Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten

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ment für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation die notwendigen Massnahmen festhalten und die Finanzierungsfragen klären.

Die Höhe der Kosten für diese Massnahmen sind zum jetzigen Zeitpunkt grob bekannt. Eine Schätzung des italienischen Verkehrsministeriums beziffert den Aufwand auf dem Luino-Ast auf 120 Millionen Euro, jenen zwischen Chiasso– Mailand auf 40 Millionen Euro. Der beantragte Verpflichtungskredit soll 230 Millionen Franken46 beinhalten, die für solche rückzahlbare, variabel verzinsliche Darlehen an den italienischen Staat eingesetzt werden können.

Erhöhung der Umschlagskapazitäten südlich der Alpen

Mit der Eröffnung des 4-Meter-Korridors werden die Kapazitäten für den hochprofiligen alpenquerenden kombinierten Verkehr erhöht. Der volle Nutzen des 4-Meter-Korridors ist nur gewährleistet, wenn er bis zu den verschiedenen Umschlagsanlagen für den kombinierten Verkehr – insbesondere südlich der Alpen – reicht.

In diesem Kontext kann sich die Terminalverfügbarkeit in Norditalien zu einer schwerwiegenden Restriktion für den Verlagerungsprozess entwickeln: Es bestehen Kapazitätsengpässe, da die wichtigsten Terminals weitgehend ausgelastet sind (z. B. Busto-Arsizio/Gallarate); grobe Abschätzungen gehen davon aus, dass in Norditalien bis ins Jahr 2030 zusätzliche Kapazitäten für den Umschlag von mindestens 500 000 Sendungen geschaffen werden müssen.

Zurzeit wird davon ausgegangen, dass im Raum Mailand zwei bis vier neue grössere oder erweiterte Terminals (je nach Dimensionierung der einzelnen Terminals) nötig sind. Grobe Schätzungen der Kosten zur Erstellung dieser Terminals liegen in der Grössenordnung von 150-200 Millionen Franken. Die Investitionshilfen der schweizerischen Eidgenossenschaft können für Anlagen im angrenzenden Ausland maximal 80 % dieser Kosten betragen. Eine Erweiterung der Terminalkapazitäten im Raum Mailand ist unabhängig vom 4-Meter-Korridor aufgrund der Güterverkehrsaufkommen erforderlich.

Die erwähnte Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) soll den gemeinsamen Willen von Italien und der Schweiz bekunden, in Norditalien die geeignete Infrastruktur für den kombinierten Verkehr zu erstellen. Im Vordergrund steht unter anderem die Umnutzung des Rangierbahnhofs Milano Smistamento für den kombinierten Verkehr, wie eine zwischen verschiedenen Operateuren des kombinierten Verkehrs (Hupac SA, Cemat S.p.a. und FS Logistica S.p.A.) und den italienischen Staatsbahnen (Ferrovie dello Stato Italiane S.p.A.) am 11. Mai 2012 unterzeichnete Absichtserklärung bestätigt.

Da die nötigen Ausbaumassnahmen in Italien zwar für den Chiasso-Ast wahrscheinlich, aber nicht gesichert sind, ist als Rückfallebene geprüft worden, ob im Tessin oder in Italien nahe an der Grenze zusätzliche Umschlagskapazitäten erstellt werden könnten. Ein neuer Terminal im Tessin könnte neben der Funktion für Transitverkehre auch eine wichtige Rolle als Terminal des Binnenverkehrs übernehmen.

Eine Analyse hat den möglichen Neubau eines Terminals für den Umschlag von kranbaren Sattelaufliegern, Container- und Wechselbehältern und als zusätzliche Option für den Verlad der Rollenden Landstrasse in der Grösse von ca. 150 000

46 160 Millionen Euro (plus 20% Kreditreserve ) zum Kurs von 1,20 Franken pro Euro.