Bericht Gesetz

Vernehmlassung 2005/35: Verfassungsbestimmung und Bundesgesetz über die Forschung am Menschen · 137 Seiten

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Herzkreislauf-, und Atemwegskrankheiten. Die Behandlung von schwangeren Frauen (insbesondere die medikamentöse Therapie30) kann negative Auswirkungen auf den Embryo bzw. Fötus haben und zu Fehlbildungen führen.

1.3.3 Forschung mit biologischem Material und mit Personendaten

1.3.3.1 Einleitung

Alle körpereigenen Stoffe sind biologisches Material, unabhängig davon, ob es von lebenden oder verstorbenen Personen, von Embryonen bzw. Föten oder Totgeburten stammt. Darunter fallen:

- Zellen z.B. Blutzellen, Gameten inklusive der Zellinhalte wie z.B. der Desoxyribonuklein-

säure (DNS, engl. DNA), Ribonukleinsäure (RNS, engl. RNA ),

- Körperflüssigkeiten (z.B. Speichel, Urin),

- Gewebe, d.h. eine funktionelle Einheit gleicher Zellen, (z.B. Lebergewebe),

- Organe (z.B. Herz oder Leber).

Bevor neue Behandlungsmethoden an lebenden Personen getestet werden, werden sie in der Regel zuerst mit biologischem Material untersucht. Auch Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren, Krankheitstyp und -häufigkeit sind mittels Forschung an Materialien nachweisbar. So konnten z.B. durch Forschung mit biologischem Material und mit Daten bestimmte Krebserkrankungen auf chemische Stoffe zurückgeführt werden (z.B. Lungentumore auf Uran und Zigarettenrauch).

1.3.3.2 Herkunft von Materialien und Personendaten

Biologisches Material und Personendaten, die zu Forschungszwecken genutzt werden, fallen meistens im Rahmen diagnostischer Untersuchungen oder medizinischer Behandlungen an, aber auch ausserhalb davon (z.B. Samenspenden). Materialien und Daten, die bei medizinischen Behandlungen wie Biopsien, Operationen, Blutentnahmen, Abstrichen oder bei einer Geburt (Plazenta, Nabelschnur) gewissermassen als «Nebenprodukte» anfallen, können für die Forschung weiter verwendet werden31. Materialien und Daten können jedoch auch extra zu Forschungszwecken entnommen bzw. erhoben werden (vgl. Erläuterungen zu Art. 46). Eine weitere wichtige Quelle für biologisches Material sind Verstorbene. Bei Obduktionen, die durchgeführt werden, um die Todesursache festzustellen, können Teile von Organen oder Gewebe für wissenschaftliche Zwecke entnommen werden. Heute existieren biologische Material- und Datensammlungen unterschiedlicher Grösse (vgl. Erläuterungen zu Art. 48 und 49).

1.3.3.3 Forschungsbereiche

Um einen Einblick in die Vielfalt der Forschungsaktivitäten mit biologischem Material und mit Daten zu bekommen, werden nachfolgend einige Forschungsschwerpunkte vorgestellt.

30 Ward RM, Difficulties in the study of adverse fetal and neonatal effects of drug therapy during pregnancy, in: Semin Perinatol, 2001, Vol. 25, S. 191.

31 Insbesondere in den pathologischen Instituten gibt es Sammlungen mit Gewebeproben und Daten, die im Rahmen von diagnostischen Untersuchungen und Biopsien angefallen sind.