Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/64: Vorlage zur verkehrsträgerübergreifenden Bewältigung der Mobilitätsbedürfnisse: Verkehr ’45 · 147 Seiten
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• Die Umfahrungsprojekte auf der N18 Delémont – Basel, der N23 Grüneck – Meggenhus und der N25 St.Gallen-Winkeln – Appenzell, die der Bund 2020 von den Kantonen übernommen hat, hat das ASTRA im Rahmen von Korridorstudien überprüft. Im Weiteren wurde eine Planungsstudie für die Engpassbeseitigung N13 Reichenau – Rothenbrunnen durchgeführt. Die Ergebnisse sind in die Aktualisierung des STEP Nationalstrassen eingeflossen.
2.2.5 Aktualisierung des STEP Nationalstrassen
2.2.5.1 Umfang und Ausrichtung
Das STEP Nationalstrassen umfasste bislang rund 60 Projekte. Das ASTRA hat das Projektportfolio umfassend überprüft. Die Überprüfung erfolgte nach der vereinheitlichten Methode für die Bewertung von Nationalstrassenprojekten. Im Weiteren flossen die Ergebnisse der Gesamtbeurteilung des Nationalstrassennetzes (vgl. Kap. 2.2.2) und die Priorisierung der Projekte durch die ETHZ (vgl. Kap. 1.4) in die Aktualisierung ein.
Eine bauliche Erweiterung der Nationalstrassen ist insbesondere in folgenden Fällen oftmals unumgänglich:
• Zur Unterstützung der vielschichtigen Anforderungen innerhalb der metropolitanen und der grossstädtischen Agglomerationen. Diese betreffen insbesondere die Entlastung des nachgelagerten Strassennetzes vom Verkehr, die Verbesserung der Lebensqualität in den Siedlungsgebieten und die Aufrechterhaltung funktionsfähiger Nationalstrassen.
• Zur Sicherstellung einer bedürfnisgerechten Anbindung der mittelstädtischen Agglomeration und der Randregionen.
• Zur Sicherung des Zugangs zum europäischen Strassennetz.
• Zur Beseitigung lokaler Problemstellen wie Inhomogenitäten im Strassennetz oder grössere Verträglichkeitsprobleme.
In Frage kommt eine bauliche Erweiterung von Nationalstrassen aber erst, wenn sämtliche Massnahmen zur besseren Nutzung der bestehenden Infrastrukturen wie die Verbesserung des Verkehrsmanagements sowie betriebliche Optimierungen ausgeschöpft sind und wenn die vorgesehenen Angebotsverbesserungen beim öffentlichen Verkehr keinen ausreichenden Beitrag zur Lösung der Kapazitätsprobleme zu leisten vermögen. Zu Verbesserungen des Verkehrsmanagement zählen Massnahmen zur Geschwindigkeitsharmonisierung und Gefahrenwarnung, welche die Verkehrssicherheit erhöhen und die Verkehrsqualität verbessern. Die Pannenstreifenumnutzung als betriebliche Optimierung ist eine von mehreren Massnahmen zur Reduktion der Verkehrsüberlastung auf dem Nationalstrassennetz. Sie dient dazu, Staus auf stark befahrenen Autobahnabschnitten zu reduzieren. Dazu werden die Pannenstreifen so umgestaltet, dass sie in Spitzenzeiten temporär als Fahrstreifen genutzt werden können.
Als Folge der umfassenden Überprüfung schlägt der Bundesrat vor, 31 Projekte aus dem bisherigen STEP Nationalstrassen zu streichen und nicht weiter zu bearbeiten. Die betroffenen Projekte sind im Kapitel 2.2.5.4 aufgelistet. Für die meisten davon soll die Funktionsfähigkeit auch bei einer weiter ansteigenden Verkehrsnachfrage – zumindest für eine Übergangszeit - durch betriebliche Massnahmen, wie zum Beispiel die Umnutzung der Pannenstreifen, aufrechterhalten werden.