Bericht Gesetz

Vernehmlassung 2005/35: Verfassungsbestimmung und Bundesgesetz über die Forschung am Menschen · 137 Seiten

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dieser Methode gehört das vorzeitige Einsetzen der Wehen23. Das am wenigsten invasive vorgeburtliche Operationsverfahren ist die Punktion, bei der mittels einer Hohlnadel Flüssigkeit aus den Körperhöhlen des Fötus entnommen wird.

Vorgeburtliche Stammzelltransplantation

Die vorgeburtliche Stammzelltransplantation ist ein in den letzten fünfzehn Jahren entwickeltes Verfahren zur Behandlung genetisch bedingter Krankheiten. Erste Erfolge wurden bei der Bekämpfung des schweren kombinierten Immundefekts (einer Schädigung des Immunsystems) erzielt24. Dabei werden Blut bildende Stammzellen des Vaters oder der Mutter oder Stammzellen von abgetriebenen Föten in die Blutgefässe des Fötus injiziert. Nach einer solchen vorgeburtlichen Behandlung verfügen die Kinder über eine funktionierende Immunabwehr25.

Gentherapie in utero

Die somatische Gentherapie ist eine vorläufig noch experimentelle Therapieform, die die Heilung von Erbkrankheiten durch Austausch eines defekten Gens durch ein intaktes Gen zum Ziel hat26. Eine Krankheit, die dereinst mittels somatischer Gentherapie behandelt werden soll, ist z.B. die Zystische Fibrose, eine schwere Stoffwechselerkrankung. Der Vorteil der pränatalen Gentherapie liegt darin, dass eine Erbkrankheit vor dem Auftreten erster klinischer Symptome angegangen werden kann. Die meisten Therapieversuche werden derzeit an Tieren durchgeführt, bei denen bereits erste Erfolge erzielt werden konnten.

Medikamentöse Therapien

In den letzten Jahren wurden Fortschritte auf dem Gebiet der medikamentösen Behandlung ungeborener Kinder erzielt27. Die schwangere Frau nimmt ein Medikament ein, wodurch präventiv der Ausbruch einer Krankheit beim Ungeborenen verhindert werden soll. Verschiedene Studien haben zum Ziel, die Übertragung von Krankheiten wie AIDS von der Mutter auf den Fötus zu verhindern28. Daneben werden Versuche unter anderem zur Behandlung fötaler Herzrhythmusstörungen sowie des androgenitalen Syndroms (eine Stoffwechselerkrankung weiblicher Föten, die zu einer starken Maskulinisierung führt) durchgeführt.

Behandlung von schwangeren Frauen

Ziel ist es, Therapiemöglichkeiten zu etablieren, die mit möglichst geringen Nebenwirkungen und einem geringen Risiko für den Embryo bzw. Fötus verbunden sind. Die zu behandelnden Krankheiten können schwangerschaftsspezifisch oder -unspezifisch sein. Zu den schwangerschaftsspezifischen Krankheiten gehört die Gestose, eine lebensgefährliche Erkrankung mit massivem Bluthochdruck und Nierenschädigung. Weitere Studien werden mit Heilmitteln durchgeführt, so z.B. Medikamentenstudien zur Unterdrückung des Schwangerschaftserbrechens29. Zu den schwangerschaftsunspezifischen Erkrankungen gehören z.B. Stoffwechsel-,

23 Danzer E et al., Minimal access fetal surgery, in: European Journal of Obstetrics & Gynecology and Reproductive Biology, 2003, S. 3- 13.

24 Touraine JT et al., Reappraisal of in utero Stem Cell Transplantation Based on Long-Term Results, in: Fetal Diagnosis and Therapy, 2004, 19, S. 305-312.

25 Surbek D et al., Vorgeburtliche Stammzelltransplantation zwischen Forschung und Klinik, in: Therapeutische Umschau, 2002, 59, S. 619-623.

26 Zanjani ED et al., The Fetus with a Genetic Defect Correctable by Gene Transfer, in: Harrison MR et al., The Unborn Patient. The Art and Science of Fetal Therapy, Philadelphia 2001, S. 629-636.

27 Koren G et al., Fetal Pharmacotherapy, in: Drugs, 2002, 62, S. 757-773.

28 Koren G et al., Fetal Pharmacotherapy, in: Drugs, 2002, 62, S. 757-773.

29 Koch KL, Frissora CL, Nausea and vomiting during pregnancy, in: Gastroenterol Clin North Am, 2003, Vol. 32, S. 201.