Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/95: Zweite Revision der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) · 43 Seiten
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auf das Bindemittel) als Sonderabfälle (VeVa-Code 17 03 03), die bereits heute gemäss Bauabfall-Richtlinie keiner baulichen Verwertung zugeführt werden sollten.
Eine Alternative zur heissen Verwertung von teerhaltigem Ausbauasphalt besteht im Kaltverfahren. Das Kaltmischverfahren ist in Deutschland gängige Praxis. Vom Aufkommen von rund 100'000 t teerhaltigem Ausbauasphalt im Jahre 2004 wurden im deut-
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schen Bundesland Bayern nahezu 100 % verwertet . In der Schweiz ist dieses Verfahren auf Grossbaustellen erprobt. So wurden bei der Erneuerung des Autobahnabschnitts Basel – Augst rund 130'000 t Kaltmischfundationsschichten eingebaut; der Anteil Ausbauasphalt betrug hohe 85 %20. Kaltmischgut wird insbesondere für Fundationsschichten eingesetzt. Rundlaufversuche haben gezeigt, dass sich Heiss- und Kaltmischfundationsschichten aus rezykliertem Ausbauasphalt gleich verhalten wie die analogen Schichten aus Primärbaustoffen21. Die Bestrebungen gehen dahin, Kaltmischgut auch in anderen Belagsschichten einzusetzen. Lösungen werden für Strassen mit geringer Verkehrsbelastung oder für Werkplätze und ähnliche Verwendungen bereits angeboten.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Daten zum Anfall von teerhaltigem Ausbauasphalt, insbesondere jenem mit PAK-Gehalten zwischen 250 mg/kg und 1000 mg/kg (bzw. 5000 mg/kg und 20’000 mg/kg bezogen auf das Bindemittel), und seiner Art der Verwertung unsicher oder lückenhaft sind. Die verfügbaren Daten zeigen aber, dass zum Schutze der Arbeitnehmer vorgesehene Beschränkungen der Heissverwertung von Ausbauasphalt, der einen bestimmten Teergehalt überschreitet, nicht mit dem Ziel kollidieren, Kies-Ressourcen zu schonen und den Anteil Ausbauasphalt im neu produzierten Asphalt möglichst hoch zu gestalten. Einerseits ist der überwiegende Anteil Ausbauasphalt nur wenig mit Teer belastet. Andererseits wird heute der gemäss bautechnischen Normen zulässige Anteil von heiss verwertbarem Ausbauasphalt im neu produzierten Asphalt bei weitem nicht ausgeschöpft. Zudem scheint ein hoher Anteil des Ausbauasphalts ausserhalb des engeren Strassenbaus in technisch weniger anspruchsvollen Verwendungen eingesetzt zu werden, wofür sich auch im Kaltverfahren hergestellte Schichten eignen.
Heissverarbeitung von teerhaltigem Ausbauaphalt belastet Arbeitnehmer
Schon früh haben Messungen gezeigt, dass bei der Heissverarbeitung von teerhaltigen Bindemitteln im Strassenbau PAK in die Luft freigesetzt werden. Für die arbeitshygienische Beurteilung der PAK-Belastung wird in der Regel Benzo[a]pyren als Leitsubstanz beigezogen. Werden Teerpech und Teerbitumen als Binder verwendet, findet man in der Atemluft maximale Benzo[a]pyren-Gehalte von 78 respektive 22 μg/m3. Demgegenüber liegt die Benzo[a]pyren-Exposition bei Verwendung von Bitumen als Binder oft nur un-
19 Abfallratgeber Bayern: Pechhaltiger Strassenaufbruch. Bayerisches Landesamt für Umwelt, November 2006. In Bayern darf Ausbauasphalt mit EPA-PAK-Gehalten > 25 mg/kg nur im Kaltverfahren aufbereitet werden (Bekanntmachung der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern (OBB) vom 18. Juni 2003: „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für die umweltverträgliche Verwertung von Ausbaustoffen mit teer-/pechtypischen Bestandteilen im Strassenbau in Bayern (ZTVuVA-StB By 03) (AllMBl. S. 221), geändert mit der Bekanntmachung vom 19. Juli 2006 (Az. IID9- 43433-001/90).
20 Kummer W.: Einsatz von Recycling-/Sekundärbaustoffen – die Praxis zeigt wie. VESTRA-Tagung 17.01.07.
21 Schweizerisches Handbuch für die Konzeption des Strassenoberbaus. Forschungsauftrag VSS 2000/412. Hrsg. UVEK / ASTRA, April 2005.