Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/17: Totalrevision des Gütertransportgesetzes; Gesamtkonzeption zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Fläche · 108 Seiten

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Prognostizierter Güterverkehr in der Schweiz bis 2030

Auf der Basis von Bevölkerungswachstum sowie gesamt- und einzelwirtschaftlichen Effekten werden sowohl Aufkommen wie auch Leistung im Güterverkehr in der Schweiz bis 2030 weiter ansteigen. Dies gilt für alle drei Verkehrsarten (Binnen, Import, Export) und für die Verkehrsträger Strasse und Schiene zu gleichen Massen. Die Nachfrage konzentriert sich weiterhin auf den bereits heute dicht besiedelten Raum zwischen Basel, Bern, Genf und Zürich.

Der gesamtmodale Güterverkehr wird von den Transporten des Baugewerbes und der Baumittelindustrie massgeblich beeinflusst. Hier sind positive Erwartungen zur weiteren Entwicklung dieser Branche vorhanden (Wohnungsbedarf aufgrund Bevölkerungszunahmen, Renovations- und Sanierungsbedarf, Bedarf an Unterhalt, Ausbau und teilweiser Neubau von Infrastrukturanlagen). Vor allem die Nachfrage nach Baustoffen dürfte deutlich zunehmen.

Daneben führt die Transportnachfrage bei Vor- und Endprodukten weiterer Branchen zu einem gesamthaften Anstieg des Güterverkehrsmarkts. Die entsprechenden Transporte erfolgen vielfach in Form von Sammelgütern (d.h. Halb- und Fertigwaren resp. Verbrauchsgüter gebündelt und produkteübergreifend gesammelt in verschiedenen Transportgefässen). Ausschlaggebend hierfür ist der Konsum von Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern, der aus der Bevölkerungszunahme resultiert.

Eine ähnliche Charakteristik wie die Sammelgüter haben auch die Abfalltransporte. Dahinter stehen neben den „klassischen“ Haushaltsabfällen vermehrt Sekundärrohstoffe aus gebrauchten resp. recycelten Produkten oder aus Produktionsprozessen.

Darüber hinaus tragen die Chemieindustrie (globale Nachfrage nach chemischen Spezialprodukten und pharmazeutischen Erzeugnissen), die Metallbearbeitung (hochspezialisierte Halberzeugnisse) und die Nahrungsmittelindustrie (globale Nachfrage nach hochwertigen, speziellen Nahrungsmitteln und Zusatzstoffen) direkt zum Transportwachstum bei. Dazu kommen Transporte mit land- und forstwirtschaftlichen Rohprodukten. Dahinter steht wiederum eine direkte Nachfragesteigerung durch das Bevölkerungswachstum und eine steigende Nachfrage der Nahrungsmittelindustrie.

Eine gegenläufige Entwicklung ist bei den Energieträgern zu erwarten: Die Transportmengen an Rohöl und Erzeugnissen wie Treibstoffe werden deutlich zurückgehen. Dies betrifft insbesondere den Bedarf an Heizöl und Benzin (nicht Diesel), für den der Bundesrat in seinen Energieperspektiven einen entsprechenden Minderbedarf unterstellt.

Gesamthaft resultiert aus diesen Einzelentwicklungen über alle Märkte hinweg eine aufkommensbezogene Zunahme des schweizerischen Güterverkehrs (in Tonnen) bis 2030 um - je nach Prognose - zwischen 20 % und 40 % im Vergleich zu heute. Die logistischen Abläufe und Optimierungsprozesse, aber auch die Güterstrukturen führen auch künftig zu geringfügigen Ausdehnungen der mittleren Transportweiten, so dass die Verkehrsleistung (in Tonnenkilometern) stärker zunehmen wird als das Aufkommen.

Prognostizierter Schienengüterverkehr in der Schweiz bis 2030

Der Schienengüterverkehr besitzt gute Chancen, am gesamtmodalen Aufkommenswachstum teilhaben zu können. Dahinter steht vor allem die steigende Fähigkeit der Bahn, Angebote im Wachstumssegment der Sammelgüter zu platzieren. Hier kann die Bahn insbesondere von kombinierten Transportprozessen Strasse-Schiene profi-