Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2001/19: Strafprozessordnung · 108 Seiten

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 Zu Art. 371: Verzicht auf lit. e (Vorfragen zur G¸ltigkeit der Anklage)640 oder lit. f

(Vorfragen zu den Akten und die erhobenen Beweise)641;

 Zu Art. 372: Korrektur in lit. c, weil das Verfahren auch noch eingestellt oder si-

stiert werden kann (vgl. Art. 362 Abs. 6)642; ein Vernehmlasser fragt nach der Berechtigung von lit. c643, ein anderer w¸nscht P‰zisierungen in lit. a644;

 Zu Art. 373 Abs. 1: Verlesen der Anklage nur auf Antrag645; Abs. 2 streichen646.

12.2.2 3. Abschnitt: Einfaches Beweisverfahren (Art. 374f.; Fragenkatalog Ziff. 7.1)

Die Stellungnahmen zum einfachen Beweisverfahren lassen sich wie folgt zusammenfassen:

 24 Vernehmlassern bef¸rworten die Regelung ohne oder ohne wesentliche Ein-

schr‰nkungen647;

 11 stimmen ihr im Grundsatz zu, bringen aber Vorbehalte an648;

 12 lehnen sie ab649;

 1 Kanton macht seine Haltung davon abh‰ngig, ob am Staatsanwaltschaftmodell

festgehalten wird650.

Die Ablehnung wird, abgesehen von der grunds‰tzlichen Opposition gegen zwei verschiedene Arten von Beweisverfahren651, im Wesentlichen und zum Teil nachdr¸cklich mit rechtsstaatlichen Bedenken begr¸ndet. Die mit dem einfachen Beweisverfahren verbundene Einschr‰nkung der Unmittelbarkeit geht f¸r viele zu weit652, insbesondere angesichts der Koppelung des Verfahrens an die einzelrichterliche Zust‰ndigkeit, welche eine Strafkompetenz von bis zu 3 Jahren vorsieht653, und der fehlenden Mˆglichkeit der Beschuldigten, Beweisantr‰ge zu stellen654. Das einfache Verfahren laufe auf eine blosse Willk¸rkontrolle ¸ber das Vorverfahren hinaus, Sinn und Zweck der Trennung von Vor- und Hauptverfahren werde dadurch vereitelt.655

640 StA AG (Pr¸fung bereits nach Art. 362 erfolgt); f¸r Umformulierung (statt ÑG¸ltigkeit der Anklageì den ÑInhalt der Anklage gem‰ss Art. 358ì): BE. 641 ZH, Uni ZH. 642 BL, BE, JU, TG, ZH, StA GE, StA AG. 643 GPS. 644 StA GE (maximale Unterbrechungsdauer festlegen und kl‰ren, ob im Fall der ‹berschreitung Verfahren von vorne beginnen muss). 645 BL, BE (kurze Zusammenfassung, wenn Zuhˆrer da sind), LU, TG, StA AG; anders SKG (Verzicht wegen ÷ffentlichkeitsgarantie problematisch). 646 Weil Zeugen den Saal ohnehin erst zur Aussage betreten: BL, Avocats GE; weil selbstverst‰ndlich: BE. 647 AI, BL, FR, GE, GL, GR, LU, NW, SZ, SO, TG, UR, ZG, ZH, CSP, FDP, LPS, SwissBanking, KSBS, KKPKS, Police VD, Police Lausanne, Stapo SG, STS. 648 AG, BE, NE, SG, TI, VD, VS, SKG, StA AG, Oger ZH, VBJAZ. 649 AR, BS, SH, GPS, SP, AJP, DJS, Avocats GE, Uni SG, EKF, Wyss et al., SPV. 650 JU (Zustimmung, wenn UR-Modell I gew‰hlt w¸rde). 651 AR, BS, SH, CVP, DJS. 652 AR, BS (damit verbunden auch Einschr‰nkung des ÷ffentlichkeitsprinzips), SH, SP, AJP, DJS, SAV, Neustart. 653 GPS, DJS, Avocats GE, SAV. 654 Avocats GE, SAV. 655 DJS; in diese Richtung auch SPV.