Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/95: Zweite Revision der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) · 43 Seiten
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Anfall und Verwertung von Ausbauasphalt heute
In der Abfallstatistik des BAFU wird die jährlich in der Schweiz anfallende Ausbauasphaltmenge auf ca. 2 Mio. t geschätzt (2004). Die Verwertungswege von Ausbauasphalt werden in einem Bericht der Tiefbau- und Umweltämter der Ostschweizer Kantone dargestellt17. Nach dieser Studie gelangen in der Ostschweiz etwa 45 % der Ausbauasphaltmenge zurück in den Strassenbau. Ein grosser Anteil wird in Verwendungen wie Feld- und Waldwegen oder Zufahrtsstrassen und Plätzen des Hochbaus eingesetzt (35 %). Rund 20 % der Ausbauasphaltmenge werden bei den Aufbereitern zwischengelagert. Für diesen Anteil lässt sich zurzeit keine Verwendung finden. Für die Verwertung in Strassen besteht also ein Überschuss an Ausbauasphalt.
Nach Angaben von Kronig und der EAPA werden in der Schweiz heute bei der Herstellung von Mischgut etwa 0.5 Mio. t Ausbauasphalt heiss verwertet18. Dies entspricht 25 % des Anfalls von Ausbauasphalt. Bei einer Mischgutproduktion von jährlich 5 Mio. t könnten aufgrund der technischen Normen 2.5 Mio. t Ausbauasphalt heiss verwertet werden. Dies geht aus untenstehender Tabelle hervor, die dem Bericht der Ostschweizer Kantone entnommen wurde. Danach beträgt der mögliche Anteil an verwertbarem Ausbauasphalt in einer durchschnittlichen Anlage für Heissmischgut 50 %.
Tabelle: Maximale Anteile Ausbauasphalt in der Jahresproduktion einer durchschnittlichen Anlage
Mischgutsorte Anteil an Zulässiger Anteil Anteil Ausbauasphalt Produktion Ausbauasphalt ge- bezogen auf Jahresmäss techn. Normen produktion
Deckschichten (AC S, AC H) 7 % 0 % 0 %
Deckschichten (AC N, AC L) 20 % 30 % 6 %
Binderschichten (AC B) 5 % 30 % ≈ 2 %
Tragschichten (AC T) 60 % 60 % 36 %
Fundationsschichten (AC F) 8 % 70 % ≈ 6 %
Total 100 % - ≈ 50 %
Zum heiss verwerteten Anteil Ausbauasphalt mit PAK-Gehalten von bis zu 1000 mg/kg (20’000 mg/kg bezogen auf das Bindemittel), der gemäss BAFU-Bauabfall-Richtlinie verarbeitet werden darf, sofern nicht weniger belasteter Ausbauasphalt vorliegt und im Heissmischgut ein PAK-Gehalt von 250 mg/kg (5000 mg/kg bezogen auf das Bindemittel) nicht überschritten wird, liegen keine soliden Daten vor. Überhaupt sind die Daten zum Anfall von teerhaltigem Ausbauasphalt unsicher. Gemäss Bericht der Ostschweizer Kantone betragen die flächenbezogenen Anteile der Strassen mit PAK-Gehalten von weniger als 250 mg/kg, von 250 mg/kg bis 1000 mg/kg und von mehr als 1000 mg/kg 65 % bis 75 %, 20 % bis 25 % sowie 5 % bis 10 %. Auf die gesamte Schweiz bezogen wird die jährlich anfallende Menge an Ausbauasphalt mit PAK-Gehalten von mehr als 250 mg/kg (5000 mg/kg bezogen auf das Bindemittel) auf ca. 400'000 t geschätzt. Davon gelten ca. 50’000 t mit PAK-Gehalten von über 1000 mg/kg (20’000 mg/kg bezogen
17 Sieber Cassina + Partner AG, imp bautest: Harmonisierung Ausbauasphalt Ostschweiz (Stoffflussanalyse – Evaluation von Lösungen und Empfehlungen). Entwurf 12.01.07 (hrsg. Tiefbau- und Umweltämter der Ostschweizer Kantone).
18 Asphalt in Figures 2005, European Asphalt Pavement Association EAPA (http://www.eapa.org/). Kronig M.: Wiederverwendung von Ausbauasphalt im Kaltverfahren. VESTRA-Tagung vom 16. Januar 2002 (Luzern).