWI), um die Bildung von Resistenzen zu verhindern. Der Anbau von PIWI-Sorten soll sich insgesamt positiv auf die Umwelt auswirken.

Biodiversitätsförderflächen (BFF)

Die Zusammenführung von Buntbrachen, Rotationsbrachen und Säumen auf Ackerfläche zu Brachen und Säume vereinfacht die Anlage und Bewirtschaftung dieser Elemente. Dies und die damit zusammenhängende Erhöhung des Beitragsansatzes für die Anlage von Rotationsbrachen und Säumen soll einen Beitrag dazu leisten, dass diese Elemente vermehrt angelegt werden. Damit soll das noch immer grosse Defizit an biodiversitätsfördernden Lebensräumen auf der Ackerfläche vermindert werden. Ein Qualitätsverlust oder eine starke Abnahme der mit Buntbrachen-Mischungen angesäten Flächen ist kaum zu erwarten. Verschiedene Faktoren beeinflussen, ob eher Buntbrachen, Rotationsbrachen oder Säume angelegt werden, zum Beispiel die Erfahrung mit diesen Elementen, die Eignung der Fläche dafür oder die Fruchtfolge.

Die Ausnahme der Uferwiese in Bezug auf die Wendestreifen erleichtert die Umsetzung der Bestimmungen zum Gewässerraum. Wegen des im Vergleich zu anderen BFF-Typen tieferen ökologischen Werts von Uferwiesen und der geringen Fläche von 430 ha in der gesamten Schweiz hat diese Ausnahme keinen nennenswerten Einfluss auf die Biodiversität.

Die Geräte zur detektionsbasierten Applikation von Herbiziden auf BFF bedürfen einer Zulassung.

Diese gewährleistet, dass die Geräte präzise funktionieren und die Biodiversität nicht gefährden.

Produktionssystembeiträge (PSB)

Das Anlegen von Nützlingsstreifen in Dauerkulturen wird attraktiver und deshalb dürften mehr Flächen angelegt werden. Die Flexibilisierung der Nützlingsstreifen auf der Ackerfläche fördert ebenfalls die Teilnahme und es ist mit einem Flächenzuwachs zu rechnen.

Der Einsatz kupferhaltiger Fungizide im Zuckerrübenanbau ist für die Bodenfruchtbarkeit nachteilig, da Kupfer sich im Boden anreichert und die Bodenmikroorganismen beeinträchtigen kann. Die Fungizid-

1Pflanzenschutzmittel mit hohem Risiko, Agroscope, Korkaric M. et al., 2020.

2Nachhaltigkeitsbewertung von Pflanzenschutzvarianten im Getreide- und Kartoffelbau, Agroscope, Mouron P. et al., 2013