Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2006/22: Gesamtschau FinöV · 138 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 74Fedlex · Erläuternder Bericht

Gleichwohl behält ZEB auch die längerfristige Perspektive im Auge: Die Massnahmen, die der Bundesrat vorschlägt, werden langfristig nutzbar sein, auch wenn dereinst unter günstigeren wirtschaftlichen Bedingungen solche Grossprojekte realisiert und finanziert werden können. Mit den Ausbauten ZEB ist die Kompatibilität zu den unten erwähnten Grossprojekten sichergestellt, wenn die allenfalls später finanzierbar sind und teilweise werden erste Teilelemente umgesetzt (z.B. Raum Olten).

Konkret werden folgende Grossprojekte mit ZEB nicht umgesetzt werden können.

Neuer Juradurchstich / Wisenbergtunnel

Für die Nordwest-Schweiz bringt die Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur Verbesserungen im Fern- wie im Regionalverkehr: Der Halbstundentakt Basel-Zürich wird ergänzt mit Fernverkehrszügen mit Halt im Ergolztal. Das Angebot auf der Relation Basel-Luzern wird beschleunigt und verdichtet, und auch die Züge Basel-Biel via Delémont werden schneller. Gleichzeitig wird auf allen drei Korridoren der Regio S-Bahn (Basel) ein sauberer Halbstundentakt möglich. Auch sind die nötigen Kapazitäten für den Güterverkehr - namentlich für den Transitverkehr - gewährleistet. Mit diesem Angebotskonzept wird die heute doppelspurige Juraquerung (Liestal – Olten) mit ca. 500 Zügen/Tag an die Kapazitätsgrenze stossen.

Der Wisenbergtunnel (zwischen Olten – Sissach oder Liestal) würde neue Spielräume für Angebotserweiterungen für den Personenfernverkehr und die S-Bahn Basel eröffnen. So könnte die Reisezeit zwischen Basel und Olten um rund 5 - 6 Minuten verkürzt werden. Für den Güterverkehr schafft der Wisenbergtunnel Flexibilität in der Verkehrsführung. So könnten gewisse Güterzüge statt über den Bözberg dereinst über das 4-Spur-System Basel – Liestal – Aarau geführt werden.

Um die geschaffene Kapazität in der Juraquerung ausschöpfen zu können, wären zusätzlich grössere Folgeinvestitionen erforderlich. Das gilt sowohl für die Nord-Süd-Transitachse als auch für die Ost-West-Achse (Heitersbergtunnel II). Die Kosten für den Bau des Wisenbergtunnels allein werden auf rund 2 Milliarden Franken veranschlagt, bei einer Realisierungszeit von rund 15 Jahren.

Heitersbergtunnel II

Mit ZEB wird der Abschnitt Rupperswil – Gruemet/Mellingen auf vier Spuren ausgebaut, so dass ab Olten bis zum Heitersbergtunnel ein 4-Spur-System entsteht. Der Abschnitt bis Killwangen (Heitersbergtunnel) verbleibt doppelspurig. Die für ZEB nötige Kapazität auf diesem Abschnitt ist aber dank des Zusammenspiels mit der Achse via Brugg-Baden ausreichend. Die für das Erreichen der Systemfahrzeit Zürich – Biel nötigen Fahrzeitgewinne werden mit der Strecke Chestenberg (Rupperswil – Gruemet/Mellingen) gewonnen.

Ein zweiter Heitersbergtunnel würde weitere Taktverdichtungen (z.B. IC-¼-Std-Takt Zürich – Bern) oder einen signifikanten Ausbau der S-Bahn Zürich Richtung Westen ermöglichen. Dadurch würde eine konsequente Trennung des schnellen und langsamen Verkehrs auf der gesamten Strecke Olten – Zürich ermöglicht, bei gleichzeitiger Entlastung des Abschnittes