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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten

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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011

Planung der Energieerzeugung grossräumig (kantonsübergreifend) und inhaltlich

umfassend unter Einbezug und Bewertung aller Energieträger mit ihren jeweils spezifi-

schen Potenzialen erfolgt. Die Beeinträchtigung der Biodiversität soll dabei wenn

möglich gering gehalten werden.

7.1.7 Grundstücke, Bauten und Anlagen im Besitz des Bundes

Durch die Rolle als grösster Landbesitzer der Schweiz fällt dem Bund eine spezielle Berücksichtigung der Verantwortung zu. Die Aspekte der Biodiversität sollen bei der Nutzung deshalb Biodiversität bei vermehrt Beachtung finden. Nutzung und Umnutzung

sicherstellen

Hohe ökologische Werte von nicht mehr benötigten Grundstücken sollen auch bei einer

Umnutzung bzw. einem Grundstücksverkauf bestehen bleiben, und die notwendige

Bewirtschaftung ist durch die nachfolgenden Besitzer sicherzustellen. Bei anderen

Flächen, welche zum heutigen Zeitpunkt noch keine grossen Naturwerte beinhalten, ist

zu prüfen, ob sie für die Vernetzung oder als Schutzgebiete für die Biodiversität zur

Verfügung gestellt werden könnten. Denkbar wäre auch ein Einsatz dieser Flächen als

Realersatz für Bundesbauten und Infrastrukturvorhaben. Neben der Frage, wer diese

Flächen zukünftig besitzen soll, ist auch die Sicherstellung des angepassten Unterhalts

bzw. die Finanzierung der notwendigen Aufwertungsmassnahmen zu klären.

7.2 Schaffung einer ökologischen Infrastruktur

Wirksam erhaltene, vernetzte und funktionsfähige Lebensräume sind eine Grundvor- Herausforderung aussetzung dafür, dass die Biodiversität reichhaltig und gegenüber Veränderungen

(z. B. Klimawandel) reaktionsfähig ist. Bestehende Schutzgebiete müssen ergänzt und

qualitativ verbessert werden. Vernetzungsgebiete sollen die Durchlässigkeit der Land-

schaft zwischen den Schutzgebieten sicherstellen.

Ziel

Zur Sicherung des Raumes für die langfristige Erhaltung der Biodiversität wird bis

2020 eine ökologische Infrastruktur von Schutzgebieten und Vernetzungsgebieten

aufgebaut. Der Zustand der gefährdeten Lebensräume wird verbessert.

Bis 2020 baut die Schweiz eine ökologische Infrastruktur auf, welche wichtige Funkti- Handlungsfelder onen der Ökosysteme sowie alle bedeutenden natürlichen und naturnahen Lebensräume

in einem guten Erhaltungszustand sichert. Hierzu sind einerseits die Ergänzung und

Aufwertung des Schweizer Schutzgebietssystems nötig, anderseits die Ergänzung und

Sicherung eines Systems von Vernetzungsgebieten in der gesamten Landschaft.

Schutz- und Vernetzungsgebiete sollen auch die Vernetzung mit den entsprechenden

Gebieten der umliegenden Länder sicherstellen.

Die Vervollständigung des Schweizer Schutzgebietssystems gemäss den Anforderun-

gen des strategischen Planes der Biodiversitätskonvention und des Smaragdnetzwer-

kes133 der Berner Konvention ist im Rahmen einer Gesamtkonzeption zusammen mit

den betroffenen Akteuren zu entwickeln und bis 2020 umzusetzen.134, 135Dabei spielen

133 Smaragdnetzwerk: Europaweites Netzwerk von Schutzgebieten zur Erhaltung der gefährdeten Arten und Lebensräume von europäischer Bedeutung. Basis ist die Berner Konvention des Europarates. 134 Svancara L.K. et al. 2005: Policy-driven versus Evidence-based Conservation: A Review of Political Targets and Biological Needs. In: BioScience, Vol. 55, No. 11, p. 989–995 135 Desmet P., Cowling R. 2004: Using the species-area relationship to set baseline targets for conservation. In: Ecology an Society, Vol. 9, No. 2