Bericht Fortsetzung
Vernehmlassung 2013/32: Totalrevision der Verordnung über die Finanzhilfen an gewerbeorientierte Bürgschaftsorganisationen · 51 Seiten
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6.4 Schlussfolgerungen
6.4.1 Schlussfolgerungen der Evaluatoren
Generell ergab die Evaluation, dass mit der Neukonzeption das Vertrauen in das Bürgschaftswesen bei den Beteiligten – insbesondere den Banken – gestärkt werden konnte.109
Die Evaluatoren haben den Vollzug des gewerbeorientierten Bürgschaftswesens hinsichtlich acht Dimensionen untersucht und insgesamt 29 Empfehlungen abgegeben:
Dimension 1 „Auftragserfüllung“
Das SECO hat den Bürgschaftsgenossenschaften in den Leistungsvereinbarungen 2007- 2011 Ziele bezüglich des Volumens an Bürgschaften vorgegeben. Es ist innert kurzer Zeit gelungen, diese Mengenziele zu erreichen bzw. den Bestand an Bürgschaften mehr als zu verdoppeln.
Die Evaluatoren empfehlen:
(1) Das SECO sollte am Wachstumsziel festhalten. Entsprechende Volumenziele sind
gemeinsam von den BG und dem SECO zu definieren und in den Leistungsvereinbarungen zu verankern.
(2) Zur Berücksichtigung der Risikokomponente sollte das SECO in den Leistungsverein-
barungen in Absprache mit den Bürgschaftsgenossenschaften zukünftig eine Bandbreite festlegen, innerhalb derer sich die Verluste bewegen dürfen. In diesem Zusammenhang muss unter den involvierten Akteuren ein Konsens erreicht werden, wie hohe Risiken der Bund und die Bürgschaftsgenossenschaften gewillt sind einzugehen.
Dimension 2 „Effizienz und Effektivität der Aufgabenerfüllung“
Bei der Antragsprüfung haben alle vier Bürgschaftsgenossenschaften eigene Standards definiert, die grundsätzlich jedoch vergleichbar sind. Die Qualität und Vollständigkeit der Dossiers beurteilen die Evaluatoren insgesamt als gut, wobei bei der Dokumentation des Bewilligungsentscheides noch Verbesserungspotential besteht. Die einzelnen
Bürgschaftsorganisationen zeichnen sich durch schlanke Organisationsstrukturen aus. Aus Sicht der Evaluatoren stellt sich eher die Frage, ob die einzelnen Organisationen die kritische Mindestgrösse gar unterschreiten. Weiter verfügen die Bürgschaftsgenossenschaften über unterschiedlich ausgeprägte dezentrale Strukturen (Aussenstellen).
Nach Einschätzung der Evaluatoren verfügen die Bürgschaftsgenossenschaften auf einzelbetrieblicher Ebene insgesamt über effiziente Abläufe, hingegen besteht auf Ebene des Gesamtsystems Optimierungspotential.
Die Evaluatoren empfehlen:
(3) Es sollten finanzielle Mindeststandards zur Bürgschaftsprüfung festgelegt werden. Aus
Gründen der Transparenz und Risikooptik sollten die BG gemeinsam mit dem SECO über die Festlegung von (verbindlichen) finanziellen Mindeststandards für die Bürgschaftsvergabe diskutieren.
(4) In einigen Fällen sollte die Dokumentation der Bürgschafts-Dossiers verbessert wer-
den. Es sollte für eine Drittperson jederzeit nachvollziehbar sein, aus welchen Gründen (finanzielle Argumente wie auch subjektive Beurteilung der Bürgschaftsgenossenschaft) der Entscheid getroffen wurde.
(5) Der Bund sollte Strategien vorbereiten, wie er sich bei einer wirtschaftlichen Abschwä-
chung gegenüber den Bürgschaftsgenossenschaften verhalten will, wenn die Verluste möglicherweise stark ansteigen und gleichzeitig die KMU aufgrund der schlechteren
109 Ernst & Young (2010) 644.10/2011/00954 \ COO.2101.104.5.3993630 40/51