Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2004/100: Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr · 169 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 50Fedlex · Erläuternder Bericht

Vernehmlassung der Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr Seite 50 von 169

gramm 'Monitoring Flankierende Massnahmen Umwelt' gestartet. Das Monitoring dokumentiert an sieben Messstandorten (Jura, Mittelland, nördliche und südliche Alpen) die Auswirkungen des Verkehrs auf die Luftqualität und die Lärmbelastung. Die Ergebnisse zeigen die besondere Relevanz der Emissionen des Strassengüterverkehrs im Alpenraum auf Umwelt und Gesundheit. Folgende Detailergebnisse können festgehalten werden:

Der alpenquerende Güterschwerverkehr trägt auf der Strasse zu einem wesentlichen Teil zur Luftbelastung entlang den Transitachsen bei. Die in der Luftreinhalteverordnung29 gesetzlich festgelegten Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10) wurden im Jahr 2003 entlang der Achsen teilweise stark überschritten30. Gerade entlang der Achsen im Alpengebiet (die Strecken Altdorf bis Bellinzona auf der A2 resp. zwischen Bonaduz und Bellinzona auf der A13) ist die Luftschadstoffbelastung trotz geringerem Gesamtverkehrsaufkommen im Vergleich zum Mittelland übermässig hoch. Dies ist weitgehend auf den grösseren Anteil des Güterschwerverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen sowie auf die Faktoren Wetter und Topographie zurückzuführen. Dadurch entstehen lokal hohe Luftschadstoffbelastungen. So bewirkt ein schweres Güterfahrzeug in einem Alpental im Vergleich zum Mittelland im Jahresmittel bis zu drei Mal höhere Luftschadstoff-Immissionen. Vor allem nachts ist die verstärkte Immissionswirkung von Luftschadstoffen in einem Alpental besonders ausgeprägt. Entlang der Transitachsen hat der Güterschwerverkehr im Alpenraum im Jahr 2003 zwar nur 11 % der Fahrleistungen erbracht, gleichzeitig aber 62 % der Stickoxid-Emissionen (NOX) verursacht. Die Hauptquelle für die Stickoxide ist in den betrachteten Tälern der Verkehr.

Aussagen zur Lärmbelastung anhand der Messresultate können erst in den kommenden Jahren gemacht werden. Mit Hilfe der Verkehrszahlen können die Lärmemissionen aber modelliert und die jeweiligen Anteile des Güterschwerverkehrs aufgezeigt werden. Im Jahr 2003 betrug der Lärmbeitrag des Güterschwerverkehrs auf der A2 (Altdorf - Bellinzona) tagsüber fast 42 %, obwohl der Güterschwerverkehr auf diesem Abschnitt nur ca. 13 % der gesamten Fahrleistung erbrachte.

Erwartete Verkehrsentwicklung 2006 - 2015

Das künftige Verkehrsaufkommen an den Alpenübergängen lässt sich nicht exakt vorhersagen, sämtliche Prognosen sind mit einer hohen Unsicherheit belastet. Ebenso wenig können die exakten mengenmässigen Wirkungen der verschiedenen für die Verlagerung eingesetzten Massnahmen bestimmt werden.

Eine verkehrsmodellierende Abschätzung der allgemeinen Entwicklung des alpenquerenden Strassen- und Schienengüterverkehrs sowie der spezifischen Wirkung der verschiedenen

29 SR 814.318.142.1