Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/95: Zweite Revision der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) · 43 Seiten
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für einen qualitativen Nachweis teertypischer Bestandteile dar. Im Lackansprühverfahren mit anschliessender Fluoreszenz unter UV-Licht wird die Eigenschaft von PAK ausgenutzt, bei UV-Bestrahlung mit einer bestimmten Wellenlänge mehr oder weniger stark zu fluoreszieren. Durch Ansprühen der Ausbauprobe (Bohrkern, Ausbruchstück, Granulat) mit einem geeigneten Lack lassen sich PAK aus der Bindemittelmatrix lösen und im Lackfilm an der Probenoberfläche konzentrieren, sodass sich die Fluoreszenz-Intensität erhöht und diese durch Bestrahlen mit UV-Licht deutlich erkennbar wird. An Geräten und Prüfmitteln werden eine UV-Lampe mit 366 nm Wellenlänge, eine innen schwarz lackierte Dunkelkammer sowie ein handelsüblicher farbloser lösemittelhaltiger Sprühlack benötigt. Umfangreiche Vergleichsuntersuchungen haben gezeigt, dass mit diesem Schnellverfahren bei einer PAK-Konzentration im Ausbaustoff von etwa 50 mg/kg eine noch erkennbare Fluoreszenz auftritt. Dies entspricht einer PAK-Konzentration im Bindemittel von rund 1000 mg/kg. Mit dem Lackansprühverfahren ohne Bestrahlung mit UV-Licht lassen sich PAK-Gehalte im Ausbauasphalt ab etwa 250 mg/kg (5000 mg/kg bezogen auf das Bindemittel) erfassen. Ein Verfahren zur halbquantitativen Bestimmung teerhaltiger Bindemittel ist die Dünnschichtchromatographie (DC). Die Abschätzung des Teer-Gehalts erfolgt durch Vergleich der Fluoreszenz des Chromatogramms der fraglichen Probe mit der Fluoreszenz des Chromtatogramms einer Teerprobe mit bekanntem PAK-Gehalt. Bei einmaliger Entwicklung werden PAK-Gehalte von 50 mg/kg im Ausbaustoff zuverlässig erkannt. Bei zweimaliger Entwicklung lässt sich die Nachweisgrenze halbieren. Der Zeitaufwand für das DC-Verfahren beträgt 20 Minuten.
Für die Akzeptanz der neu vorgeschlagenen Regelung und deren Vollzugstauglichkeit ist es wichtig, dass Ausbauasphalt mit Schnellverfahren auf seinen Teer- bzw. PAK-Gehalt hin überprüft und ein Grossteil der anfallenden Ausbauasphaltmenge ohne zusätzliche Analysen der weiteren Verwendung zugeführt werden kann.
Teerhaltige Deckbeläge und Oberflächenbehandlungen belasten die Umwelt
Ein Deckbelag kann Teer enthalten, wenn teerhaltiges Bindemittel (z.B. Teerbitumen) im Herstellungsprozess verwendet wird, wenn teerhaltiger Ausbausaphalt rezykliert wird oder wenn eine Oberflächenbehandlung mit teerhaltigen Produkten (wie Heissteerpechen, Kaltpechlösungen oder Teermulsionen) vorgenommen wird.
Abriebe von mit Teeremulsionen behandelten Parkfeldern wurden im amerikanischen Austin, Texas, als wichtigste PAK-Quelle in Sedimenten von Gewässern identifiziert, die bei Regenwetter hohe Anteile an Oberflächenabflüssen aus dem urbanen Einzugsgebiet mit sich führen. Bei Beregnungsexperimenten an mit Teeremulsionen behandelten Parkfeldern stellte man im Vergleich zu unbehandelten Flächen in den abgeschwemmten Partikeln im Mittel eine um den Faktor 60 erhöhte PAK-Konzentration fest. In der Folge durchgeführte Labor- und Feldstudien haben gezeigt, dass die in den Gewässersedimenten festgestellte PAK-Kontamination die im Sediment lebenden Organismen schädigen kann. Aufgrund dieser Erkenntnis wurde die Verwendung teerhaltiger Emulsi-
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onen vom Stadtrat von Austin mit Wirkung vom 1. Januar 2006 verboten .
14 Van Metre P.C., Mahler B.J., Scoggins M., Hamilton P.A.: Parking Lot Sealcoat: A Major Source of Polycyclic Aromatic Hydrocarbons (PAHs) in Urban and Suburban Environments. U.S. Geological Survey. Fact Sheet 2005-3147. January, 2006. Mahler B.J., Van Metre P.C., Bashara T.J., Wilson J.T., Johns D.A: Parking Lot Sealcoat: An Unrecognized Source of Urban Polycyclic Aromatic Hydrocarbons. Environ. Sci. Technol. 2005, 39, 5560-5566.