Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/46: Energiestrategie 2050 · 138 Seiten
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neuen Energiepolitik des Bundesrats (Szenario Neue Energiepolitik) nur teilweise erreicht (Ziffer 1.6):
− Die Modellrechnungen des Bundes zeigen, dass mit konsequenter Umsetzung der Massnahmen der Endenergieverbrauch im Jahr 2020 voraussichtlich bei 213 Terawattstunden (TWh), im Jahr 2035 bei 178 TWh und 2050 bei 157 TWh liegen wird. Damit würde die Endenergienachfrage bis 2020 im Vergleich zum Jahr 2010 um 8,8 Prozent sinken. Ab 2020 beschleunigt sich die Wirkung, so dass sich die Endenergienachfrage bis 2035 um 24 Prozent und bis 2050 um gut 33 Prozent reduzieren könnte. Damit würden beim Endenergieverbrauch die Ziele des Bundesrats bis 2020 zu 39 Prozent, bis 2035 zu 43 Prozent und bis 2050 zu 45 Prozent erreicht werden.
− Ein ähnliches Bild zeichnen die Modellrechnungen für die Entwicklung des Elektrizitätsverbrauchs auf der Basis des vorliegenden Massnahmenpakets: Demnach würde im Jahr 2020 der Stromkonsum bei 59 TWh, im Jahr 2035 bei 58 TWh und 2050 bei 61 TWh liegen. Trifft dies ein, sänke die Elektrizitätsnachfrage bis 2020 im Vergleich zum Jahr 2010 um 0,2 Prozent und bis 2035 um 1,4 Prozent. Bis 2050 jedoch stiege der Verbrauch wieder um 3,6 Prozent an. Dies aufgrund der zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrs.
− Bis im Jahr 2034 wird weiterhin Strom aus der Kernkraft anfallen. Ohne grössere Technologiesprünge wird trotz dem erheblichen Ausbau der erneuerbaren Energien auch noch im Jahr 2050 die fossile Stromproduktion ergänzend nötig sein, um den Strombedarf in der Schweiz zu decken.
− Mit dem Zielszenario Neue Energiepolitik sollen die jährlichen, energiebedingten CO2-Emissionen der Schweiz bis 2050 rund 1 bis 1,5 Tonnen pro Kopf betragen. Damit langfristig das Ziel des Bundesrats erreicht werden kann, müssten die energetischen CO2-Emissionen der Energienachfrage von rund 40 Millionen Tonnen im Jahre 2010 um 7,6 Millionen Tonnen bis 2020 reduziert werden. Bis 2035 wären es dann 14,3 Millionen und bis 2050 rund 31,9 Millionen Tonnen an eingesparten CO2-Emissionen. Mit dem Massnahmenpaket des Bundesrats gehen die gesamten CO2-Emissionen – auf der Basis des unter der Ziffer 1.6.3 beschriebenen Stromproduktionsmixes – auf 18,2 Millionen Tonnen zurück. Dies wäre gleichbedeutend mit einem jährlichen CO2-Ausstoss von rund zwei Tonnen pro Kopf.
Volkswirtschaftliche Auswirkungen
Energiepreise sind sehr volatil. So lag etwa der Erdölpreis im Januar 2006 bei 63 US$/Barrel, sechs Jahre später, im Januar 2012 lag er bei 115 US$/Barrel. Aufgrund der grossen Energienachfrage dürften die Energiepreise künftig generell ansteigen.
Vertiefte Analysen des Bundes zeigen, dass die langfristigen volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Energiestrategie 2050 – dies ausschliesslich auf dem vorliegenden Massnahmenpaket basierend – moderat ausfallen werden (Ziffer 3.3):
− Um- und Ausbau Kraftswerkpark: Die abdiskontierten Gesamtkosten für den Um- und Ausbau des schweizerischen Kraftwerksparks im Zeitraum von 2010 bis 2050 betragen 191 Milliarden Franken (theoretisch im Schnitt 4,8 Milliarden pro Jahr). Rund 125 Milliarden Franken fallen auf den bestehenden Kraftwerkspark, 66 Milliarden Franken werden für den Kraftwerkzubau benötigt.
− Kosten der Förderung der erneuerbaren Energien: Das langfristig angestrebte Zubauziel von jährlich 24,2 Terawattstunden führt zu geschätzten Mehrkosten im Jahr 2050 von 1,1 Milliarden Franken. Dies entspricht einer Förderabgabe in der Höhe von 1,89 Rappen pro Kilowattstunde.