Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/64: Vorlage zur verkehrsträgerübergreifenden Bewältigung der Mobilitätsbedürfnisse: Verkehr ’45 · 147 Seiten
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2.2.2 Funktionsfähigkeit, Verträglichkeit und Resilienz der Nationalstrassen
Der motorisierte Individualverkehr in der Schweiz umfasst 75 Prozent der Verkehrsleistungen im Personenverkehr. Im Personenverkehr entfallen rund 45 Prozent der Fahrleistung auf die Nationalstrassen, im Güterverkehr sind es rund 72 Prozent. Durch diesen Verkehr sind die Nationalstrassen stark belastet. Die Funktionsfähigkeit des Nationalstrassennetzes ist gesamthaft gewährleistet, kommt aber auf besonders stark belasteten Abschnitten – insbesondere in Städten und Agglomerationen – zunehmend an ihre Grenzen.
Der Verkehr auf der Strasse wird weiterhin zunehmen27. Sämtliche Analysen zur Nationalstrasse basieren auf dem Basisszenario. Wichtigste Treiber sind das Bevölkerungs- und das Wirtschaftswachstum. Die Fahrleistungen im Personenverkehr werden auf der Nationalstrasse bis 2050 gemäss dem Szenario «Basis» um 10 Prozent zunehmen. Beim Güterverkehr wird ein Wachstum von 31 Prozent erwartet. Besonders stark ist das Wachstum des Lieferwagenverkehrs, bei dem die Fahrzeugkilometer um 58 Prozent zunehmen sollen. Als Folge dieser Entwicklung wird die punktuelle Überlastung des Nationalstrassennetzes weiter zunehmen. Das ASTRA hat das Nationalstrassennetz für den Zeithorizont 2050 umfassend überprüft. Berücksichtigt wurden drei Bereiche:
• Die Funktionsfähigkeit der Strecken und der Autobahnknoten in Bezug auf Kapazitäten und Zuverlässigkeit;
• Die Verträglichkeit in Bezug auf Siedlungsentwicklung, Lärm, Ortsbild, Fuss- und Veloverkehr sowie Lebensräume;
• Die Störungsanfälligkeit bei Naturereignissen oder Verkehrsunfällen (Resilienz) sowie die Redundanz durch betriebliche Flexibilität.
27 Schweizerische Verkehrsperspektiven 2050, UVEK 2022.