Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2010/110: Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI; Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr») · 142 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 30Fedlex · Erläuternder Bericht
den Betrieb und Substanzerhalt in der Höhe von rund 730 Millionen Franken pro Jahr bei der SBB-Infrastruktur und den Privatbahnen.
Ausbau der Bahninfrastruktur: Für den Ausbau der Bahninfrastruktur müssen genügend Mittel für die laufenden FinöV-Projekte NEAT, HGV-Anschlüsse, Lärmsanierung und ZEB bereitgestellt werden. Zusätzlich sollen weitere Ausbauschritte folgen (siehe Kapitel 1.5.2). Ebenfalls berücksichtigt werden müssen kleinere Erweiterungsinvestitionen, die bis anhin aus dem ordentlichen Budget finanziert wurden. Maximal können für Ausbauten wegen betrieblich-technischer Restriktionen11rund 1.2 Milliarden Franken pro Jahr eingesetzt werden.
Rückzahlung der Bevorschussung und Verzinsung: Die Rückzahlungsbeträge erreichen in den Jahren 2017 bis 2027 jährlich im Durchschnitt 850 Millionen Franken. Verteilt auf die Periode 2010 bis 2040 entspricht dies einem Jahreswert von 260 Millionen Franken. Für die Verzinsung muss mit Höchstwerten von rund 260 Millionen Franken pro Jahr gerechnet werden. Diese nehmen mit fortschreitender Rückzahlung ab. Verteilt über die Jahre 2010 bis 2040 fallen pro Jahr 100 Millionen Franken Zinskosten an. Für Rückzahlung und Verzinsung zusammen ergeben sich somit pro Jahr 360 Millionen Franken, verteilt über die Jahre 2010-2040.
Insgesamt beträgt der geschätzte, durchschnittliche Mittelbedarf für die Bahninfrastruktur in den Jahren 2010 – 2040 pro Jahr zwischen 4.5 und 5 Milliarden Franken (real zu Preisen 2010).
1.3.5 Effizienzsteigerungen bei Betrieb und Substanzerhalt der Bahninfrastruktur
Aufgrund der gestiegenen Kosten für Betrieb und Substanzerhalt der Eisenbahninfrastruktur sind die Infrastrukturbetreiberinnen gehalten, weitere Effizienzsteigerungen umzusetzen. Bei den Angaben zum künftigen Mittelbedarf für Betrieb und Substanzerhalt sind Effizienzsteigerungen bereits teilweise berücksichtigt worden. Im Rahmen der Zweitmeinung zum Netzaudit (vgl. Kapitel 1.1.4) wurden die Optimierungspotenziale für die SBB-Infrastruktur auf jährlich rund 250 Millionen Franken geschätzt und vom Mehrbedarf abgezogen.
Verschiedene Ansätze sind näher zu prüfen und wenn möglich für Effizienzsteigerungen zu nutzen:
Intervalle für den Unterhalt: In einem stark ausgelasteten Eisenbahnnetz werden die Intervalle für den Substanzerhalt der Infrastruktur immer kürzer (z.B. zunehmende Ausdehnung der Betriebszeiten, Nachtangebote). Kurze Intervalle führen zu höheren Kosten. Mit einer angepassten Unterhaltsstrategie (z.B. Streckensperrungen statt Unterhalt „unter laufendem Betrieb“) können die Kosten gesenkt werden. Längere Intervalle bzw. Totalsperrungen führen zwar zu Einschränkungen im Personenverkehr (Ausfälle von Zügen, Ersatz mit Bussen), werden aber insgesamt zu einer höheren Effizienz im Substanzerhalt führen. Zukünftig
11 Gemäss Erfahrungswerten der SBB würde die Verfügbarkeit des Netzes bei Überschreiten dieser Schwelle stark reduziert.