Rapport sur les résultats
Consultation 2014/85: Révision partielle de l'ordonnance sur l'assurance-maladie (OAMal) et l'ordonnance sur les prestations dans l'assurance obligatoire des soins en cas de maladie (OPAS) · 147 pages
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Hinweise, Kritiken, Vorschläge, Anträge Verfasser Observations, critiques, suggestions, propositions Auteurs Osservazioni, critiche, suggerimenti, proposte Autori
auswirken.
- Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass je nach Fluss der Geldströme
Währungsschwankungen auftreten können, die stark von den Veränderungen bei den
Kaufkraftparitäten abweichen. Aus unserer Sicht ist es störend, wenn derartige
Schwankungen direkt auf die Arzneimittelpreise durchschlagen. Wir treten deshalb da-
für ein, dass bei der Preisfestsetzung in Zukunft verstärkt die Kaufkraftparitäten und
weniger die sich teilweise willkürlich bewegenden oder vereinzelt gar politisch festgeleg-
ten Wechselkurse Berücksichtigung finden.
Obwohl wir die Vorlage als Ganzes zurückweisen, nehmen wir nachfolgend zu einzel-
nen Detailbestimmungen Stellung. Wir betrachten diese Bemerkungen nicht als Ver-
besserungsvorschläge zur Überarbeitung des vorliegenden, aus unserer Sicht klar
missglückten Entwurfs, sondern als Anregungen für eine grundlegende Neukonzeption
der Vorlage.
Die relevanten Firmen wie MSD l MERCK, NOVOCURE, GEISTLICH, etc. sind als in- Wirtschaftsf novative Unternehmen weltweit bekannt und bedeuten für den Kanton Luzern beachtli- örderung che Anzahl qualifizierter Arbeitsplätze, Innovationsführerschaft, Wertschöpfung für Ge- Luzern werbe, Detailhandel und Hotellerie sowie Top Steuersubstrat. Dieser Erfolg ist u.a. auf
berechenbare und gute Rahmenbedingungen für die Branche zurückzuführen. Für Lu-
zern zahlt sich dieser Erfolg in mehrfacher Hinsicht aus: Die Unternehmen investieren
einerseits in Forschung und Entwicklung, andererseits ist die Branche Wachstumsmotor
und Konjunkturstabilisator, wie die jüngste Wirtschaftskrise gezeigt hat.
Die Wirtschaftsförderung Luzern lehnt die vorliegende Teilrevision zur Einführung eines
neuen Preisfixierungssystems vollumfänglich ab. Wir stützen uns dabei grösstenteils auf
die Ansichten der Verbände des Pharmasektors, der Wirtschaftsverbände, Gespräche
und Rückmeldungen von betroffenen Unternehmen.
Die Teilrevisionen der KW und der KLV sind einerseits aufgrund formeller Kritikpunkte
zurückzuweisen. Das gewählte Anhörungsverfahren mit verhältnismässig kurzer Anhö-
rungsfrist ist unangebracht. Aufgrund der erwähnten volkswirtschaftlichen Auswirkun-
gen, die sich aus der Revision der Verordnungen ergeben, wäre ein ordentliches Ver-
nehmlassungsverfahren mit längerer Frist notwendig. Nur ein solches Verfahren ermög-
licht eine fundierte Stellungnahme inklusive Umfrage der betroffenen Unternehmen.
Das nun gewählte Vorgehen erweckt hingegen den Anschein, dass den Adressaten der
Anhörung eine untergeordnete Rolle im Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess
beigemessen wird. Dieser behördliche Alleingang und Bruch mit den jüngsten, einver-
nehmlichen Lösungsansätzen mit den betroffenen Stakeholdern ist unverständlich. An-
stelle eines institutionalisierten Dialoges zwischen den Behörden und der Branche zeu-
gen die technokratischen, komplizierten Verordnungen vielmehr von einem nicht zielfüh-
renden und letztlich für die gesamte Schweiz schädlichen Misstrauen gegenüber der
Pharmaindustrie. Deshalb ist nach einer materiellen Überarbeitung der beiden Verord-
nungen eine ordentliche Vernehmlassung mit längerer Frist zu eröffnen.
Andererseits sind die vorliegenden Teilrevisionen auch aus materiellen Gründen abzu-
lehnen. Das vorgeschlagene Preisfixierungssystem verstärkt die Abhängigkeit von Wäh-
rungsschwankungen, hält bei den Preisüberprüfungen weiterhin an Preisasymmetrien
fest und installiert ohne Handlungsbedarf eine weitere, reine Kostendämpfungsmass-
nahme. Zudem fehlt im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Preisfixierungsmo-
dells der notwendige Gesamtblick auf die Schweizer Volkswirtschaft. Wer die Medika-
mentenpreise mit der Brechstange unter das Niveau der Referenzländer drücken will,
setzt leichtfertig Arbeitsplätze aufs Spiel und setzt den Grundstein für eine Zweiklas-
sengesellschaft im Gesundheitssystem. Ein qualitativ hoch stehendes Gesundheitswe-
sen mit innovativen Medikamenten für die gesamte Schweizer Bevölkerung braucht ein
ausgewogenes, berechenbares Preisfixierungssystem, das den Standort Schweiz nicht
gefährdet.