Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2010/110: Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI; Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr») · 142 Seiten

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5.5 Milliarden Franken näher untersucht. Die eine Variante enthält im Vergleich zur Variante für 3.5 Milliarden zusätzlich einen Chestenbergtunnel, die andere setzt einen stärkeren Akzent im Agglomerationsverkehr. Die vorgeschlagenen Mittel, die dem BIF zugeführt werden sollen, reichen nicht aus, um einen Ausbauschritt in dieser Grössenordnung bis 2025 zu realisieren. Sollten Mittel in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt werden, ist dies nochmals zu prüfen.

1.6.3.1 Variante 1: Schwerpunkt Chestenbergtunnel

Mit Variante 1, einem Ausbauschritt 2025 mit einem Investitionsvolumen von 5.44 Milliarden Franken, würden die Massnahmen aus der beantragten Lösung (Investitionsvolumen 3.5 Milliarden Franken) um den Chestenbergtunnel (gestrichen in ZEBG) ergänzt (vgl. Tabelle 10).

Die Notwendigkeit für diesen Tunnel ergibt sich, da sich auf der Strecke Olten-Zürich die Verkehre von Bern, Biel, Basel sowie dem Mittelland in Richtung Zürich überlagern. Mit dem Projekt ZEB wird mit dem Bau des Eppenbergtunnels ein Vierspursystem Olten–Aarau–Rupperswil geschaffen. Es verbleibt aber ein Kapazitätsengpass zwischen Rupperswil und Killwangen.

Der Chestenbergtunnel (Neubaustrecke Rupperswil–Gruemet) verlängert den viergleisigen Abschnitt Olten–Rupperswil bis vor den bestehenden Heitersbergtunnel. Östlich des Heitersbergtunnels steht im Limmattal ebenfalls ein vierspuriger Korridor zur Verfügung.

Mit einem Chestenbergtunnel sind folgende zusätzliche Angebote möglich:

- Im Fernverkehr ganztägig vier stündliche Verbindungen zwischen Zürich und

Bern, davon zwei mit Halt in Aarau,

- ein dritter stündlicher Zug auf der Strecke Zürich–Olten–Biel,

- eine Angebotsverdichtung zum Halbstundentakt auf der künftigen S-Bahnlinie

S11 (heute S3) entlang der Strecke Zürich–Lenzburg–Aarau sowie auf der Linie S12 Zürich–Baden–Aarau mit Bildung eines S-Bahn/Fernverkehrsknotens in Aarau.

Zwischen Aarau und Zürich werden damit vier stündliche schnelle Verbindungen ermöglicht. Dabei verkehren zwei stündliche Züge ohne und zwei mit Halt in Lenzburg. Im Fernverkehr kann die Fahrzeit um etwa zwei Minuten reduziert werden, was u.a. zur Betriebsstabilität beiträgt.

Im Güterverkehr wird mit der Neubaustrecke (NBS) Chestenberg auch zu den Hauptverkehrszeiten die erforderliche Kapazität zwischen den Wirtschaftszentren und dem Rangierbahnhof Limmattal gewährleistet.

Die Investition für die Neubaustrecke Chestenberg beträgt 1‘970 Millionen Franken. Aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel kann diese Investition im ersten Ausbauschritt nicht finanziert werden.