Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/127: Ergänzung des Waldgesetzes im Rahmen der Umsetzung Waldpolitik 2020 · 42 Seiten
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Besonders das Aufrüsten von Sturmholz, aber auch jenes von Käferholz ist gefährlich. Es werden aber mehr Wertschöpfung generiert und Arbeitsplätze geschaffen als ohne Massnahme (Nichtstun). Als eher negativ zu beurteilen ist, dass durch die sofortige Wiederbewaldung ein natürliche Prozesse verhindert kann. Störfälle können positiv Einflüsse auf die Biodiversität und den Aufbau ökologischer Nischen haben. Im Einzelfall müssen die Massnahmen daher auf die unterschiedlichen Waldfunktionen abgestimmt werden.
Ordnungspolitisch ist diese Massnahme gut zu vertreten. Die Nebeneffekte sind vergleichsweise gering und überwiegend positiv zu werten.
3.3.3 Holzförderung
Der neue Artikel zur Holzförderung (Art. 34a) verstärkt die Basis zur bestehenden Ressourcenpolitik Holz des Bundes65. Das öffentliche Interesse an einer Mehrnutzung von Holz gründet in der Tatsache, dass die Holznutzung synergetische Wirkungen mit anderen Waldfunktionen beziehungsweise mit ökologischen sowie sozial-gesellschaftlichen Zielen aufweist. Eine den Zielen der Waldpolitik 2020 genügende (nachhaltige) Holznutzung wird sich aber erst dann ergeben, wenn die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen ausreichend wettbewerbsfähige Unternehmensstrukturen ermöglichen. Im komplexen System der Wald- und Holzwirtschaft mit einer Vielzahl von öffentlichen und privaten Akteuren ist die Schaffung der notwendigen Voraussetzungen ein langfristiger Prozess. In der Pflicht dazu stehen nicht nur die Unternehmen, sondern auch die öffentliche Hand (Bund, Kantone, Gemeinden), die wichtige Rahmenbedingungen setzt und Anreize schaffen kann. Die Förderung der Mehrnutzung von Holz ist demnach als eine langfristige Aufgabe anzusehen.
Der Stand der Zielerreichung der Ressourcenpolitik Holz (Zeithorizont bis ins Jahr 2020) ist nach Einschätzung des BAFU sowie der wichtigsten Stakeholder gut. Dabei wird hervorgehoben, dass durch die Förderung des Bundes speziell im Bereich Holzbau entscheidende Impulse gesetzt werden konnten (z.B. Brand- und Schallschutz).
3.4 Auswirkungen auf die Gesellschaft
Die Bevölkerung der Schweiz hat ein breites Verständnis der vielfältigen Waldfunktionen und weiss diese zu schätzen.66 Sie ist der Meinung, dass die Leistungen des Waldes zugunsten der Allgemeinheit etwas kosten dürfen67. Sämtliche Waldfunktionen werden als wichtig bis absolut wichtig beurteilt. Die Einschätzung der vorrangigen Waldfunktionen durch die Allgemeinheit deckt sich weitgehend mit der vom Bundesrat im August 2011 verabschiedeten „Waldpolitik 2020“.
Die vorliegende Gesetzesergänzung zur Umsetzung der Waldpolitik 2020 stärkt die langfristige Erfüllung aller Waldleistungen und somit auch der gesellschaftlichen Funktion des Waldes.
3.5 Auswirkungen auf die Umwelt
Die Vorlage verbessert den Schutz des Waldes, indem sie die Verhütung und Behe-
65 abrufbar unter: www.bafu.admin.ch/wald > Waldpolitik des Bundes
66 BAFU und WSL (Hrsg.) 2012: Die Schweizer Bevölkerung und ihr Wald. Bericht zur zweiten Bevölkerungsumfrage Waldmonitoring soziokulturell (WaMos 2). Bundesamt für Umwelt, Bern und Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Birmensdorf.
67 Faktenblatt WaMos2: Multifunktionaler Wald. Medienmitteilung BAFU vom 17.2.2012.