Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2008/17: Bundesgesetz über Prävention und Gesundheitsförderung (Präventionsgesetz) und Bundesgesetz über das Schweizerische Institut für Prävention und Gesundheitsförderung · 74 Seiten

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Tabelle 6: Folgekosten von Krankheiten und Unfällen (Daten für 2003 in Milliarden Franken)90 Risikofaktor gesamte direkte Kosten im indirekte immaterielle soziale Gesundheitswesen volkswirt- Kosten

Kosten (Anteil an den Gesund- schaftliche

heitskosten) Kosten

Berufsunfälle und 18,35 4,12 14,23 nicht beziffert Berufskrankheiten (8,2%)

Arbeitsbedingter 16,80 2,30 3,10 11,40 Stress (4,6%)

Strassen- 13,30 3,80 0,46 9,00 verkehrsunfälle (1,0%)

Tabakkonsum 11,10 1,60 4,10 5,40 (3,2%)

Psychische 8,30 2,90 5,50 nicht beziffert Störungen (5,8%)

Alkoholmissbrauch 7,10 0,85 1,60 4,70 (1,7%)

Drogenmissbrauch 4,10 1,35 2,30 0,42 (2,7%)

Übergewicht 2,85 1,20 bis 1,70 1,14 bis 1,65 nicht beziffert (2,4 bis 3,4%)

Aussagen zum kurzfristigen Kostenreduktionspotenzial von Krankheitspräventions- und Gesundheitsförderungsmassnahmen werden durch die lange Latenzzeit zwischen Massnahme und Wirkung und die komplexen Interaktionen von Verhaltens- und Verhältnisprävention erschwert. Die von der EFV (in Zusammenarbeit mit dem BAG) als Ergänzung des Legislaturfinanzplans 2009 – 2011 erarbeiteten Entwicklungsszenarien für das Gesundheitswesen ermöglichen jedoch eine Abschätzung des Einflusses des Gesundheitszustandes auf die Kostenentwicklung im Gesundheitssystem in den nächsten 50 Jahren.91 Dabei werden drei Szenarien unterschieden:

- Referenz-Szenario: Die Hälfte der aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung zusätzlichen Lebensjahre kann die Bevölkerung in einem guten Gesundheitszustand verbringen (teilweise Ausweitung der Morbidität).

- «Pure-Ageing-Szenario»: Die aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung zusätzlichen Lebensjahre erlebt die Bevölkerung in einem schlechten Gesundheitszustand (Ausweitung der Morbidität).

- «Healthy-Ageing-Szenario»: Alle der aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung zusätzlichen Lebensjahre kann die Bevölkerung in einem guten Gesundheitszustand verbringen (Verringerung der Morbidität).

Wie in Abbildung 1 auf der nächsten Seite dargestellt werden im Referenz-Szenario

– primär bedingt durch die demografische Entwicklung – die Gesamtausgaben für die Gesundheitsversorgung von heute 52,76 Milliarden Franken (Basisjahr 2005; entspricht einem BIP-Anteil von 11,4 Prozent) auf 220,89 Milliarden Franken (BIP-Anteil von 15,5 Prozent) im Jahr 2050 ansteigen.92 Im «Pure-Ageing-Szenario»

90 Quelle: BAG, Etude comparative des coûts sociaux de principaux déterminants de morbidité et mortalité évitables en Suisse, Berne 2004

91 Eidg. Finanzverwaltung: Legislaturfinanzplan 2009 -2011, Bern, Februar 2008, Seiten 115ff.

92 In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die aus der allgemeinen Einkommensentwicklung resultierenden Nachfrage- und Angebotseffekte im Gesundheitswesen im Referenzszenario etwa knapp die Hälfte des realen Wachstums der gesamten Gesundheitsausgaben erklären.