Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/18: Änderung der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV) und Totalrevision der Verordnung über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler, Geburtshäuser und Pflegeheime in der Krankenversicherung (VKL) – Umsetzung der Änderung des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG) zur einheitlichen Finanzierung der Leistungen · 52 Seiten
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raum zur Verfügung steht. Vor dem Hintergrund dieser langfristigen Betrachtung empfiehlt es sich, sich an einer über die gesamte Investitionsperiode annualisierten Rendite zu orientieren und die Jahresrenditen nicht als völlig voneinander unabhängig zu betrachten. Mit dem arithmetischen Mittel gelingt es im Gegensatz zum geometrischen Mittel häufig nicht, den tatsächlichen Wert der Renditen wiederzugeben.7
Für die Berechnung des Zinssatzes nach WACC gilt:8
𝑘𝑊𝐴𝐶𝐶 = 𝑅𝐸𝐾 ∗ 𝑘𝐸𝐾 + 𝑅𝐹𝐾 ∗ 𝑘𝐹𝐾
wobei 𝑅𝐸𝐾 und 𝑅𝐹𝐾 der Eigenkapitalquote und der Fremdkapitalquote entsprechen; 𝑘𝐸𝐾 und 𝑘𝐹𝐾 entsprechen den Eigenkapitalkosten und den Fremdkapitalkosten. Die Eigenkapital- beziehungsweise Fremdkapitalquote sind innerhalb der Branche der Spitäler oder allgemeiner der Gesundheitseinrichtungen zu bestimmen.
Die Fremdkapitalkosten können als risikoloser Zinssatz zuzüglich eines als Debt Premium bezeichneten Zuschlags beschrieben werden. Die Eigenkapitalkosten werden anhand des Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelt, welches das Verhältnis zwischen dem Risiko und der erwarteten Marktrendite einer Anlage nach folgender Formel beschreibt:
𝑘𝐸𝐾 = 𝐸(𝑟𝑘) = 𝑟𝑓 + 𝛽𝑙𝑒𝑣 ∗ (𝐸(𝑟𝑀) − 𝑟𝑓)
wobei 𝐸(𝑟𝑘) dem erwarteten Ertrag auf dem Eigenkapital und 𝑟𝑓 der erwarteten risikolosen Rendite entsprechen. 𝐸(𝑟𝑀) − 𝐸(𝑟𝑓) entspricht der erwarteten Marktrisikoprämie, das heisst dem Zuschlag zur risikolosen Rendite, den die Anleger für die Übernahme des Marktrisikos verlangen. Bei 𝛽𝑙𝑒𝑣 handelt es sich schliesslich um das Mass für das systematische (nicht diversifizierbare) Risiko der Anlage / des Unternehmens im Verhältnis zur Marktrendite unter Berücksichtigung der Kapitalstruktur (Leverage).
Der geltende Zinssatz von 3,7 % wurde anhand des WACC-Modells mit folgenden Parametern ermittelt: Eigenkapitalkosten: 6,65 %; Fremdkapitalkosten: 3,15 %, Eigenkapitalquote: 15 %9. Diese Methode zur Berechnung des Zinssatzes soll angepasst werden. Betroffen sind folgende Elemente:
- Eigenkapitalquote: Im Bericht des WWZ wurde die Eigenkapitalquote als Median der Quoten einer Stichprobe von zwölf unterschiedlich grossen Spitälern per Ende 2007 berechnet. Vorliegend wird eine grössere Auswahl von Spitälern
7 Das folgende Beispiel zeigt diese mögliche Verzerrung: Beträgt zum Zeitpunkt t und t + 1 die Rendite+25 % bzw. –20 %, beläuft sich die effektive Rendite über den Zeitraum auf 0 %. Das geometrische Mittel ergibt den korrekten Wert: (1 + 25 %) * (1 – 20 %) – 1 = 0 %. Hingegen überschätzt in diesem Beispiel das arithmetische Mittel den Wert tendenziell: (25 % - 20 %) / 2 = 2,5 %.
8 Im ursprünglichen WACC-Modell werden auch die Unternehmenssteuern berücksichtigt, die vorliegend ausgeschlossen werden.
9 Diese Schätzung erfolgte auf der Grundlage eines Berichts des Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum der Universität Basel WWZ (Zimmermann & Lüthje, 2008) im Auftrag des BAG, in dem der WACC-Satz in einer Bandbreite von 3,5 % bis 4,25 % verortet wurde.